Ein erster Wink mit dem Rückschlag.

Nun ist es raus: Dortmund erhält das unter Fußballfans heiß begehrte Fußballmuseum, das sich in Gelsenkirchen doch bestimmt auch so schön gemacht hätte. Und heute ist ein Tag, an dem ich nicht gern mit Frank Baranowski getauscht hätte, auch wenn es Wichtigeres für Gelsenkirchen gibt als ein Fußballmuseum oder Schlimmeres als den “Verlust” eines solchen. Arbeit war die Bewerbung und die Vorbereitung. Arbeit seit 2005. Gelsenkirchen war nah dran, aber zum Sieg hat es nicht gereicht. Es wundert geradezu, dass noch niemand die Schuldfrage geklärt wissen wollte, obgleich sich Hampe – der Wirtschaftsdezernent – vorbeugend schon einmal rechtfertigt:

“Die Entscheidung für Dortmund ist eine rein sportpolitische Entscheidung und hat nichts mit der Qualität des Standorts und der Bewerbung zu tun” (vgl. Der Westen).

Das will niemand wissen, obgleich ich die Antwort auf die ungestellte Frage unangemessen bis unmöglich finde. Schließlich weiß nur Hampe und vielleicht einige wenige mehr um die Qualität unseres Standortes. Das Stadtmarketing, dessen Aufsichtsratvorsitzender Hampe ist, hat seit einer gefühlten Ewigkeit so seine lieben Probleme, die “Qualität des Standorts” zu kommunizieren. Das ist bekannt. Gelsenkirchen hat von allen Ruhrgebietsstädten das schlechteste Image, zumindest wird dieses medial so suggeriert. Hampes Rechtfertigung mag vielleicht zutreffen, aber vielleicht findet die Mehrheit der DFB Funktionäre Gelsenkirchen einfach nur ungeeignet, unprofessionell und unhaltbar. Sicherlich wäre auch eine solche Auffassung unserer Stadt gegenüber unhaltbar, aber Gelsenkirchen muss sich eingestehen, dass es die Funktionäre nicht überzeugen konnte.

Gelsenkirchen hätte die beste Bewerbung der Welt und den gloreichsten Standort des Ruhrgebietes anbieten können, was letztlich zählt ist das Image einer ganzen Stadt. Und diesen Wettbewerb hatte das Herz im Revier voll Kraft und Zauber gegen Dortmund schon verloren, bevor der eigentliche Wettbewerb überhaupt begann. Diese Niederlage ist, wie Frank Baranowski es auch anmerkte, eigentlich keine Niederlage, weil es ein Zugewinn für das Ruhrgebiet ist. Damit hat er Recht. Dennoch ist diese Niederlage ein Wink. Ein Wink mit dem Rückschlag, der Gelsenkirchen – auch bei noch so großer Anstrengung – immer wieder einholen wird, solange es weiterhin auf die nachhaltige Förderung eines positiven Images verzichtet und wie Hampe Niederlagen externen (z.B. sportpolitischen) Ursachen zuschreibt.

4 Kommentare zu “Ein erster Wink mit dem Rückschlag.”

  1. Stefan
    25. April 2009 at 09:08 #

    Das Image hat sicher eine Rolle gespielt, aber ein Standort in der Innenstadt wie Dortmund ihn hat ist einfach besser. Wir sollten uns freuen, dass das Museum ins Ruhrgebiet gekommen ist.

  2. Kai
    25. April 2009 at 10:08 #

    Ich denke touristisch wäre Gelsenkirchen besser für das Museum gewesen. Auch der Standort, den Gelsenkirchen zur Verfügung stellen wollte, war erste Sahne.Vielleicht war es auch einfach nur Pech,es war ja durchaus knapp.

  3. Dennis
    25. April 2009 at 18:44 #

    @Kai: Ich seh das auch so. Zusammen mit der Zoom Erlebniswelt wäre das schon ein Anreiz gewesen auch längere Touren nach Gelsenkirchen in Kauf zu nehmen. Und zum Thema Pech: Natürlich war auch eine Menge Pech dabei. Die Schuldfrage, die ich im Beitrag angedeutet habe, stellt sich erst gar nicht.

  4. Nicetrise
    27. April 2009 at 06:31 #

    Denke mal die Verantwortlichen vom DfB haben sich gedacht: Die haben eh schon das beliebteste und schönste Fussballmuseum, jetzt mal Mitleid mit den Lüdenscheidern.

    🙂 (Schalke-Vereinsmuseum … :P)

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