Vier Fäuste für ein Halleluja

Walter Mixa, ein Name wie ein FaustDonnerschlag. Seit Jahren wabert diese violette kritische Masse der katholischen Kirche durch Presse und Talk und fällt dabei in mehr oder weniger regelmäßiges Abständen durch Äußerungen auf, die man als “normal” denkender Mensch nicht nur hinterfragen, sondern rigoros ablehnen muss. Wer Abtreibung mit dem Holocaust vergleicht, manche Frauen als “Gebärmaschinen” bezeichnet, Atheisten als Unmenschen und Totalitaristen darstellt oder der sexuellen Revolution eine Mitschuld an Kindesmissbrauch gibt, ist mit Claudia Roths Titulierung als “durchgeknallter Oberfundi” noch äußerst gut bedient.

Walter Mixa, dein Name verführt zum Reim.

Nun bietet das Enfant terrible der Augsburger Puppenkiste seinen Rücktritt an. Dabei stolpert Mixa nicht etwa über seine befremdlichen Positionen, sondern über Schläge gegen Kinder und dubiose Geldangelegenheiten. Die Bigotterie der katholischen Kirche hat ein neues Gesicht.
Der Rücktritt ist Mixas einzige Möglichkeit, sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen. Untragbar war er eigentlich schon vor den jüngsten Vorwürfen, aber in der katholischen Kirche kämpft die Erkenntnis seit jeher gegen den Glauben. Und wahrscheinlich ist “Erkenntnis” auch diesmal das falsche Wort…

3 Kommentare zu “Vier Fäuste für ein Halleluja”

  1. Jörg
    23. April 2010 at 06:49 #

    Der gesammte Muff von 1000 Jahren bekommt nun die volle Härte der Postmoderne zu spüren. Mixa wird vor einem Millionenpublikum beim Beschiss seines obersten Dienstherren erwischt. Eine Lüge würden wir ihm als Menschen gern verzeihen. Als Moralist ist es allerdings unverzeihlich. Die Kirche ist auf dem Besten Weg der Selbstzerstörung, denn sie schafft es nicht mehr ,die Widersprüche des Systems unter dem Deckmantel zu behalten. Exekutieren statt Suspendieren, statt Löschen statt sperren. Amen.

  2. Dennis
    23. April 2010 at 08:46 #

    Das mit der Exekution möchte ich jetzt mal überlesen haben. Das wäre auch keine moralische Lösung, wie du sie einforderst, sondern weit unmoralischer. Das mit der Selbstzerstörung sehe ich allerdings auch ein wenig so. Einige viele Perverslinge und Sadisten in der Kirche zerstören auf Kosten der Opfer und auch- das kommt in der Diskussion aus meiner Sicht zu kurz – auf Kosten der wirklich Gläubigen und ehrhaften Priester die Glaubwürdigkeit einer Weltreligion. Noch vor ein paar hundert Jahren hätte ein Vergehen dieser Art sicherlich tatsächlich zur Hinrichtung geführt. Warum es besser ist, dass Kirche und Staat voneinander getrennt sind, hätte ich nicht geglaubt, bei soweit vorangeschrittener Jahreszahl, diskutieren zu müssen.

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  1. Der Ruhrpilot | Ruhrbarone - 22. April 2010

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