Blogger oder Journalist? Das ist hier die Frage.

Neben Klein Bloggersdorf gibt es wohl kaum eine Gemeinde, die sich permanent selbst reflektiert und sich nach und nach- geradezu metatheoretisch im sozial-virtuellen Raum zu verorten versucht. Bei Jens bin ich auf diese Diskussion aufmerksam geworden. Grundsätzlich dürfte es doch, wenn die Frage wie in der Überschrift gestellt ist, nicht so kompliziert sein, diesen Sachverhalt zu klären. Ein Blick auf die Aufgaben eines Journalisten zeigt auf, dass eine sehr große Schnittmenge zu Bloggern besteht, wenn diese nicht gerade ausschließlich über ego-spezifische Konsumpräferenzen oder ihren Nachbarschaftsstreit berichten. Journalisten haben die Aufgabe Informationen und aktuelle Ereignisse thematisch zu ordnen, aufzubereiten, zu kontextualisieren und, falls notwendig, zu erläutern. All das vollziehen ebenfalls viele Blogger tagtäglich.
Dennoch bestehen Unterschiede:
Honorare: Journalisten werden für ihre Arbeit und Texte in der Regel entlohnt. Dieses wirkt sich auf die Formulierung von Texten aus. Wenn ich von einer Lokalredaktion bezahlt werde, überlege ich mir zwei mal, ob ich dem Leitmotiv der Stadt, welches ich zum Erbrechen finde, nicht doch vielleicht ein paar konstruierte Positivaspekte rauswürgen kann, nur um die Redaktion nicht in Turbulenzen zu bringen.
Objektivität: Der professionelle Journalist muss distanziert mit den Informationen umgehen, die er präsentiert und acht geben, dass er sich nicht auf eine Seite stellt.
Zurückhaltung der eigenen Meinung:
Ein Statement ist von Journalisten oft nicht erwünscht. Es sei denn, sie schreiben einen Kommentar. Das könnte man nun beliebig weiterführen, sind aber drei Aspekte, die mir auf Anhieb zu dieser Frage einfallen. Eine Pauschalunterscheidung macht aus meiner Sicht daher keinen Sinn. Festgehalten werden kann allerdings der Ethos des Bloggers. In der Regel bloggen Menschen aus Spass am Bloggen. Sie dürften dadurch besonders meinungsfreudig und in vielen Themenbereichen konkreter sein als professionelle Journalisten. Blogger sind die personifizierte Gegenöffentlichkeit. Zumindest aus meiner Sicht.
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