Schießerei in Gelsenkirchener Altstadt: Verwirrende Nachrichtenlage

Dienstagabend kam es in der Gelsenkirchener Altstadt zu einer Schießerei zwischen Kräften der Bundespolizei und einer durch die Polizei bis jetzt nicht näher definierten Tätergruppe.

Dienstagabend kam es in der Gelsenkirchener Altstadt zu einer Schießerei zwischen Kräften der Bundespolizei und einer durch die Polizei bis jetzt nicht näher definierten Tätergruppe.

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Als ich gestern gegen 22:05 Uhr ein kleines Sommerfest im Hinterhof des DGB-Hauses verließ und mich Richtung Hans-Sachs-Haus bewegte, wollte ich so recht meinen Augen nicht trauen. Der schon im Hinterhof des DGB lange zu hörende Polizeihubschrauber wurde ganz offensichtlich durch Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte am Boden ergänzt.

Die Innenstadt rund um die Munkelstraße war umstellt und mit Flatterband abgesperrt. Nervöse Polizeibeamte mit Maschinenpistolen liefen umher und weiterhin war der sehr tieffliegende Hubschrauber über dem Hans-Sachs-Haus zu hören und zu sehen. Eine gruselige Szene. Zum aller ersten Mal aber bekam ich ernsthaft Sorge, als ich einen Beamten nach der Ursache für den massiven Einsatz befragte. Ausweichend antwortete er, dass ich hier noch lange nicht durchkönne und es sehr empfehlenswert sei, den Tatort weiträumig zu meiden, da die Situation noch nicht geklärt sei. Mehr Informationen gab es –verständlicherweise- erst einmal nicht.

Widersprüchliche Berichterstattung in der Nacht.

Die Berichterstattung bzw. die Nachrichten über die Schießerei in der Altstadt wurden in der Nacht kurioserweise immer widersprüchlicher. Während die BILD zunächst von einer Schießerei zwischen Polizei und Kriminellen am Hotel St. Petrus in der Munkelstraße gegenüber dem HSH berichtete, bei der es drei Schwerstverletzte gegeben haben soll, hieß es wenige Minuten später in der Berichterstattung der WAZ, dass es keine Verletzten gegeben habe, wohl aber einen Schusswechsel.

Auch dieser Schusswechsel wurde später wieder „kassiert“, sodass das Feuer nun nur noch von den anwesenden GSG9 Kräften in Richtung der Kriminellen ausging. Inzwischen ist offiziell nicht einmal mehr klar, ob überhaupt das Spezialeinsatzkommando GSG 9 vor Ort war. Das Bundeskriminalamt bestätigt weder den Einsatz eines solchen, noch will es Auskunft darüber erteilen, wer geschossen hat.

Was ich mit eigenen Augen gesehen habe:

  • Es hat Schüsse gegeben, ein  Ford – offenbar ein Fluchtfahrzeug – stand mit Einschusslöchern gegenüber dem Arbeitsamt.
  • Es lagen Patronenhülsen auf der Straße.
  • Die GSG9 oder eine andere Spezialeinheit als das SEK der Polizei war definitiv vor Ort
  • Ein Polizeihubschrauber flog exzessive Suchrunden über dem HSH

Was das BKA gesichert mitteilt:

  • Der Großeinsatz habe keinen terroristischen Hintergrund
  • Es handelte sich um einen Zugriff auf schwerstkriminelle Einzeltäter
  • Ein Täter konnte festgenommen werden, ein anderer sei noch auf der Flucht

Es ist darüber hinaus davon auszugehen, dass unmittelbare Lebensgefahr für die Polizeikräfte oder Bevölkerung bestanden haben muss, da ansonsten der Schusswaffengebrauch durch die Einsatzkräfte zum Schutze der Bevölkerung wohl vermieden worden wäre.

Die Nachrichtenlage blieb bis zum Mittwochmittag nach wie vor unklar. Inzwischen berichten die Medien bundesweit über den Zugriffsversuch in Gelsenkirchen.

Die Polizei Gelsenkirchen äußerte sich in Form einer Pressemeldung bisher nicht.

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Ein Kommentar zu “Schießerei in Gelsenkirchener Altstadt: Verwirrende Nachrichtenlage”

  1. Konrad
    6. Juli 2016 at 14:25 #

    Dass die Polizei schießt ist in der Tat ungewöhnlich. Zwar soll es sich um einen Mörder handeln aber dennoch.

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