Eva Herman: Frauenbilder und Quotenhuren

Das Frauenbild der Eva Herman ist derzeit sicherlich vor allem in feministischen Lesezirkeln ein diskutiertes Thema. Und nicht nur dort! Auch in Kreisen der politischen Toilettentieftaucher, wird die offenbar so nationale Frau Herrmann in diesen Tagen häufiger erwähnt werden. Die deutsche Medienlandschaft jedenfalls trainiert derzeit einheitlich ihre Fähigkeit zum Mobbing. Allen voran, der mir sonst von Grund auf sympathische Kerner, veranstalte in seiner Sendung mit Eva Herman ein Schlachtfest, welches – aus meiner Sicht – primitiver nicht hätte sein können. Aus meiner Sicht vollkommen voreingenommen und vermutlich mit Bedacht von Eva Herman das zu hören, was er gerne hören mochte, lies er drei weitere Talkgäste und einen eingeladenen Professor, der – wie könnte es auch anders sein – Kerners Meinung war, auf Eva Herman los. Aus Gesichtspunkten der Fairness abartig. Aber Perversionen bringen Quote. Eva Herman am Ende der Sendung noch aus dem Studio zu schmeißen war dann der Höhepunkt der medialen Geschmacklosigkeit, zumal es keinen Anlass dazu gab. Vollkommen unabhängig von den kognitiv eher naturbelassenen Rechtfertigungsversuchen der Eva Herman, muss konstatiert werden, (und ich glaube auch nicht, dass irgendein Journalist das wirklich selbst glaubt,) dass Eva Herman nichts aber auch gar nichts mit Nazis am Hut hat. Frau Herman hätte sich nicht häufiger distanzieren können, sie hätte auch nicht häufiger versuchen können sich zu erklären. Frau Hermann ist kein Nazi und sie hat auch nicht die Absicht einer zu werden. Eine Formulierungsschwäche zu haben und ein Buch zu veröffentlichen mag zu kritisieren sein. Eine Fernsehkollegin einzuladen und sie aus meiner Sicht öffentlich zu fünft gewaltsam zu diskreditieren, ist für mich zu verachten. Kerner hat so im deutschen Fernsehen für mich nichts mehr zu suchen. Und die anderen Quotenhuren kann er gleich mitnehmen.

4 Kommentare zu “Eva Herman: Frauenbilder und Quotenhuren”

  1. The Doctor
    12. Oktober 2007 at 21:36 #

    Zunächst einmal muss ich sagen, dass der inside-blog Beitrag das bei Kerner Geschehene/Gesendete extrem gut wiedergibt und, in meinen Augen, in korrekter, keineswegs überspitzter, Form ein Bild zeichnet, welches, in Anlehnung an Deinen obigen Beitrag, meine Zustimmung findet!

    Zum Thema selbst:
    Neugierig geworden ob des ganzen Rummels der um dieses öminöse Zitat bei der Buchpräsentation gemacht wurde, habe ich vorgestern das neue Buch der Eva Herman “Das Prinzip Arche Noah” in der Leseecke unserer Gelsenkirchener Großbuchhandlung (ich nenne keine Namen… 😉 ) zu 2/3 lesen können (ohne es zu kaufen ^^), bevor mich eine entnervt guckende Verkäuferin aus dem Laden verkomplimentierte!

    Ich muss sagen, man kann ja von Frau Hermans Thesen zur Frau, zur
    Familie(-enpolitik) und Erziehung usw. usf. halten was man will, so muss ich ihr doch in dem Punkt zustimmen, dass in Deutschland eben nicht alles Gold ist, was glänzt!
    Ja Vieles im argen liegt, gerade in den oben angedeuteten Bereichen.

    Leider muss ich aber auch sagen, dass einige ihrer Theorieansätze und Thesen, die sie aufstellt, m.E., für mich als angehenden Erziehungswissenschaftler und Sozialpsychologen, ein bischen zu sehr an den Haaren herbeigezogen und recht wenig fundiert klingen, egal welche Forschungsergebnisse sie da zu Rate gezogen haben will…
    Über Sinn und Zweck bzw. Glaubwürdigkeit besagter Forschungen resp. deren Ergebnissen ließe sich jetzt kräftig streiten, soll aber an dieser Stelle einfach mal nicht so sehr ins Gweicht fallen.

    Ehrlicherweise muss ich ihr (Herman) aber zustimmen, dass, zumindest in den von mir gelesenen Kapiteln des Buches, zu keinem Zeitpunkt und in keinster Weise irgendwelche pro-nationalsozialistischen Anspielungen, Äußerungen o.ä. Inhalte zum tragen kommen!
    Lediglich, wenn es um die nähere Erläuterung versch. Sachverhalte geht, werden geschichtliche und damit auch relevante Tatsachen/Fakten in den Kontext der Erläuterung mit einbezogen.
    Desweiteren konnte ich, in den von ihr benutzten geschichtlichen Kontexten, keinerlei unsachgemäße Verwendung historischer Fakten, oder in irgendeiner Weise missbräuchlich genutzte Tatsachen, feststellen.

    Was nun den Stein des Anstosses angeht, so möchte ich an dieser Stelle einfach mal per URL auf die von Eva Hermann verfasste Darstellung

    http://www.eva-herman.de/mediendarstellung/medien_darstellung_2.html

    aufmerksam machen, die meiner Meinung nach nicht nur schlüssig, sondern auch weitaus plausibler klingt, als alles, was ich zu diesem Thema bisher in Zeitungen, Zeitschriften, Nachrichten und sonstigen Talkshows zu lesen bzw. hören bekommen habe!

    Mein Fazit also:
    Das ganze Thema zeigt mal wieder überdeutlich, was es heißt, aus einer kleinen Mücke einen riesen Medienelefanten zu machen…..

    So long….

    The Doctor

    P.S.
    @Dennis:
    Wäre nett, wenn Du die URL verlinken könntest!

  2. Dennis
    13. Oktober 2007 at 10:46 #

    Hallo Patrick, danke für die ausführliche Meinung und den Link. Habe ich natürlich oben im Beitrag verlinkt.

  3. Sven
    14. Oktober 2007 at 13:38 #

    Ich habs mir online angesehen! Bin mir nicht sicher, ob das nicht sogar abgesprochen sein könnte. Ich meine, Herman ist ein Fernsehprofi wie Kerner selbst. Sie hätte sich doch an fünf Fingern abzählen können, was passieren wird mit Senta und Steuerfreundin Frau S. Mario Barth will ich mal nicht mitzählen. Ich hab das Gefühl der hat auch nicht viel davon verstanden.

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