Dr.strg-c Guttenberg

Nein, ich gebe es ja zu: Der Titel zu diesem Blogeintrag stammt nicht aus meiner Feder. Ich habe ihn bei Twitter gelesen und für lustig befunden. Und weil er nun hier, oberhalb meines Namens steht, weise ich darauf hin, dass er nicht von mir ist. Sich mit fremden Federn zu schmücken ist schließlich erbärmlich. Dass sich nun aber gerade Journalisten über die Praxis des Abschreibens aufregen, ist doch verwunderlich. Es gibt auf diesem Planeten – nimmt man die Chefsekretärin mal aus der Betrachtung – kaum eine Berufsgruppe, der man das Abschreiben häufiger unterstellt als den Journalisten.

Der akademische Grad ist Teil des Namens und damit Teil der eigenen Identität.

Dennoch ist die Aufregung zu verstehen. Guttenbergs Identität scheint substanziell zu schwinden. Johnny von Spreeblick bringt die Ereignisse der letzten Tage um Guttenberg folgendermaßen auf den Punkt:

“Ich habe die Schnauze voll von Blendern.
Ich habe genug von der Generation Guttenberg.”

Neben seiner Doktorwürde stand bereits vor einiger Zeit seine Kompetenz als Wirtschaftsminister in Frage. Guttenbergs Engagement im Familienbetrieb, das Zeugnis seiner betriebswirtschaftlichen Kompetenz sein sollte, entpuppte sich Medienberichten zu Folge als familiäre Vermögensverwaltung, was nur mit viel Liebe als (frei-) wirtschaftliche Tätigkeit zu betrachten ist. Wie dem auch sei: Guttenberg bringt zu diesem Zeitpunkt eben alle anderen Attribute mit, die für einen telegenen und publikumswirksamen CSU-Politiker von Bedeutung sind. Einen deutschen Adelstitel, die “summa cum laude” Doktorwürde, eine noch telegenere Gattin und ein staatsmännisches Auftreten.

Jetzt allerdings beginnt Guttenberg selbst seine Identiät zu zefleddern. Er weißt darauf hin, dass ein mögliches wissenschaftliches Fehlversagen in keinem Zusammenhang mit seinem politischen Amt stehe. Guttenberg vergisst dabei, dass er seinen akademischen Grad aber eben auch in seinem Amt als Minister der Verteidigung führt. Und wer will schon einen Minister der bescheisst?  der beim Bescheissen erwischt wird? Niemand. Ob es sich bei seiner Doktorarbeit nun um ein Plagiat handelt oder nicht, lässt sich wohl nur mengenmäßig beurteilen. Und das, was die Onlinegemeinde da zusammenträgt, sieht nicht gut aus.

(Screenshot: GuttenPlag Wiki)

Zumindest nicht für unseren Freiherren von und zu Guttenberg. Wobei mir einfällt: Adelstitel kann man doch auch kaufen, oder?

3 Kommentare zu “Dr.strg-c Guttenberg”

  1. Andre
    21. Februar 2011 at 15:46 #

    Mal ein paar Daten, zu Herr Guttenberg. Er hat offensichtlich am “Young Leaders” Programm des “American Council on Germany” teilgenommen, dessen Board of Directors unter anderem Henry Kissinger angehört. Im zarten alter von 31 Jahren wurde er bereits in den geheim tagenden und äußerst mächtigen Auswärtigen Ausschuss des Bundestages berufen. Dort wimmelt es von Mitgliedern des CRF-Ablegers DGAP, der auch Guttenberg angehört. Über diesen Ausschuss können Rockefeller und Co. direkt in die Außenpolitik Deutschlands eingreifen. Guttenberg ist außerdem wie Ex- Maoist und Ex-Grünen-Chef Reinhard Bütikofer im Führungsgremium des Aspen-Institutes und Mitglied der Atlantik-Brücke, die von dem Bankier Eric M. Warburg 1952 ins Leben gerufen wurde. Der Vorsitzende der Atlantik-Brücke von 2000 bis 2005, Backpulver- Milliardär Arend Oeker, äußerte Erhellendes in der Berliner Zeitung am 17. April 2004 : “Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.” Da dachte ich doch glatt die USA würde vom Präsidenten oder vom Kongress regiert. So kann man sich Täuschen. Also legt euch nicht mit der Atlantik-Brücke, oder den DAGB an. Wenn man nicht so will wie sie wollen, holt man halt den Müll aus dem Keller. Und ich vermute einfach, das Herr zu Guttenberg nicht so wollte wie es seine Chefs ihm befohlen haben. Und diese Leute wollen sicherlich nichts gutes, ein Henry Kissinger, der in vielen Länder wegen Kriegsverbrechen gesucht wird kann nichts gutes wollen. gruß Andre

  2. Katsugo
    26. Februar 2011 at 11:29 #

    Ui, jetzt wird’s aber verschwörend… 😀

    Woher genau hat der gute Herr Oeker [sic] denn seine erhellenden Informationen?
    Und welche 200 Familien sind das? Warscheinlich die Joooden. So schließt sich der Kreis.

  3. Zum Rücktritt wird ge
    1. März 2011 at 18:09 #

    Es ist vorbei – bye bye Guttenberg…. *sing*

    😀

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