Verzweifelung zum Fest

Es gibt durchaus bewegende Schicksale, die besonders zur Weihnachtszeit häufig ins Zentrum des Bewusstseins treten. Radio- und Fernsehsender bitten um Spenden und zeigen das Leid sozial benachteiliger oder kranker Menschen. Seltener wird einem Verzeifelung und Leid bei der Lektüre der Lokalzeitung bewusst gemacht. In der Weihnachtsausgabe des Wattenscheider Stadtspiegels allerdings fand sich in diesem Jahr eine sonderbare Sterbeanzeige, die mich doch etwas nachdenklich gemacht hat. Und ganz offensichtlich hat diese Anzeige Wirkung.

Denn nicht nur mir viel diese “Anklage” auf, auch Katharina Borchert aka. @lyssaslounge twitterte am ersten Weihnachtstag diese “Abrechnung” sogar mit Foto:

Dabei stellt sich mir persönlich weniger die Frage danach, ob sich eine solche Anzeige moralisch vertreten lässt, als vielmehr die Frage nach dem Leid und die Sorgen des Verstorbenen. Die Aussage “Dr. Tod missbrauchte mich für seine Versuche” gibt mir besonders zu denken. Leid und Kummer gibt’s also nicht nur bei Thomas Gottschalk, sondern unter Umständen nur eine Haustür weiter.

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  1. Der Ruhrpilot | Ruhrbarone - 28. Dezember 2010

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