Kommentarlos glücklich.

No Comment Mashup
– No comments Mashup –

Besucher sind da, aber die Mehrheit ist passiv. Warum das so ist, das weiß nur der Wind. Kommentare sind ein seltenes Gut. Wer die Anzahl der Kommentare mit der Qualität des Blogs oder der Publikation gleichsetzt, der irrt. Zumindest, wenn man aktuellen Studien glauben schenkt. Das Institut für theoretische Ethnologie in virtuellen Räumen (ITEVR) habe mithilfe einer statistischen Analyse herausgefunden,

[…] dass die Rezeptionsfrequenz in umgekehrt proportionalem Verhältnis zur Zahl der Leserkommentare steht (vgl.Manuel Heßling).

soll heißen:

Je weniger Kommentare zu einem Blog eingehen, desto mehr schweigende Leser findet es im Durchschnitt (vgl.ebd.).

Das kann ich nur bestätigen. Als sich Anfang Februar das schreckliche Unglück an der Schalkearena ereignete, betrachteten rund 400 unterschiedliche Besucher (Unique Visitors) an diesem und am Folgetag meinen Artikel zum Unfall. Erst in den späteren Abendstunden fand sich ein Kommentar. Und dieser wurde noch indirekt “provoziert” durch einen absichtlich fehlgeleiteten Kommentar von Bloggin.de . Gleiches gilt für meinen Artikel zum Autohaus Wulfmeier. 2300 Unique Visitors seit der Veröffentlichung und kein Kommentar.

Doch ist Gelsenkirchen Blog da nicht allein. Besonders bei der Lokalberichterstattung von DerWesten.de sieht es, zumindest im Bereich Gelsenkirchen, auch eher mau aus mit der Interaktionsfreude der Leserschaft. Auch “große Blogs” entdecken derzeit das Phänomen, dass mit steigenden Besucherzahlen ein Verfall der Kommentarfrequenz einhergeht. So lässt sich derzeit beim Spreeblick das Folgende lesen:

Etwa 0,5 bis 2 Prozent der täglichen Spreeblick-Leserinnen und Leser mischen sich an regulären Tagen aktiv in stattfindende Diskussionen ein, die überragende Mehrheit unserer Besucherinnen und Besucher liest Spreeblick also „passiv“. Solche Zahlen mögen auch mal größeren Schwankungen unterliegen und unterscheiden sich bestimmt von denen anderer Sites, dennoch werden die „stillen“ Leser wohl auch in anderen Blogs die Mehrheit bilden. Diese Erkenntnis ist m.E. enorm wichtig: „Die Kommentatoren“ sind nicht „Die Leser“, sondern ein kleiner Teil von ihnen.

So sieht das, natürlich in entsprechend kleinerem Maßstab, auch beim Gelsenkirchen Blog aus. So wie es scheint, ist die Ursache sehr viel wahrscheinlicher sozialer als technischer Natur. In jedem Falle ein interessantes Dipl. Thema für die PR Studenten der FH Gelsenkirchen oder etwa nich ?

7 Kommentare zu “Kommentarlos glücklich.”

  1. Mimi
    10. März 2008 at 20:34 #

    Hm, ok, dann man raus aus dem Passiv-Dschungel 😉 A propos, ich blicke immer neidisch rüber zu MC Winkel… Die Anzahl der Kommentare treibt einem schlichtweg die Farbe aus dem Gesicht… 😉

  2. Dennis
    10. März 2008 at 21:19 #

    Hallo liebe Mimi, da hast mir aber ganz schön den Popo gerettet mit deinem Kommentar. Was meinste, wenn zu dem Beitrag über Kommentare, kein Kommentar zum Kommentieren kommentiert worden wäre! Das wäre peinlich. Insofern herzlichen Dank für die Aufgabe des Inkognitostatus deinerseits 🙂

  3. The Doctor
    11. März 2008 at 02:21 #

    Na, dann brauche ich mich hier ja kaum noch zu verewigen, oder?

    Immerhin, so ganz inkognito verfolge ich Deinen Blog ja nicht!

    Alles was mich interessiert respektive wozu ich meine Meinung kundtun möchte und nur dann, wenn ich dazu inhaltlich auch in der Lage bin, wird auch von mir kommentiert.

    Wenn ich von einem Thema absolut keine Ahnung habe dann unterlasse ich auch das Kommentieren!
    Denn, was bringt es, sich zu Etwas zu äußern, von dem man ehh keine Ahnung hat?

    Ich gebe zu, es sind nicht immer ausgefeilte fundierte wissenschaftliche Ergüsse oder sozialkritische bzw. politisch relevante und/oder irgendwie überdachte Statements, die da meiner Tastatur entspringen, sondern eher meine subjektiven Sichtweisen, die dem Ein oder Anderen, vll. ob der Art ihrer Schreibweise, missfallen mögen, doch immerhin ist es weit mehr und weit besser, als das, was so mancher Möchtegernkommentator in anderen Blogs als Gehirnflatulenz von sich zu geben weiss…

    Daher sage ich nur:
    Auf auf Ihr anonymen Leser dieser Welt/Blogs!!!
    Schreibt fleissig Komentare und lasst uns teilhaben an eurem Wissen, Überlegungen und vor allem an Euren Gedanken und Meinungen zu allen Themen, die man in den unzähligen Blogs des WWW findet!
    Denn wo, wenn nicht in den Kommentaren zu den unterschiedlichsten Inhalten, wird Euch die Möglichkeit geboten Andere an Eurem Denken teilhaben zu lassen??

    So long…. saiz

    The Doctor

  4. Dennis
    11. März 2008 at 11:47 #

    Amen. 🙂

  5. Mimi
    11. März 2008 at 13:05 #

    @ Dennis: ja, da wäre ja mal ein Revanchieren angebracht, was ? 😉

  6. Dennis
    11. März 2008 at 20:34 #

    Aber selbstverständlich !

  7. Kai
    12. März 2008 at 20:25 #

    Ich lese täglich mehrmals hier. Aber zu allem kann ich nicht immer etwas sagen. Viele Sachen beschreibste sehr treffend, da erübrigt sich dann ein Kommentar. Ebensowenig lässt sich zu Fakten etwas sinnvolles Schreiben. Bei dem Unfall mit dem Schalker Jungen, klingt ein “Oh, das tut mir leid” mehr als dämlich. Deswegen sagt man da besser auch nichts. Bei etwas ernster gemeinten Blogangeboten, damit meine ich Weblogs, die nicht(ausschließlich) über ihr Abendessen oder ihre “Singstar”- Erfahrungen schreiben, ist die Kommentarfrequenz auch niedriger, weil etwas Sinnhaftes zu antworten mehr Arbeit ist, als ein dahinkommentiertes “COOL”. Beim Spreeblick, den du anführst, weiß ich z.B. NIE was ich kommentieren soll, obwohl ich den Spreeblick sehr schätze.

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