Winterdienst in Gelsenkirchen nicht hofieren.

Winterdienst in Gelsenkirchen nicht hofieren.

Der Winterdienst in den Winterwochen des vergangenen Jahres war alles andere als zureichend, legt man bewertend zugrunde, dass es sich in Gelsenkirchen um die Infrastruktur einer Großstadt handelt.

Sicherlich kann zugute gehalten werden, dass der Schneefall durchaus intensiver war als in den letzten Jahren. Doch der Wintereinbruch 2009 deutete bereits an, was passiert, wenn der Winter etwas kräftiger daher kommt als gewohnt.

Vom Winter mit Ankündigung überrascht.

So macht es den Eindruck, als seien die Gelsendienste diesen Winter vom tatsächlichen Wintereinbruch mit Vorankündigung überrascht worden. Kurz vor dem stark einsetzenden Schneefall kommunizierten die Dienste noch, man sei optimal auf einen möglichen Wintereinbruch – ähnlich dem des Jahres 2009 – vorbereitet. Doch schon wenige Stunden nach dem ersten Schnee nahm das Chaos seinen Lauf. Gleich zu Beginn wurde in Gelsenkirchen von einem “Schneechaos” gesprochen, obwohl es eigentlich zunächst nur normaler Schneefall war, der den Diensten – durch lange Pausen – durchaus die Zeit gelassen hätte, nicht nur die wichtigsten Straßen, sondern vor allem auch die Einkaufsstraßen, wie die Bahnhofsstraße, zu räumen und zu streuen. Leider ist dies nicht ansatzweise passiert. Noch heute ist die Bahnhofstraße in Teilen spiegelglatt. Gestern, in der Silvesternacht, habe ich mich hinter dem Schalkeshop auf der Ahstraße, beim Einsammeln meiner Eltern von einer Silvesterparty, festgefahren. Ich musste von Passanten angeschoben werden, um anfahren zu können. Für die Innenstadt ist das ein ausgesprochenes Armutszeugnis. Daran lässt sich nichts schön reden.

Die SPD redet das Problem schön und schadet damit ihrer Glaubwürdigkeit.

Ob bei der SPD in Gelsenkirchen schon alle Gehirnzellen aus dem Winterurlaub wieder zurück sind, wage ich zu bezweifeln. Die Gelsendienste öffentlich dazu aufzufordern “Lehren aus dem Schnee-Chaos in Gelsenkirchen zu ziehen” ist nicht nur nichtssagend, sondern schlicht unverschämt. Dazu noch so dümmliche Aussagen zu tätigen wie “Der Winterdienst sei in einer Stadt wie Gelsenkirchen ein ‘kompliziertes Unterfangen’ ” ist der SPD – zumindest aus meiner Sicht – unwürdig. Was die mir bisher unbekannte Frau Welker, SPD-Fraktions-Vize, als Ziel für das nächste Jahr formuliert („Ziel muss es sein, es spätestens im nächsten Jahr besser zu machen“), verstehe ich als Verunglimpfung der Situation und als buchstäblichen Arschtritt gegenüber dem Wähler. Es reicht, dass wir uns hier in Gelsenkirchen mit der katastrophalen Straßensituation auseinandersetzen müssen. Zu all dem möchte ich jetzt nicht noch so Allgemeinplätze ertragen müssen. Dass die SPD das Problem der Gelsendienste  jetzt zu ihrem eigenen macht und auf Kosten einiger Blechschäden und Knochenbrüche beginnt die Leistung des Winterdienst zu hofieren, ist zudem der eigenen Glaubwürdigkeit abträglich. Auch die Vorgehensweise der SPD, die Kritik der CDU als “populistisch und platt” zu bezeichnen ist abenteuerlich. Der CDU-Kritik werden sich die meisten Gelsenkirchener Bürger vollumfänglich anschließen. Egal, wie die SPD diese Kritik umschreibt.

Der Niedergang der Gelsenkirchner CDU ist zu großen Teilen dem Umstand geschuldet, dass über Jahre hinweg versucht wurde, das objektiv Schlechte ins öffentlich Gute zu quatschen. Der SPD in Gelsenkirchen kann man nur empfehlen, das der CDU nicht gleich zu tun.

(Zitationen aus http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen/Gelsendienste-sollen-Lehren-aus-Schnee-Chaos-in-Gelsenkirchen-ziehen-id4110954.html)

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4 Kommentare zu “Winterdienst in Gelsenkirchen nicht hofieren.”

  1. Chris
    2. Januar 2011 at 18:53 #

    Warum ist der Winterdienst in Gelsenkirchen ein schwierigeres Unterfangen als in den Nachbarstädten wie Herne, Bochum oder Essen, in denen es augenscheinlich besser geklappt hat als bei uns? Vielleicht, weil dort vermutlich nicht so inkompetente Verantwortliche am Werk sind?!? Das sich die augenblicklichen SPD – Vertreter zu diesen aus meiner Sicht offensichtlich inkompetenten Verantwortlichen hingezogen fühlen, verwundert einen ehemalig überzeugten SPD Wähler wie ich einer war, nicht wirklich. Diese strotzen meines Erachtens ja selber vor Inkompetenz und verhalten sich so einigen Dilettanten gegenüber wie Brüder im Geiste. Hoffentlich bekommen diese bei den nächsten Kommunalwahlen mal ihre Quittung. Aber bis dieses so weit ist, werden erst noch die SPD Wähler, welche diese Partei bis dato lediglich aus Traditionsgründen gewählt haben, mal ein wenig die Augen öffnen müssen. Leider muss ich für meinen Teil feststellen, dass die augenblicklichen Alternativen auch keine Offenbarungen sind. Am Besten für GE wäre vermutlich ein kompletter Neuanfang mit frischen und unverbrauchten neuen Leuten. Dieser Parteifilz hat uns schon genug Zeit gekostet und Möglichkeiten verbaut.

  2. Dennis
    3. Januar 2011 at 00:32 #

    Die SPD ist schon OK für Gelsenkirchen. Nur dat mittem Schnee, da müssen se nomma bei, woll?

  3. Magdalene Szodruch
    3. Januar 2011 at 12:45 #

    Ich habe aus Politikerkreisen gehört, dass Gelsendienst sich eifrig bei EON unter Vertrag gestellt hat und in der Stadt laut Absprache nur das Minimum gemacht hat. Geld klingelt nun in die Kassen der Gelsendeinste.

  4. Franz Przechowski
    3. Januar 2011 at 16:51 #

    Der Winter in Gelsenkirchen ist der selbe, wie in Gladbeck. Genauso kalt, schneereich und hartnäckig. Aber aus der Zeitung erfahre ich, daß es doch einen Unterschied gibt:
    “…es ist ein kompliziertes Unterfangen” hier damit fertig zu werden. Ja, ja die lieben GELSENDIENSTE sind für die Räumung der öffentlichen Straßen und Wege gefordert.
    Nach nunmehr 3 Wochen Wintereinbruch erinnern mich GELSENDIENST an den legendären Langskiläufer Jochen Behle bei der Winterolympiade vor 30 Jahren. Zitat aus Wikipedia dazu:
    Quasi über Nacht wurde Behle in Deutschland bekannt, als er 1980 als junger Langläufer beim olympischen 15-km-Langlauf in Lake Placid lange Zeit nach der ersten Zwischenzeit führte, aber nicht im Bild gezeigt wurde, und der ZDF-Reporter Bruno Moravetz dies mit dem mehrfach geäußerten Spruch „Wo ist Behle?“ kommentierte.[2]
    So frage ich mich seit 3 Wochen beim Blick auf die Nienhofstr. “Wo ist GELSENDIENST?”. Wann kommen die bloß? Im Mai?
    Vielleicht ist es im Mai auch ein “kompliziertes Unterfangen” für GELSENDIENST. Vorsicht, schwerer Pollenflug.

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