Die Leiden des alten Wolfgang S.

Philippe Ariès, ein französischer Historiker, behauptete einst, wer gebildet sei, der könne kein Schwein sein. Mit Blick auf die Gegenwartsgesellschaft ist allerdings unklar, ob Ariès dies im Sinne einer empirischen Evidenz formulierte oder doch eher im Sinne eines moralischen Anspruchs.

Was Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der in der Netzwelt für viele Kritiker auch als Stasiminister 2.0 Karriere gemacht hat, bei der Pressekonferenz des Finanzministeriums am Donnerstag als Verhalten an den Tag legte, war mehr als seinem Amt unangemessen. Unsozial, ja vielleicht ist sogar assozial das richtige Wort für ein derart anmaßendes Verhalten seiner Mitarbeiter gegenüber. Andere erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen, liefert nicht nur aus PR Sicht schlechte Bilder.

Allgemein bekannt ist, dass Schäuble immer wieder in die Klinik muss, um sich für sein Amt gesund pflegen zu lassen. Da für einen Benimmkurs dann wohl kaum noch Zeit zur Verfügung steht und der erwartbare Erfolg wohl in keinem Verhältnis zum Aufwand stünde, wäre es wünschenswert, dass er doch Platz für einen neuen und vor allem sozialkompetenten Minister macht. Dann hört das mit dem Fremdschämen auch auf. Sowas hat Deutschland echt nicht verdient.

Ein Kommentar zu “Die Leiden des alten Wolfgang S.”

  1. Tschoepe
    18. November 2010 at 23:05 #

    Der 12. Oktober 1990…
    Mit etwas mehr Glück hätte diesem Land an diesem Tag einiges erspart bleiben können.

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