Breite Straße: 50 Linden werden fallen

In Gelsenkirchen Erle steht die Breite Straße vor der Grundsanierung. Eigentlich erfreulich, müssten nicht fast fünfzig Linden gefällt werden. Trotz des Kahlschlags durch Ela 2014 trifft die Maßnahme auf Zustimmung in der Politik.

In Gelsenkirchen Erle steht die Breite Straße vor der Grundsanierung. Eigentlich erfreulich, müssten nicht fast fünfzig Linden gefällt werden.  Trotz des Kahlschlags durch Ela 2014 trifft die Maßnahme auf Zustimmung in der Politik.
(Foto: Meik Fokkink)

Gelsenkirchen gilt weithin als Stadt mit grüner Lunge. Weitläufige Grünflächen und Parks zieren das Stadtbild. Auch alte Alleen der Zechensiedlungen gehören in Gelsenkirchen zum historischen Stadtbild.

Bäume auf der Breite Straße in Erle sollen gefällt werden.

Auch die Breite Straße in Erle gehört zu diesem Typus gewachsener Gelsenkirchener Geschichte. Nun allerdings steht die Sanierung der Straße an und das Referat Verkehr plant die vollständige Rodung des Straßenzuges. Nach der vollständigen Grundsanierung sollen neue, junge Bäume gepflanzt werden.

Trotz Gegenwind der Grünen fand die Maßnahme in der Politik mehrheitlich Zustimmung. Der schnelle Konsens über die Maßnahme verwundert jedoch. Der Sturm Ela hat in Gelsenkirchen Tausende Bäume zerstört und im Fahrwasser des Sturmes nutzten eifrige Haus- und Grundstückseigentümer die Chance, halbe Landstriche zu fällen, für die sie sonst vermutlich niemals eine Genehmigung erhalten hätten.

-Anzeige-

Die Breite Straße ist nach dem Landschaftsgesetz eine geschützte Alleenstraße

Nun ist es so, dass auf der Breite Straße rund fünfzig Bäume wachsen, die nicht nur optisch gesund aussehen, sondern auch der Straße ihren ursprünglichen Charakter verleihen. Die Entscheidung die Bäume zu fällen ist – mal wieder – als unsensibel zu werten. Aber natürlich gibt es Gründe, warum die Bäume weichen müssen. Das Referat Verkehr rechnet damit, dass durch die Sanierung der Breite Straße großflächig das Wurzelwerk der Bäume geschädigt werden wird, was diese dann instabil werden lässt und sie so zu einer Gefahr würden. Eine Alternative zur Fällung gibt es offenbar nicht, schließlich sind die Bäume nach Angaben der Stadt “stark geschädigt”.

So geschädigt, dass sie immerhin den Sturm Ela überlebt haben.

Aus Protest: Totenkreuze auf den Linden.

Aus Protest gegenüber der Maßnahme haben Unbekannte die Linden mit einem Totenkreuz markiert. Dieses soll den Verantwortlichen vor Augen führen, welchen ökologisch kulturellen Schaden sie mit der Maßnahme begehen. Aber wie der aufmerksame Leser in diesem Blog bereits erfahren konnte, ist es mit der Schadensbegrenzung, dem Ermessen und der Sensibilität nicht besonders weit her in den zuständigen Gelsenkirchener Referaten. Egal, welche Botschaft man auf die Bäume sprüht, die Würfel sind – so fürchte ich – gefallen.

Auch interessant: Diskurs zur Breite Straße bei den Gelsenkirchener Geschichten

, , , ,

Bisher keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Sagen Sie Ihre Meinung! Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht.