Die unantastbare Meinung der Jennifer M.

Japanisches Posernetzwerk

Sie ist jung, schön und schlau und findet Studiengebühren blöd. Und sie wirbt mit ihrem Gesicht für die SPD. Gegen Studiengebühren. Denn die SPD vertritt die zutreffende Auffassung, dass Bildung niemals vom Geldbeutel der Eltern abhängen darf. Und genau das steht auch auf den Plakaten auf denen die schöne Jennifer zu sehen ist. Was auf den Plakaten nicht steht ist, dass die schöne Jennifer bereits studiert.  Und zwar an einer Düsseldorfer Business School. Für rund 600 Tacken. Und das nicht pro Semester, sondern pro Monat. Nun sei es ihr, dass muss man wirklich sagen, gegönnt, dass sie an einer derartig exklusiven Universität studieren kann und darf. Und wir alle hoffen, dass sie das Beste für sich dabei herausholt. Ich persönlich glaube ihr ebenfalls, dass sie sich politisch und auch privat gegen Studiengebühren ausspricht. Dem Plakat hingegen glaube ich nicht. Das Plakat wird mit dem zuvor präsentierten Hintergrundwissen zur Text-Bild Schere, die geradezu einen zynischen und verhöhnenden Impetus entwickelt. Es ist eine Kommunikationskatastrophe aller erster Güte. Die Kernaussage ist mangelhaft (inhaltlich, nicht optisch) personifiziert und damit unglaubwürdig. Bezeichnend, wie unvorsichtig mit der Glaubwürdigkeit einer ganzen Partei umgegangen wird. In einer Partei, die auf Landesebene gegen gestandene und preisgekrönte Journalisten vorgeht, weil sie Veränderungen in Lebensläufen konstatieren und in einer Partei, in der Bundestagsabgeordnete symbolpolitische Erschwerungsgesetze durchwinken, weil sie nicht wissen, was das bedeutet, hätte man damit rechnen können, dass die unantastbare Meinung der Jenniver M. zum Torpedo gegen die  eigenen Kommunikationsbemühungen avanciert. Das Auffliegen war schließlich nicht schwierig. Jennifer M. findet sich nämlich repräsentativ im japanischen Posernetzwerk. Schade das Harald Junke schon tot ist, zu gern hätte ich mit ihm eine Kampagne für alkoholfreies Bier gemacht (wobei das vielleicht sogar funktioniert hätte).

14 Kommentare zu “Die unantastbare Meinung der Jennifer M.”

  1. Martin
    27. August 2009 at 22:42 #

    “Schön”? Wo??? O_o

  2. Taner
    28. August 2009 at 06:56 #

    Ich verstehe absolut nicht, was das Problem ist. Jennifer studiert an einer privaten Universität, ja, aber sie studiert da nicht, weil sie auf Exklusives steht, sondern weil ihr Studiengang an einer staatlichen Universität einfach nicht angeboten wird. Seit wann darf eine engagierte, junge Sozialdemokratin nicht mehr das studieren, was sie will, nur weil es das an einer staatlichen Uni nicht angeboten wird? Nachdem Jennifer erwachsen war, jobbte sie in einem Fußballstadium zuerst als Kellnerin, danach absolvierte sie ein Praktikum als studentische Hilfskraft eines Bundestagsabgeordneten. Ihr Studium finanziert sie selber. Und gerade deshalb weiß sie, wie schwierig es für manche Menschen ist, Studiengebühren zu bezahlen – sie weiß auch, manche schaffen das gar nicht. Ich finde, gerade deshalb ist sie glaubwürdig: Niemand ist prädestinierter, über Studiengebühren zu urteilen, als jemand, der sie selbst zu tragen hat.

  3. Der andere Dennis
    28. August 2009 at 10:50 #

    Und wenn sie eine Trümmerfrau wäre… Dennis hat doch ziemlich präzise beschrieben was er kritisiert. Wo liegt hier das Verständnisproblem?

  4. Stefan
    28. August 2009 at 11:07 #

    @Taner Sehe ich anders als Du. Aber selbst wenn ich mich mal auf Deine Argumentation einlasse:
    An Jennifers privater Uni reden wir von 590 Euro im Monat … macht gut 7.000 Euro im Jahr.
    An einigen staatlichen Unis in NRW sind es 500 Euro pro Semester. Macht 1.000 Euro im Jahr.
    Da reichen deutlich weniger Stunden als Kellnerin oder studentische Hilfskraft

  5. Dennis
    28. August 2009 at 12:02 #

    @ Taner: Ich fände es anmaßend darüber zu urteilen, was das Mädchen für ihre Ausbildung und Karriere an Kosten und Mühen auf sich nimmt. Was sie auch tut und was immer es kostet, es steht ihr zu und daran gibt es nichts zu kritisieren. Wenn sie es selbst finanziert, umso lobenswerter.

