Prostitution im Fokus der Lehrredaktionen

Die Prostitution im Ruhrgebiet ist neben ihrer zum Teil schattenwirtschaftlichen Relevanz auch zu einem gesellschaftlich-sozialen Thema geworden. Viele Vorurteile im Dunstkreis der Kriminalität herrschen vor. Die Stadt Dortmund etwa ist der Illusion erlegen Prosititution “abzuschaffen”, indem sie den Straßenstrich an der Ravensberger Straße verbietet. Die Prostititution in Gelsenkirchen hat ebenfalls viele Kritiker, aber zum Glück kundige Entscheider auf Seiten der Stadt. Prostitution lässt sich nicht verbieten und desto mehr Öffentlichkeit und Aufklärung ihr zu Teil wird, desto niedriger wird der Einfluß krimineller Gestalten, die oft an gescheiterten Existenzen kräftig mitverdienen.

Der Öffentlichkeitsarbeit im Themenfeld der Prostitution haben sich nun offenbar die Fakultäten für Journalismus in Dortmund und Gelsenkirchen verschrieben. Ob abgesprochen oder nicht, beide Lehrredaktionen einen Film über die Prostition in den jeweiligen Städten. Buerpott, das Magazin der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, hat Antonia – eine Prostituierte aus Bismarck – interviewt. Die Gelsenkirchener Studenten schaffen es, ein authentisches, sympathisches und gleichzeitig trauriges Bild zu zeichnen. Das Video von Anne Weiser, Matthias Schwarzer und Sebastian Lange ist kurz aber gehaltvoll. Besonders aus soziologischer Sicht haben die Aussagen von Antonia besondere Relevanz.
Der Film der Gelsenkirchener Studenten findet sich hier. 

Die Dortmunder Studenten zeigen einen längeren Film. Die Intimität und Nähe zum Menschen erreichen die Dortmunder nicht, was sicherlich dem Dokumentationscharakter des Filmes geschuldet ist. Politisch bringt er sehr klar auf den Punkt, mit welcher Dummheit die Stadt hier vorgegangen ist und mit welchen Folgeproblemen Dortmund nun zu kämpfen haben wird.
Der Film der Dortmunder Studenten findet sich hier.

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