Der Westen wird’s wuppen, verlasst Euch darauf.

Aktuell sagt mir mein Feedreader, dass die Genese von DerWesten offenbar Thema einiger Ruhrblogs ist. Beziehen möchte ich mich aber auf die Beitragsreihe im Pottblog.  Im Rahmen dessen, möchte ich ebenfalls meine Einschätzung zum Portal äußern.

Das Nachrichtenportal DerWesten.de ist für mich – schon von der Grundidee – eines der innovativsten Internetgroßprojekte in Deutschland und darüber hinaus. Zwei Aspekte bringen mich zu dieser Überzeugung:
 
1. Die Vernetzung der einzelnen Redaktionen. 
2. Der Westen gibt dem Bürger eine Stimme.  

Hinsichtlich der Vernetzung der Redaktionen kann ich nur vermuten, dass es dort mehr Probleme organisatorischer und motivationaler Natur gibt, als technische. Sollte die Einspeisung von Content aus jeder noch so kleinen Lokalredaktion einmal reibungslos funktionieren, sollte tatsächlich die intelligente Software einmal funktionieren, die dynamisch den User Generated Content aus den Blogs und Foren der Umgebung zur Meldung gruppiert, dann wird DerWesten vermutlich jedes andere Portal in den Schatten stellen. Allein die Informationsdichte ist dann nur schwer durch ein anderes Medienunternehmen zu erzeugen. Der Motor liegt hierbei besonders in der Lokalberichterstattung. Einzelne Lokalredaktionen zu schließen ist dabei meiner Meinung nach mehr als kontraproduktiv, würde es doch die Informationsdichte schmälern. Hinsichtlich der Kritik am Portal (sowohl technisch als auch organisatorisch) halte ich die Antwort von Frau Borchert “Wir machen unsere eigenen Fehler” für geradezu paradigmatisch. Es ist ja nicht irgendwas, was dort im Prozess der Entstehung ist, sondern eine der größten oder die größte Informationsplattform des Westens. Dass dabei Fehler gemacht werden, ist zu erwarten. Auch über den Zeitraum von 13 Monaten. Und weil das Projekt einzigartig ist, gibts wohl kaum eine BestPractice. Es sind wie von Borchert treffend benannt “eigene Fehler”.  Und Fehler machen auch Lokaljournalisten, die sich dem Medium Internet sturr verweigern. Für diese gibt es keine Zukunft. Weder bei der WAZ, noch sonst irgendwo anders.

Darüber hinaus gibt der Westen dem Bürger eine Stimme. Durch die Möglichkeit sich dort in unzählige Diskussionen einzumischen, ein Blog zu eröffnen, ein Profil einzurichten und am “Communityleben” teilzunehmen, wird eine unmittelbare Nähe zum Leser aufgenommen und gepflegt. Ich vermeide hierbei wissentlich so freakige Begriffe wie “Web 2.0” oder “Social Software”, weil ich sie in diesem Kontext unpassend empfinde. Der Redaktionstwitter ist auch so eine Angelegenheit, die möglicherweise eine solche Lesernähe aufbaut und vielleicht für etwas Traffic (was wichtig ist) sorgt. Nachhaltige Leser und Reputation erreicht man dadurch aber wohl eher nicht. Was ebenfalls positiv ist, sind Redakteure, die auch mal auf Kommentare ihrer eigenen Artikel reagieren und nicht arrogant über evtl. Kritik hinwegsehen. All das wird sich in der Zukunft noch entwickeln. Die letzten 13 Monate haben doch gezeigt, dass der Westen was kann und Frau Borchert die Richtige für diesen Job ist.

Eine Argumentation, die ich nicht teile, ist, dass die WAZ mit DerWesten in der Krise steckt. Ich denke eher OHNE DerWesten hätte die WAZ ein Problem und zwar ein massives. Vielleicht ist DerWesten -langfristig betrachtet – die Rettung in letzter Minute.    

3 Kommentare zu “Der Westen wird’s wuppen, verlasst Euch darauf.”

  1. Jörg Georg
    29. November 2008 at 12:25 #

    DerWesten ist gut gestartet und hat bei den umliegenden Zeitunghäusern für Angst und Schrecken gesorgt. Das Konzept ist ausgesprochen gut, nur an der Umsetzung hapert es noch. Wie du schon richtig sagt’s ist das aber normal, schließlich haben die mehr zu tun als einfach mal WordPress instalieren. Kritik , wie sie der Pottblog äußert, ist meist konstruktiv und den Machern sicher auch nützlich. Unmöglich hingegen finde ich diese Schmähattacken, oft aus dem linken Lager, die DerWesten Zensur und eine “rechte Ader” anquatschen wollen. Dem eigenen Blog ist man nicht in der Lage einen eigenen Titel zu verpassen, aber die Kritik am großen Westen maßt man sich an. wenn man nichts zu sagen hat, soll man das Bloggen sein lassen. und ich finde das Thema ist eh nur für Blogger, die nicht mehr wissen, was sie noch schreiben sollen.

  2. Jens Matheuszik
    30. November 2008 at 14:44 #

    Eine Argumentation, die ich nicht teile, ist, dass die WAZ mit DerWesten in der Krise steckt.

    So lautet mein Argument auch nicht. Ich habe einfach nur die beiden Themenfelder “DerWesten” und “WAZ-Krise” in eine Artikelreihe gepackt. Die eine Angelegenheit wirkt sich auf die andere aus – und zum Teil auch umgekehrt.

    @Jörg Georg:
    Ich hoffe doch, dass die Kritik bei mir immer konstruktiv ist. 🙂

  3. Dennis
    30. November 2008 at 15:20 #

    @ Jens: Ich bezieh mich da auch nich auf dich 🙂

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