CDU: Wöll ist nicht die Ursache

CDU: Wöll ist nicht die Ursache

Werner Wöll im Buerpott Interview

Wie die CDU GE sicherstellt, dass alles bleibt wie es ist.

Die CDU will sich personell und strategisch neu aufstellen. Als Nachfolger für Wöll wird nun der Fraktions-Vize Wolfgang Heinberg gehandelt. Instrumentell ist damit bereits jetzt sichergestellt, dass die CDU dort verhaftet bleibt, wo sie ist: In der lokalpolitischen Dauerinkompetenz.

Man vermag zornig werden, reflektiert man die Aktivität der Partei seit der letzten Kommunalwahl 2009. Norbert Mörs, ein weitgehend politfremder Banker wurde dem Wähler in Zeiten großer internationaler Finanzkrisen als Baranowski-Killer präsentiert. Er scheiterte kläglich.

Die Arbeit der CDU blieb bis heute unverändert orientierungslos, konzeptionslos und dem Wähler gegenüber unehrlich. Nichts von dem, was die alten Herren dem Bürger suggerierten, hielten sie. Die Neuaufstellung, die Entwicklung von praktikablen Lösungen, der ernstzunehmende aktive Angriff auf eine dominierende SPD unterblieb. Sieht man von Seitenhieben und unsauberen Wahlkampfmanövern einmal ab. In Gelsenkirchen will ein solches Geplänkel niemand mehr sehen. Die Nichtstrategie der Partei ist durchschaubar und selbst für wenig politbegeisterte als Unfähigkeit zu entlarven.

Mit Wittke hat sich die CDU Gelsenkirchen keinen Gefallen getan.

Dass die CDU Oliver Wittke zurück in die Anwesenheitsliste der Gelsenkirchener Politik brachte, erstickte jede Wählerhoffnung im Keim, dass die CDU glaubhaft an einer Parteierneuerung arbeite. Die politische Altlast “Oliver Wittke” wiegt schwer gegenläufig in der versprochenen Parteierneuerung nach Mörs. Zwar hebt ein bekannter Politiker in den eigenen Reihen die Publikumswirksamkeit, doch bleibt dabei zu bedenken, mit welchem Ruhm Wittke eigentlich behaftet ist.

Werner Wöll ist ein politisches Bauernopfer. Nicht mehr und nicht weniger.

Die CDU Niederlage in den Verantwortungsbereich Werner Wölls zu verschieben,würde einmal mehr deutlich machen, welchem christlich-moralischem Anspruch diese Partei noch verpflichtet ist. Keinem.

Es ist völlig unerheblich, ob Wöll oder Heinberg als Spitzenkandidat gegen Baranowski angetreten wäre: Sie wären beide gleichermaßen gescheitert.

Eine Imagekampagne für Gelsenkirchen wollte die CDU. Inhalte? Fehlanzeige!

Weitgehend schwachsinnig ist auch die Annahme, dass die CDU Gelsenkirchen wirtschaftspolitisch die bessere Alternative sei. Die Wahlkampfthese der CDU war es schließlich, eine Imagekampagne für Gelsenkirchen zu erschaffen, die den Standort in seinem Image hebt. Als die Studenten der WH Wöll in einem Interview nach den Kernaussagen einer solchen Kampagne befragten, musste Wöll bereits passen (Unbedingt das Video ansehen). Die CDU postuliert einfach, aber sie bereitet sich weder vor, noch durchdenkt sie ein Thema umfassend. Die Gelsenkirchener Wirtschaftsförderung wäre einem Desaster ausgesetzt worden.

Die personelle Komplettauflösung der Partei, einschließlich der Abberufung Wittkes ist einer erster Anfang für einen Neuanfang. Persönlich mag man gegen die Menschen bei der CDU Gelsenkirchen nichts haben, aber letztlich geht es politisch um die Zukunft einer Großstadt. Es muss daher erlaubt sein, die Unfähigkeit dieser Partei zu benennen. Nur Werner Wöll als Verantwortlichen auszumachen, vermag möglicherweise zum CDU-Lehrbuch für Lokalpolitik gehören, es greift aber zu kurz. Mal ganz davon abgesehen, dass wir hier über einen Menschen reden, dessen emotionale Befindlichkeit zumindest angegriffen sein dürfte. Ob das in der CDU jemanden interessiert ist ungewiss. Gewiss ist hingegen, dass sich diese “politische Hinrichtung” für Wöll nicht gelohnt hat. Nicht für diese Partei.

Foto: Video-Screenshoot Buerpott

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2 Kommentare zu “CDU: Wöll ist nicht die Ursache”

  1. Passauf
    10. Juni 2014 at 14:32 #

    Wie lange will die CDU Ihre Altlast Oliver Wittke noch mittragen?
    Na ja, es gibt Parteien, die lernen nicht hinzu!

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  1. Links anne Ruhr (28.05.2014) » Pottblog - 30. Mai 2014

    […] Werner Wöll ist nicht die Ursache für die schlechte Lage der CDU (Gelsenkirchen Blog) […]

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