Betriebsrat-verseucht

Das Unwort des Jahres 2009 lautet jetzt ganz offiziell: “betriebsratverseucht” und ist unverkennbar ein “Adjektiv”. Ohne großartig philosophische Töne anschlagen zu müssen, dürfte jedem Leser, der dieses Wort in seiner vollen Bedeutung zu Kenntnis nimmt, einleuchten, dass eine derartige Formulierung gesellschaftlich tief blicken lässt.

“Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen störe zwar viele Unternehmen, sie als Seuche zu bezeichnen sei indes «ein sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen», sagte Schlosser zur Begründung (vgl. derWesten).”

Ebenfalls ein heißer Kandidat auf den Titel des Unwortes war das ” Wachstumsbeschleunigungsgesetz”, dass ja schon in der Wortbedeutung logische Fehler aufweist und m.E. für eine radikale Schein- und  Suggestivpolitik steht.

4 Kommentare zu “Betriebsrat-verseucht”

  1. Muschelschubserin
    19. Januar 2010 at 20:27 #

    Hab ich’s also doch richtig gehört eben in der Tagesschau. “Lohnabhängige”. So nach dem Motto, wir sind alte Süchtel und die da oben, die leben von Luft und Liebe (und Spenden), oder wie jetzt? “Ich bin lohnabhängig.” Das hätte ich den Leuten, die mich umsonst haben arbeiten lassen vielleicht mal sagen sollen… 😉

  2. Dennis
    20. Januar 2010 at 10:42 #

    Ich fande in diesem Zusammenhang auch den Begriff “erweiterer Suizid” für einen Amoklauf ziemlich schräg.

  3. Muschelschubserin
    20. Januar 2010 at 16:11 #

    Ja, wohl wahr. “Suizid mit Kollateralschaden” quasi. :/

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  1. Ruhrpilot - Das Navigationssystem für das Ruhrgebiet « Ruhrbarone - 20. Januar 2010

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