Neujahrsempfang 2016: “Eine Stadt ohne Kultur ist nicht denkbar”

Am Freitag fand der Neujahrsempfang der Stadt Gelsenkirchen statt. Wie immer in toller Atmosphäre und mit einem hochwertigen Programm.

Am Freitag fand der Neujahrsempfang der Stadt Gelsenkirchen statt. Wie immer in toller Atmosphäre und mit einem hochwertigen Programm.
-Anzeige-

Liebe Leser, beim Lesen dieser nachfolgenden Zeilen muss ich mich als in der Sache befangen outen. Ich kann nicht objektiv über den Neujahrsempfang der Stadt berichten, weil ich während des Empfangs nicht als Blogger unterwegs bin, sondern als Gelsenkirchener. Immer dann, wenn man das Foyer des Musiktheaters betritt, weiß man, die Heimat hat eingeladen. Das klingt beim Lesen bestimmt genauso dämlich, wie beim Schreiben dieser Zeilen, es trifft aber den Kern.

Bei diesem Neujahrsempfang stand die Kultur im Zentrum des Abends. Auf der Bühne diskutierten Kulturschaffende der Stadt über das Verhältnis von Stadt und Kultur. Michael Gees, der Gründer des Bismarcker Consoltheaters brachte dabei ohne Umwege auf den Punkt, was er über dieses Verhältnis zu sagen hatte. Eine Stadt ohne Kultur sei seiner Auffassung nach nicht denkbar. Die anderen Kulturschaffenden, Bridget Breiner (Ballettchefin am MiR), Florian Beisenbusch (Bang Bang Gelsen) und Marc Grandmontagne (Kulturpolitische Gesellschaft e.V.), schlossen sich der Auffassung ohne Einschränkung ein.

Ein Wunsch für Gelsenkirchen: Mehr Gastroangebote!

frank-baranowski-neujahrsempfang2016Für Gelsenkirchen wünsche man sich, auch mit Blick auf die erfolgreiche Gründung von Burgers & Beer in der Altstadt, mehr Gastroangebote wie z.B. Straßencafés. Bridget Breiner jedenfalls hätte gern ein solches Café in der Nähe ihrer Wohnung, so könne sie hervorragend einmal das Wetter genießen. Schließlich sei sie 90% der Zeit in den Katakomben des Musiktheaters beim Training.

Frank Baranowski explizierte in seiner Rede, dass auch die Wirtschaft von einer guten “Kultur” profitiere. Er verwies dabei eindrücklich darauf, dass nicht nur Zahlen, Daten und Fakten das Funktionieren der Wirtschaft bestimmten, sondern auch die gelebte Kultur. Als treffendes Beispiel fand er Vaillant. Hier wird deutlich, dass selbst bei guten Zahlen kein Verlass darauf sei, dass ein Unternehmen fortbestehe.

Neben den “Problemen” die während des Empfangs angesprochen wurden, gab es auch viel Erfreuliches zu berichten. Die Joblinge zum Beispiel präsentierten die Auszubildenen, die durch die Initiative in Arbeit gekommen sind, Frank Bürgin zeigte einige Szenen seines beeindruckenden Films Gelsenkirchen von Oben und Frank Baranowski musste unverhofft “Dächer” raten. So wurden Ihm Bilder aus extremer Vogelperspektive gezeigt und er musste raten, was man auf dem Bild sieht. Gar nicht so einfach. Gleich beim ersten Bild musste ich nämlich schon passen. Frank Baranowski nicht. Er erkannte die Bleckkirche in Bismarck auf anhieb. Und so sollte es weitergehen. Ohne einmal zu versagen, erkannte der Oberbürgermeister alle Orte aus der Vogelperspektive.  Zur Ehrenrettung meiner selbst: Alle anderen Orte konnte ich auch zuordnen 🙂

Für noch bessere Stimmung sorgte abschließend Kabarettist Max Uthoff mit Auszügen aus seinem Programm “Gegendarstellung”. Politisch gab’s dabei sowohl für CDU als auch für die SPD auf die Ohren. An den Lachern war sehr präzise zu erkennen, wo genau welche politische Gesinnung im Saal sitzt.

Ein – wie bisher immer – gelungener Abend. Der Neujahrsempfang im schönsten Opernhaus in NRW ist eine Institution auf die Gelsenkirchen stolz sein kann. Ich bin dankbar, dass ich daran teilhaben darf.

 

, , , , , ,

Bisher keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Sagen Sie Ihre Meinung! Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht.