Das MIR in vollem Glanze

Markus Lanz im Gespräch mit Jürgen Rüttgers. Im Hintergrund Frank Baranowski.

Das frisch renovierte “Musiktheater im Revier” erstrahlte gestern bei der ZDF Show “Glückauf Ruhr2010-Die Show” in vollem Glanze und präsentierte bzw. repräsentierte die Stadt Gelsenkirchen vor einem bundesweiten Publikum. An “ruhriger” Prominenz mangelte es dabei nicht. Rudi Assauer, Anja Kruse, Sönke Wortmann, Ralf Möller, Klaus J. Behrendt,  Claude-Oliver Rudolph, ja sogar Otto Schili und der unvergleichliche Helge Schneider berichteten als “Ruhr-Natives” von ihrer Kindheit und Karriere im Pott.

Neben Helge Schneider sorgte Nena sowie Sasha und Marina Mena für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung. Moderator und “Nicht-Ruhri” Markus Lanz ließ sich seinen “Migrationshintergrund” nicht anmerken und führte souverän durch die Show. Für alle Gelsenkirchener stand natürlich auch die Location, das Musiktheater, im Zentrum der Aufmerksamkeit. Gegen Ende der Show und schon während der Lichteffekte des Nena Auftritts war klar, dass sich das Musiktheater für weitere Galaabende dieser Art bestens eignet und bundesweit empfahl.

Einigen prominenten Gästen, so hätte man heute aus den Gesichtsausdrücken bei der offiziellen “Freiluft” Eröffnung der RUHR 2010 in Essen interpretieren können, wäre es wohl auch lieber gewesen, den Auftakt zur Kulturhauptstadt in der GESCHLOSSENEN Arena auf Schalke genießen zu dürfen. Doch leider verhinderte die Sponsorenknappheit diese zuerst von den Veranstaltern ins Auge gefasste heimelige Alternative. Die schlechte Wetterlage beeinträchtigte die Show meiner Meinung nach schon ein bisschen. Und gemütlich schien es auf den Zuschauertribünen ebenfalls nicht zu sein.

Doch zurück zur Schow im MIR:  Inhaltlich verblieb die Show leider im “alten” vormodernen Ruhrgebiet. Neben Kohle, Stahl und Dialekten wurde leider nicht viel angesprochen. Ein “Ruhrgebiet im Wandel” oder gar das Ruhrgebiet zum Zeitpunkt 2010 konnte durch die in Erinnerung schwelgenden Gäste leider nicht abgebildet werden. Ebenfalls zu kurz kam der Aspekt der Migration, der im Ruhrgebiet einen zentralen Stellenwert einnimmt. Eine sympathische Argumentation lieferte die Journalistin und 2010 Offizielle Asli Sevindim ab, als sie über die Anhäufung von muslimischen Hochzeitsgeschäften in Marxloh sprach. Marxloh sei eben der romantischste Ort im Ruhrgebiet, verbildlichte Sevindim diesen Umstand in Duisburg.

Zum Ende der Show sang der Gelsenkirchener Kinderchor begleitet vom Kinderorchester Ruhr den Grönemeyer Evergreen “Bochum”. Der Vorhang fiel und Gelsenkirchen hatte seine Portion Ruhm bestmöglich ausgeschöpft. So kann es weitergehen für Gelsenkirchen, im Jahr der Kulturhauptstadt. 

Bild: Screenshoot / ZDF

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  1. Ruhrpilot » ruhrbarone - 10. Januar 2010

    […] Ruhr2010 VII: MiR in vollem Glanz…Gelsenkirchen Blog […]

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