Stadtmarketing bleibt weiter Nebensache in GE.

Ohne eine Anfrage der Grünen an den Rat der Stadt, wäre es wohl nicht einmal angesprochen worden. Das desolate Stadtmarketing soll kein Thema der Wahl 2009 werden. Erst nach der Wahl soll das “Fass aufgemacht” werden. Obwohl offenbar niemand im Rat der Stadt mit der Arbeit des Stadtmarketings zufrienden zu sein scheint, bleibt es weiterhin Nebensache.  Die WAZ präsentiert O-Töne vom städtischen Affentheater, in dessen Manege sich niemand traut Klartext zu reden.

Selbst der Fragende, Grünen-Ratsherr Peter Tertocha, will es am Donnerstag nicht auf eine politische Debatte ankommen lassen: „Ich werde nichts sagen.” […] Auslöser für seine Anfrage im März war hochgradige Unzufriedenheit mit der SMG: Über Monate war die Internetseite der Stadtmarketing wegen Wartungsarbeiten gesperrt. „Das ist einfach nur peinlich”, erbost sich Tertocha.

Wenn er nichts sagen will, was fragt er an ? Und die Homepage ist doch auch nicht das eigentliche Problem.

Unterdessen hält auch CDU-Fraktionschef Werner Wöll nichts davon, die Debatte jetzt loszutreten: „Die sollte auch zunächst intern in der Politik und mit den Betroffenen erfolgen.”

Mit den Betroffenen ? Gibt’s Opfer bei der SMG ?

Ähnlich sieht’s SPD-Amtskollege Klaus Haertel: „Wir sollten nicht aus der Hüfte schießen.”

Aus der Hüfte schießen? Dass das SMG nicht funktioniert ist ja nicht seit der Anfrage der Grünen bekannt. Die SPD und der Rest des Rates hat seit mindestens 2 Jahren schon Zeit, sich Konzepte zu überlegen. Und die SPD will nichts aus der Hüfte schießen ? “Aus der Hüfte schießen” klingt nach Überraschung für Haertel. Wo war er die letzten 3 Jahre ?

Einen „unbefriedigenden Zustand” hat auch der Oberbürgermeister Frank Baranowski ausgemacht. Ihm fehlt die Linie und die Kernbotschaften dessen, was Gelsenkirchen nach außen wie innen im Profil sein will. Allerdings meint der OB auch: „Wenn man den Aufgabenkatalog der SMG sieht, reichen die bereitstehenden Mittel nicht aus.”

Das ist richtig. Aber das ist auch bekannt. Unbekannt ist, wie es zu einem derartigen Missverhältnis kommen kann. Unbekannt ist auch, wie dieses politisch beseitigt werden kann. Unbekannt ist ebenfalls, welche Konzepte die jeweiligen Parteien zur Beseitigung dieser Problematik anführen. Und wenn mich nicht alles täuscht, dann erarbeitet man diese Lösungen im Vorfeld einer Wahl, um sie bei der Wahl als Argument auszuspielen. Die Gelsenkirchener Politik aber verschiebt diese wirklich dringende Problematik mit einer Beliebigkeit, die aufhorchen lässt.  Und auch Baranowski, der sich bisher stets von seinen Kollegen und auch Gegenern glänzend differenzierte, verliert hier, im Einheitsbrei der Leersatzrhetorik, sein Profil. Schlimmer noch ist die Aussage von Dr. Haertel, der nichts “aus der Hüfte schießen will”. Dass wir seit Jahren keinen Weihnachstmarkt mehr haben, ist ihm als Gelsenkirchener Politiker hoffentlich schon aufgefallen.

Der heutige Bericht der WAZ liest sich wie ein Mängelbericht, der seit Jahren bekannt ist. Lösungen liegen fern und werden auf eine unbestimmte Zeit NACH der Wahl verschoben. Klartext: Keine der Parteien im Rat der Stadt hat die geringste Ahnung (oder das Interesse) das Stadtmarkting und damit das Image der Stadt zu verbessern. Und wie es scheint, sind sich in diesem Punkt sogar alle einig. Gute Nacht.

(Quelle: WAZ GE. 6.Mai)

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13 Kommentare zu “Stadtmarketing bleibt weiter Nebensache in GE.”

  1. Stefan
    6. Mai 2009 at 14:01 #

    Auch bei Euch gilt in Marketingfragen: Von Laien regiert 🙂

  2. Frank Baranowski
    6. Mai 2009 at 16:29 #

    Mit Interesse lese ich hier in diesem Blog die wiederholte Diskussion um das Stadtmarketing in Gelsenkirchen und biete dazu gern ein persönliches Gespräch an.
    Was den konktreten Anlass angeht, so handelt es sich hierbei um die Verlagerung der städtischen Öffentlichkeitsarbeit zur SMG im Jahr 2002 und die Frage, ob sich diese Veränderung bewährt hat. Jede Veränderung dieser Situation in die eine oder andere Richtung hat allerdings Auswirkungen auf realexistierende Mitarbeiter. Ich bitte schlicht um Verständnis, dass ich eine solche Diskussion nicht in der Öffentlichkeit führe, sondern zuerst mit diesen Mitarbeitern.

  3. Nicetrise
    6. Mai 2009 at 18:11 #

    Das Problem ist, dass keine der Parteien darauf eingeht. Somit bleibt eine Quittung am Wahltag aus…

  4. Nicetrise
    6. Mai 2009 at 21:19 #

    Aber Herr Baranowski,
    die SMG bestreitet mit ihrer Arbeit doch Öffentlichkeitsarbeit. Mit Dingen wie die Organisation des Weihnachtsmarktes etc. berührt es das öffentliche Leben. So sollte es auch erlaubt sein öffentlich darüber zu diskutieren. Dennis immer wieder wiederholten Vorwürfe sind ja nicht aus der Luft gegriffen. Auch die Mitarbeiter der SMG sollten bei hoffentlich nicht bestehenden Realitätsverlust die offensichtlichen Misstände erkennen und mit Konsequenzen bereits rechnen dürfen.

    Entschuldigen Sie, aber das ist zu wenig Herr Baranowski. Als OB erwarte ich, dass dort entschlossen gehandelt wird. Und das nicht erst im Wahljahr. Dennis ist kein Prophet oder Hellseher, diese Dinge sollten auch Ihnen und Ihren Parteifreunden aufgefallen sein.

  5. Frank Baranowski
    7. Mai 2009 at 08:18 #

    …wie gesagt, das Gesprächsangebot steht…

  6. Dennis
    7. Mai 2009 at 11:07 #

    Wat’ is denn hier los hömma?

    @ Nicetrise: Deinen letzten Satz versteh ich nicht.

    @ Frank Baranowski: Da komme ich sehr gern drauf zurück.

  7. Der andere Dennis
    7. Mai 2009 at 13:49 #

    Hätte bestimmt nicht geschadet die betreffende Vorlage zu lesen Dennis 😉
    Die lässt sich ganz einfach hier finden: https://pv-rat.gelsenkirchen.de/
    Sie heißt “Mitteilungsvorlage 04-09/7212” und du kriegst sie über das Recherchetool.

    Ich stimme dem OB übrigens ausnahmsweise mal zu. Jedoch denke ich das nicht nur die real existierenden Mitarbeiter da eine Rolle spielen, sondern auch die berechtigte Sorge das jemand dieses Thema kurz vor der Wahl sachfremd aufblasen und verkomplizieren könnte.
    LG Dennis

  8. Taner
    7. Mai 2009 at 15:56 #

    Ziemlich viele Dennisse hier unterwegs…dem Gelsenkirchen-Blog-Betreiber Dennis schreib ich mal ne Mail…

  9. Nicetrise
    7. Mai 2009 at 21:47 #

    Mein letzter Satz ist übrigens so zu deuten: Den Herren rund um den OB und dem OB selbst sollten die Misstände der vergangenen Monate doch aufgefallen sein. Wieso hat man so lange gewartet, bzw. wieso wartet man immer noch…

    Trotz allem finde ich es sehr lobenswert, dass sich unser OB hier Volksnah zeigt, uns ein persönliches Gespräch anbietet. Und ganz unter uns: Ich wähl bei den Kommunalwahlen SPD 😉 (Aber nur da ^^)

  10. Der Fahrer
    8. Mai 2009 at 23:50 #

    “Der andere Dennis” kotzt mich so bissl an – um mal dem Kolorit zu folgen. Als würde jeder pedantisch so’n Kram lesen! Seit wann sind Linksgrüne solche Bürokratenhengste? Meckern statt Bewegung, Nörgeln statt Inhalt?

  11. Taner
    9. Mai 2009 at 00:57 #

    Also wenn schon Kommentare, dann bitte auch auf einem anderen Niveau als “kotzt mich an”.

  12. Der Fahrer
    12. Mai 2009 at 18:50 #

    Musste nur nach dem Gedankenstrich weiterlesen, Taner. Dann hätteste die Anspielung auf’s proletarisch geprägte Lokalkolorit gesehen – und in dieser bewusst gewählten Form dann vielleicht auch verstanden.

  13. Magdalene Szodruch
    29. Juli 2009 at 15:10 #

    Ich könnt mich aufregen!

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