Ein schwarzer Tag für Deutschland.

Der heutige Wahlsonntag ist ein schwarzer Tag für Deutschland. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Deutschland – das war vorher klar -wird die Krise im Nachgang der Wahl zu spüren bekommen und damit es auch besonders weh tut, haben die Wählerinnen und Wähler schon jetzt einmal das Kapital gestärkt, statt den Arbeitnehmer. Für mich bedeutet der Ausgang der Wahl zunächst die soziale Spaltung der Bundesrepublik. Arm und Reich werden sich im Deutschland der nahen Zukunft noch schärfer gegenüber stehen. Die Bildungsfernen bleiben bildungsfern und die Schlauen promovieren oder kaufen sich  absolvieren einen MBA.  Die deutschen Wähler haben gezeigt, dass sie keinen Zusammenhang herstellen können zwischen Kapital und Bankenkrise und den von ihnen gewählten Parteien wie CDU und FDP. Die Koalition von CDU und FDP wird der deutschen Bildungspolitik nun gänzlich den Rest geben. Die Wahl des richtigen Studienfachs wir den beati possidentes, den glücklich Besitzenden, vorbehalten bleiben, weil es schon bald unbezahlbar werden wird. Studiengebühren sind das Unsozialste, was die Bildungspolitik hervorbringen hätte können. Deutschland hat sie bestätigt.  Und all das nur, weil eine SPD im Verlaufe der letzten vier Jahre versucht hat, CDU zu spielen und dabei keine Scheu hatte, affige Gesetze mitzutragen, die Jungwähler in die Arme der Piraten vertrieb. Das Programm der SPD war gut, nur die Glaubwürdigkeit ist zerstört. Zum Teil zu Recht zum Teil zu Unrecht. Eine Partei, die in der “Kinderpornozugangserschwerungsgesetz”- Debatte ihre eigenen Experten übergeht, 140.000 Petitionstimmen ignoriert und sich auch sonst nur wenig von den entscheidenen Positionen der CDU unterscheidet,  muss sich nicht wundern, wenn die Wähler doch eher das Original wählen als die Kopie. Steinmeier trägt keine Schuld und Müntes Freundin schon gar nicht. Das Problem war die bedingunslose Machtgeilheit und das Vergessen der eigenen Wurzeln. In diesem Sinne kommt Arbeit auf die SPD zu. Viel Arbeit. 

Weniger Arbeit könnte schon bald auf die Solarmodulhersteller zukommen. Erneuerbare Energien verkommen nun zur teueren Alternative zum billigen Atomstrom. Schwarz – Gelb zerstört mit ihrer perversen Argumentation die jahrzehntelangen Bemühungen von Naturschutzorganisationen, Greenpeace und Bündnisgrünen. Wer kümmert sich um die Umwelt wenn der Preis stimmt. Und den Satz “Ihre Armut kotzt mich an”, den werden Sie jetzt noch häufiger zu hören bekommen, liebe Leser.

Deutschland brennt.   

5 Kommentare zu “Ein schwarzer Tag für Deutschland.”

  1. Stefan
    28. September 2009 at 08:28 #

    Hallo Dennis,

    dass du hier ein so düsteres Szenario malst, finde ich schon eigenartig.
    Ich bin mit der Wahl durchaus zufrieden, obwohl ich der FDP noch drei bis vier Prozentpunkte mehr gewünscht hätte.

    Die SPD ist selbst Schuld an diesem Dilemma. Die Menschen vergessen nicht!
    Die Hartzpapiere, von Steinmeier (mit)Entworfen, das Ausbluten lassen der Mittelschicht, und die – sagen wir mal so – Profillosigkeit des Kanzler Kandidaten haben, denk ich, ordentlich dazu beigetragen.

    Für mich gilt erstmal Glückwunsch an Herrn Westerwelle.
    Er hat das Recht und vor allem die Verpflichtung die Geschicke dieses Landes für die nächsten vier Jahre mitzutragen.

  2. Magdalene Szodruch
    28. September 2009 at 11:07 #

    Müntefering zurückkehren zu lassen nach dem Tod seiner Frau hielt ich von Anfang an für unklug.Er wirkte machtgeil auf mich, nach dem Motto, dne werde ich mal zeigen, wo es langgeht. Schade. Sehr schade. Steinmeyer kam schlecht gegen ihn an, obwohl er sehr sympathisch wirkt und das bessere knowhow in Sachen Auslandserfahrung hat. Lag es daran, dass die anderen SPDler kein Rückgrat hatten, um Steinmeyer zu stärken und Münte in seine Schranken zu weisen?

  3. Dennis
    28. September 2009 at 12:29 #

    @Stefan: Vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung völlig falsch. Das war jedenfalls das erste Gefühl direkt nach Bekanntgabe der Ergebnisse. Immerhin hat Deutschland jetzt eine ideologisch eindeutige Regierung. Das die SPD ein Dilemma nach dem nächsten produziert hat, da stimme ich voll zu. Westerwellchen mag ich nicht. Merkel ist mir ganz symphatisch. Inhaltlich vertreten beide ein für mich fremdes Weltbild. Mal sehen, was sie aus dieser Chance machen. Und vor allem mal sehen,was die Sozialdemokratie aus dieser Situation für eine Lehre zieht. Was ich rein sozialpsychologisch nicht verstehe, ist die Frage nach der Rationalität. Wie kann man in einer Kapitalkrise auf der Seite des Kapitals stehen? Das leuchtet mir nicht ein. Aber ich lasse mich auch gern von der CDU/ FDP überraschen. Ich bin da ganz offen, obgleich ich nicht an Wunder glaube 🙂

  4. Matthes
    28. September 2009 at 23:52 #

    Ich frage mich ob Stefan nachdem er sich den folgenden Link durch gelesen hat auch noch dem Herrn Westerwelle gratulieren möchte. Wie kann ein möglicher zukünftiger Aussenminster solche Äusserungen tätigen. In vielen mittelständigen Betrieben wird eine gute Englischkenntnis erwartet.Die Frage eines auswärtigen Reporter mit den Worten ” Wir sind hier in Deutschland” abzuwehren verstimmt mich schon.

    http://bundestagswahl.t-online.de/westerwelle-erlaubt-bbc-reporter-keine-frage-auf-englisch/id_20094148/index

  5. Stefan
    29. September 2009 at 15:04 #

    @Matthes:
    Ich hab es eben gelesen.
    Naja, alles halb so schlimm, er wird in die Rolle noch reinwachsen, bzw. hoff ich, dass er an seiner Aufgabe wachsen wird.

    Das Volk hat ihn gewählt, und nun sollte er auch erstmal die Chance bekommen sich zu beweisen.
    Ob er als Aussenminister der Richtige ist -nunja, seine Stärken liegen eher in der Innenpolitik, aber was heisst das schon.

    Ich schaue auf jeden Fall zuversichtlich in die Zukunft!

    Gruß

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