Die hässliche Fratze des S04

Rudi Assauer ist in Gelsenkirchen gedanklich untrennbar mit “seinem” Verein, dem Traditionsverein Schalke 04 verbunden.

Rudi Assauer ist in Gelsenkirchen gedanklich untrennbar mit "seinem" Verein, dem Traditionsverein Schalke 04 verbunden.

Doch im Wandel der Zeit verliert der Verein mehr und mehr sein Gespür für Tradition und Herkunft. Allein der Hauptsponsor könnte dem einen oder anderen  politisch und sozial gebildeten Menschen einen Kotzreiz die Speiseröhre hochtreiben. Das unsägliche Managementgebahren der Führungsriege tut ihr übriges. Nun entzieht die S04-Führung DER Fußballikone des Ruhrgebiets und dem Inbegriff der “Einer von Uns”-Mentalität, Rudi Assauer, seine zwei verbliebenen Ehrenkarten mitsamt seiner Parkberechtigung.

“Vor rund zwei Wochen flatterte dem einstigen Schalke-Manager Post seines Ex-Vereins ins Haus. Man teilte ihm förmlich mit, dass man seine beiden „LaOla”-Ehrenkarten sowie seine Parkplatzberechtigung mit Wirkung zur neuen Saison gestrichen habe. Hintergrund: Im Mai diesen Jahres endete wohl die letzte vertragliche Verpflichtung zwischen Assauer und den „Knappen”, die es nun bei der Ehrenkarten-Vergabe offensichtlich ganz knapp halten” (DerWesten.de, 19.8.09).

Diese Geste des S04 kommt einem hässlichen Nachtreten in Richtung Assauer gleich, aus welchen Gründen auch immer. Stil- und traditionsloser lässt  sich das eigene Armutszeugnis schon kaum noch unterschreiben. Das Management ist auf dem Weg auch die letzten Sympathiepunkte zu verspielen. Vielmehr noch: Der Mythos von Schalke als Volksverein mit Tradition nimmt kontinuierlich Schaden. Er wird, so hat es den Anschein, geradezu forciert. Bayern München hegt und pflegt die Beziehung zu seinen Ikonen. Bayern ohne Beckernbauer ist undenkbar. In Gelsenkirchen setzt man sie öffentlich vor die Tür, vermutlich als Ausdruck eines ökonomischen Managementansatzes. Letztlich zeigt es allerdings nur, dass man die “Soziologie des Fußballs” entweder nicht verstanden hat oder zugunsten kapitalistischer Strukturen ersetzen will. Aber auch diese Perspektive wirft ein bedauerliches Licht auf das Management. Denn: Zwei Karten und nen’ Parkplatz, wird man sich wohl noch leisten können. Russen haben doch eigentlich ein großes Herz.

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5 Kommentare zu “Die hässliche Fratze des S04”

  1. Taner
    19. August 2009 at 13:40 #

    Das ist ja unglaublich…und mutig, Dennis, hier Schalke zu kritisieren. Stimme aber zu ;).

  2. Fuchtelkönige
    19. August 2009 at 19:10 #

    Nun ja,
    Assauers Zeit ist abgelaufen und er hat sich sicher den einen oder andere Aussetzer geleistet…
    …trotzdem keine schöne Geste.

  3. Helmi
    20. August 2009 at 00:56 #

    Naja, der Verein will halt so schnell wie möglich finanziell zu den ganz Großen aufschließen. Da schröpft man schon mal seine Ikonen und Mitarbeiter.
    O.Thon ist ja auch schon nicht mehr, Ives Eigenrauch ist ja freiwillig gegangen… nur warum? Das sollte man wohl mal Herrn Peters fragen. Und was das ganze jetzt mit den Dutzenden von Veranstaltungen soll? Hatte P.Peters nicht im letzten Jahr noch behauptet, die Arena braucht solche Events nicht?
    Dann diese Gerüchte, dass der Vorstand mit dem Aufsichtsrat beschlossen hat sich von seinem Bergbauimage endgültig zu trennen und neue zahlungskräftige Kundschaft auftun will.

    Was ist da los? Magath alleine kann es nicht sein. Will Herr Schnusenberg noch vor seinem Abtreten ein Denkmal für seine *räusper* Leistungen setzen? Oder hat Herr Tönnies irgendwas in der Hand, was alle fügsam macht? Ich vermisse den Einfluss von Leuten wie Rolf Rojek. Ich glaube ausnahmsweise darf ich mal behaupten: Früher war alles besser…

    mit besten Wünschen für Euch und *meinen* Verein

    Euer Helmi

  4. Simon
    20. August 2009 at 10:02 #

    Man muss auch sehen was Assauer vorher gemacht hat: Er hat den Verantwortlichen seit drei Jahren mit seinen Äußerungen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Unkluge Äußerungen noch und nöcher. Meinen was zu sagen zu haben obwohl man längst keine große Nummer mehr ist.
    Er ist halt nicht der Kaiser Franz, keine Lichtgestalt, kein Weltmeisterspieler oder -trainer.
    Mein persönlicher Höhepunkt der Peinlichkeit war in der verganenen Jahr, als man auf der Suche nach einem neuen Manager war, diese Äußerung (Zitat sinngemäß und nicht im Wortlaut): “Bevor ich den Karren nochmal ausm Dreck ziehe, muss da erstmal die halbe Chefetage gehen.”
    Nach so einem Satz, hätt ich dem die Karten sofort entzogen.
    Er war ein großer für Schalke und hat viel geleistet, weiß aber leider nicht wann man mal schweigen sollte.

  5. Stefan
    20. August 2009 at 11:18 #

    Als ich Assauer in den 90ern einmal interviewt habe, erklärte er mir Stolz, dass er die Privilegien füre ehemalige Mitarbeiter wie Trainer etc. rigoros abgebaut hat, Ich fand das damals gut und kann mich heute nicht ganz so über seinen gekündigten Sitz aufregen. Aber blöd ist es irgendwie schon – aber machen wir uns nichts vor: Wenn sie im nächsten Sommer endlich Meister sind werden wir daran nicht mehr denken.

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