    Sie darf dann nur nicht erwarten, dass man es ihr abnimmt, gegen Studiengebühren zu sein, wenn sie vielleicht mehr als das 12fache für private Studiengebühren aufbringt. Es ist ein Kommunikationsgau, der noch schlimmer wird, wenn man versucht ihn schön zu reden. Darüber hinaus hat der Monatsbeitrag wenig mit Studiengebühren zu tun, der Löwenanteil ist eine Investition ins eigene Sozialprestige. Wenn ich dann von der Laterne oder Plakatwand lächele und dafür sorge, das auch das Proletariat die eigene Unilaufbahn finanzieren kann, dann wird das symbolisch schnell zynisch, auch wenn es so von Jennifer weder privat noch politisch so gemeint ist. Das Problem ist allerdings ein kommunikationstheoretisches, kein politisches.

  6. Blu
    28. August 2009 at 14:10 #

    Hallo,

    also ich kenne besagte Dame nur vom Hören-Sehen aus meiner Schulzeit, habe aber Kontakt zu ehemaligen Mitschülern aus ihrer Stufe und die sagten mir, dass sie das Geld nicht selbst erarbeite, sondern die Eltern dafür aufkämen.

    Egal was nun der Realität entspricht, Fakt ist, die Aussage ist höchst unglücklich gewählt! Sie soll sagen: “Ich bin gegen Studiengebühren” und gleicht im Zusammenhang mit diesem “Model” einer Farce! Sehr schade, denn die Kernaussage finde ich wirklich unterstützenswert!

    Dank Studiengebühren häufe ich also während des Studiums eine beachtliche Schuldensumme auf, oder aber habe weniger Zeit zum Lernen, da ich arbeiten gehen muss. Beides kein Optimum…

  7. Taner
    28. August 2009 at 15:34 #

    Ich wiederhole es gerne noch einmal: Bei aller Diskussion um ihre Gebühren, die sie angeblich freiwillig dazu zahlt – Jennifer’s Wunsch-Studiengang wird eben nicht an einer staatl. Universität angeboten, insofern hatte sie gar keine andere Wahl.

  8. Der andere Dennis
    28. August 2009 at 15:41 #

    Ja. Gegen die Jennifer sagt ja keiner was Taner. Wenn auch vielleicht gegen die Mär sie latze knapp 600 Tacken im Monat selbst.
    Es geht darum das sie als Werbeträgerin nach Dennis Ansicht ungeeignet ist und ich neige da ihm zuzustimmen. Und das zieht sich wie ein roter Faden durch den roten Wahlkampf.

  9. Sonntag
    29. August 2009 at 12:01 #

    Die sache ist die, die liebe Jenni ist doch nicht so schlau wie wir alle denken, weil fürs Abi hats nicht gereicht. Aber wenn man was bei der SPD werden will, und man reiche Eltern hat, dann muss man auf ner Privat Uni, da zahlt man da so ca. 25.000€ und bekommt sein bachelor. Was man studiert ist eigentlich egal…. hauptsache irgendwas tolles, und Tourismus & Event Management hört sich ganz toll an, grade wenn es von einer Düsseldorfer Privat Uni kommt. Wenn man jetzt was in der SPD wird, dann kann man ja die Steuern fürs reisen erhöhen, oder die nächste Wirtschaftskriese schickt man in die Karibik oder sonst wo hin. So toll ist das Studium dann doch nicht. Aber es stimmt es gibt nur zwei Privat Unis in DE die es anbieten, aber in Holland kann man es an staatlichen Unis lernen, eine alte Schulfreundin aus Abiturzeiten hat es so gemacht.

    Zu Taner, hör doch mit deinen kommentaren auf, bestimmt bezahlen die Eltern von Jenni dafür das du es schreibs, oder es ist jenni selber….

  10. Dennis
    29. August 2009 at 13:12 #

    @Sonntag Das ist das äußerste Maß an Dreistigkeit, das ich hier dulde. Ob Sie ein Abi hat oder nicht, geht die Öffentlichkeit nichts an. Bitte äußere AUSSCHLIEßLICH sachbezogene Kritik. Und die bezieht sich hier auf Jennifer als Model für eine politische Aussage. Es geht hier in keinster Weise um ihre Kompetenzen. Und den Taner gibts wirklich. Glaube ich jedenfalls 🙂

  11. Patti
    29. August 2009 at 15:46 #

    im Teaserbild kann man den kompletten Namen des Mädchens lesen.
    glaub nicht, dass das gewollt ist

  12. Taner
    30. August 2009 at 03:29 #

    @Dennis – wenn ich mich am Sonntag als durchaus hübsche Blondine entpuppen sollte, wirst du bestimmt auch nicht traurig sein, oder? Allerdings würde mich selber eine Geschlechtsumwandlung in kürzester Zeit überraschen.
    @Sonntag, man kann natürlich direkt alles schlechtreden und das am Besten noch mit “Alle Politiker sind Schwätzer” verknüpfen, das sind diejenigen, die ich am meisten mag. Mal selber anpacken und nicht nur meckern!

    Mich findest du auch hier: http://www.jusos-ge.de/portal/index.php?option=com_content&task=view&id=58&Itemid=37

  13. Maik Gorski
    30. August 2009 at 11:55 #

    @ Taner, wenn du es schaffst dann wie folgt auszusehen, LAUF LAUF so schnell du kannst !!! 🙂



  14. Dennis
    30. August 2009 at 16:16 #

    lol, wie haste denn das vid in die Kommentare bekommen ?

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