Anti-Atom Flashmob

Anti-Atom Flashmob

Anti-Atom Aktion in Gelsenkirchen

Anti-Atomkraft Stimmung auch in Gelsenkirchen.

Die Geschehnisse im 9000 km entfernten Japan gehen auch in Gelsenkirchen nicht an der politischen Landschaft vorbei. Vor allem die Jugend-organisationen der Parteien riefen zu friedlichen aber aufmerksamkeitsstarken Aktionen auf. Die Jusos Gelsenkirchen etwa riefen am Samstag zu einem Flashmob in der Gelsenkirchener Innenstadt auf.

Unter anderem vor der Gelsenkirchener ELE Zentrale veranstalteten die Jusos in Zusammenarbeit mit der Gelsenkirchener Grünen Jugend und den Falken einen Flashmob, der sich im Verlaufe des Vormittages dann in Richtung Bahnhofstraße, bis hin zum Hauptbahnhof verlagerte.

 

 

Auch Oberbürgermeister Baranowski äußerte sich in seiner OB Kolume zu der Katastrophe in Japan. Vieles relativiere sich dieser Tage, schrieb Baranowski, denn die alltäglichen Befindlichkeiten, die wir oft als eine Katastrophe bezeichen, erscheinen vor dem Hintergrund der Entwicklungen in Japan als “nickeliges Alltags-Klein-Klein”. Es sei “Anlass die Maßstäbe wieder gerade zu rücken”, so der Oberbügermeister.

Maßhalten ist schwieriger geworden

Die Maßstäbe oder besser die Bezugnahme der gesellschaftlichen Diskussion wieder gerade zu rücken dürfte allerdings etwas schwieriger werden. Das Motto “Atomkraft?- Nein, danke!” ist schließlich kein neues. Die dahinterliegende Argumentation ist altbewährt und all jene, die dieser Tage mit erhobenem Zeigefinger propagieren, dass sie es immer schon gesagt haben, dass Atomkraft unberechenbar ist und die Folgen unbeherrschbar seien, dürften sich ziemlich blöd dabei vorkommen. Irgendwie fühlt man sich mit dieser Aussage überheblich, obgleich sie unbestreitbar richtig ist. Unzählige Physiklehrer haben in den letzten Dekaden die Problematik der Endlagerung thematisiert. Atomkraft, so habe ich es es in der Schule gelernt, sei unverantwortlich gegenüber nachfolgenden Generationen, weil die Endlagerung ein nicht zu lösendes Problem sei. Der aktive Betrieb von Atomkraftwerken sei nach mathematisch-statistischen Berechnungen weitgehend, mit Ausnahme eines winzigen Restrisikos, sicher. Deshalb sei es moralisch verwerflich Atomkraftwerke zu betreiben, schließlich nutzen wir eine “Energiequelle”, die unsere Kindeskinder vor unlösbare Umweltprobleme stellt.

Gewiss ist dies eine Argumentation, die aus dem Atomzeitalter der letzten 20 Jahre stammt. Doch das Atomzeitalter ist vorbei. Schlagartig. Nicht, weil die soziologische Argumentation Ulrich Becks (Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne) von der Risikoproduktion der zweiten Industriemoderne plötzlich gefallen in der Atomlobby findet, sondern weil aus dem Problem der nächsten Generationen ein Problem der Gegenwart geworden ist. Die Märchen von blühenden Landschaften in der Nachbarschaft von Atommeilern lassen sich absofort PR-mäßig nicht mehr lautmalen. Die statistische Berechnung vom Restrisiko verlagert ihre Bedeutung zum restRISIKO.

Die Regierung erkennt das. Vermutlich aber nicht der ewig gestrigen und nach wie vor richtigen Argumentation wegen, sondern weil ein Festhalten an den Atomlaufzeiten von den Wählerinnen und Wählern bestraft würde. Also schwenkt die Merkelkratie um und wird dennoch bestraft werden, weil die Katastrophe in Japan, die Politik von Merkel und Röttgen als richtungslos erscheinen lässt. Was gestern noch gut war, ist heute schlecht. Dem Volk nach dem Mund reden, wenn es schwierig wird es zu bescheissen, weil es erkennt, kann kein Politikmodell der Zukunft sein.

 

3 Kommentare zu “Anti-Atom Flashmob”

  1. Taner
    20. März 2011 at 21:38 #

    Ist cool, ne?

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  1. Links anne Ruhr (20.03.2011) » Pottblog - 21. März 2011

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