Einer Großstadt unwürdig…

Einer Großstadt unwürdig...

Schnee überfordert die Stadt zunehmend

…war die heutige Hauptstraßensituation in Gelsenkirchen.

Die Kritik an den Gelsendiensten ist häufig pauschal und z.T. ungerechtfertigt. Es ist gelinde gesagt eine Frechheit zu behaupten, dass die Gelsendienste überhaupt gar nicht im Einsatz sind. Auch, dass die ein oder andere Nebenstraße noch von Schnee bedenkt ist, lässt sich aus Kapazitätsgründen in einer Großstadt wie Gelsenkirchen sicherlich nicht vermeiden. Dass die Räumdienste zusätzlich Prioritäten setzen, ist ebenfalls (selbst)verständlich.

Die Situation, 10 Stunden nach dem letzten Schneefall, ist am heutigen Sonntag aber durchaus als einer Großstadt unwürdig zu bezeichen.
Wenn man von einer kaum als solche zu erkennenden Autobahnabfahrt über eine Fußgängerampel in die Grothusstraße herein rutscht und beim Abbiegen mit 5 km/h(!) in die Lockhofstraße quersteht, dann muss irgendwas was falsch laufen im Prioritätensystem der Gelsendienste. Die Grothusstraße würde ich nämlich als eine wichtige Hauptstraße bezeichnen. Genauso wie die Reckfeldstraße, die heute Mittag um 12.30 Uhr nur sehr sehr vorsichtig zu befahren war und vorhin um 16.30 Uhr regelrecht zur Rutschpartie anvancierte. Auf der Bickernstraße hat sich eine Fahrspur aus Schneematsch gebildet, von der Straße selbst ist nichts mehr zu sehen.

Dies mag verständlich sein bei unwetterartigem Schneetreiben, 10 Stunden nach dem letzten Schneefall ist es das sicherlich nicht. Grundsätzlich erinnert die Situation an die Bahnhofstraße am letzten verkaufsoffenen Sonntag in Gelsenkirchen (20.Dez.). Die Bahnhofstraße war voll mit Schneematsch, der beim Einkaufen störte, aber man sah, dass die Gelsendienste (?) ihn wohl irgendwann einmal halbherzig bei Seite geräumt hatten.

So ähnlich sehen die genannten Hauptstraßen in Gelsenkirchen aus. Man sieht, dass wer da war, so richtig genutzt hat es aber wohl nichts. In Marl etwa waren die Hauptstraßen heute Morgen um 11 Uhr  nur noch nass, sodass man ungehindert (aber nach wie vor vorsichtig) fahren konnte. 

Die Gelsendienste, die gern auch mal darauf hinweisen, dass man den Knallerdreck in der Silvesternacht selbst wieder mitnimmt (was selbstverständlich ist), geben sich in der WAZ “überrascht” vom Neuschnee in der Nacht.

Eine Doppelschicht bescherte der Schnee den Gelsendiensten. Ab 20 Uhr Samstagabend rückten die Streukolonnen aus. „Und als wir morgens gegen 5 Uhr durch waren, konnten wir gleich wieder von vorne anfangen”, hieß es aus der „Winterzentrale” an der Adenauerallee. Denn ab drei Uhr nachts fielen die richtig dicken Flocken und häuften sich zu der mehr als zehn Zentimeter dicken Schneedecke, die am Sonntag durch den ausbleibenden Berufsverkehr oft fast unberührt auf den Straßen liegen blieb ( vgl. DerWesten.de ).

Dass der ein oder andere Bürger den Silvesterdreck anstelle der Gelsendienste entfernt, mag funktionieren. Dass Frau Holle den Schnee bei Seite räumt, ist leider eher unwahrscheinlich.

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  1. Ruhrpilot » ruhrbarone - 4. Januar 2010

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