CDU GE schickt Kandidaten ins Rennen

Vorweg: Der Schachzug der CDU, einen recht unbekannten Norbert Mörs als OB-Kandidaten aufzustellen überrascht und ist im Sinne eines ausgeprägten Demokratieverständnisses durchaus zu begrüßen. Die Vermutung, die CDU müsse sich angesichts mangelnder OB-Kandidaten schon vor der Wahl 2009 geschlagen geben, wäre in der Konsequenz zwar gut für Frank Baranowski und die SPD, grundsätzlich würde es der Kommunalpolitik aber schaden. Es ist schließlich in der Politik nicht anders als in der Wirtschaft: Konkurrenz belebt das Geschäft. Wer ist also dieser Norbert Mörs? Schließen wir uns der Berichterstattung Lars-Oliver Christophs in der heutigen Ausgabe der WAZ an, um uns der Person zu nähern.

Er ist Bueraner und Leibniz-Absolvent, [Das ist ein Gymnasium mit der Besonderheit, dass es in Buer steht. D.Z]  war 1982-84 Chef der Jungen Union- als Nachfolger von Wolfgang Meckelburg. Von 1980 bis 1989 war der Jurist zudem Mitglied im CDU-Kreisvorstand.

Er ist also ein “alter” Bekannter der CDU. Aktuell, und das gibt der Situation eine gewisse Komik, ist er Bankdirektor der WestLB (vgl. WAZ GE 21.10.08). Da diskutiert die Weltgesellschaft, wie der Leviathan die Banker rettet und in Gelsenkirchen rettet (besser: er soll sie retten) ein Banker die CDU Politik. Das ist schon nicht unspektakulär, wie ich finde. Die Frage, die sich stellt ist jedoch, wie die Bürgerinnen und Bürger einen “Banker” annehmen. Im Zuge der Bankenkrise ist das Vertrauen in Banker ja mehr als erschüttert. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses biografische Element der CDU wieder einen Strich durch OB-Rechnung macht. Gerade in diesen “unsicheren Zeiten” dürften Vertrauenspersonen und Identifikationsfiguren an erster Stelle der Wählergunst stehen. Banker zählen aktuell wohl nicht zu dieser Personengruppe.

5 Kommentare zu “CDU GE schickt Kandidaten ins Rennen”

  1. Jens
    21. Oktober 2008 at 13:03 #

    Sehe ich ähnlich. Vor zwei, drei Jahren wäre ein Banker sicherlich deutlich positiver aufgenommen worden als jetzt. Sollte die WestLB jetzt wirklich Unterstützung vom Bund bekommen, wäre das ein nicht zu unterschätzender Makel für den CDU-Kandidaten. Ungeachtet dessen, ob er dafür wirklich was kann oder nicht.

  2. Dennis
    21. Oktober 2008 at 17:20 #

    Ich habe ihn gerade auf REL gehört. Er klingt wirklich sehr nett im Radio. Nur kritisiert er ausgerechnet die Bauruine HSH. Das ist vielleicht als CDU Politiker nicht sooo ratsam.

  3. stapel
    22. Oktober 2008 at 10:55 #

    ich glaub ja eher, die brauchen einen, der die niederlage verantwortet, und dem das nicht weh tut, persönlich und finanziell und politisch. andrerseits: wen hätten sie nehmen sollen aus ge?

  4. Klaus Michael
    23. Oktober 2008 at 13:21 #

    Ich glaube kaum, das die Tätigkeit bei der WestLB Norbert Mörs schaden wird, er ist schließlich dort nicht als Banker tätig sondern als Jurist. Die CDU setzt mit ihm schon einen gewaltigen Gegenkandidaten als OB dem jetztigen entgegen. Als absoluter Verwaltungsfachmann hat er dieses in seinen Tätigkeiten in Recklinghausen, Kleve und im Bergischen Kreis (als gewählter Landrat)sicherlich bewiesen. Ich empfinde ihn als eine exzellente Wahl. Nun hat die CDU einen Kandidaten, der dem jetztigen OB durchaus eine gewichtige Konkurrenz sein wird. Mal abwarten, Klaus Michael

Trackbacks/Pingbacks

  1. Guerilla Frank B. aus GE // Gelsenkirchen Blog - 13. November 2008

    […] CDU kommt in letzten Wochen – und besonders nachdem Sie Norbert Mörs als Kanzlerkandidat OB-Jäger aufgestellt hat – aus dem Fehlerlesen der Lastenhefte Baranowskis kaum noch heraus. Zusammengefasst finden die […]

Schreibe einen Kommentar

Sagen Sie Ihre Meinung! Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht.