AC/DC vs. Bunaspatzen

AC/DC vs. Bunaspatzen

Uta Heinrich hielt eine Festrede.

Vor eine innere Zerreißprobe stellte die Marl Bloggerin Sonja so einige ihrer Freunde und Bekannte.

Miriam (l.) und Sonja führten durchs Programm

Miriam (l.) und Sonja(r.) führten durchs Programm

Schließlich lud sie am Sonntag zum Jubiläums-Konzert des Werks-Chor Hüls nach Marl. Prinzipiell nimmt der geneigte Zeitgenosse eine solche Einladung dankend an, doch insbesondere dann, wenn es wieder einmal kracht in der Arena, wenn die Infrastruktur in Gelsenkirchen aufgrund tausender Gäste zu bersten droht und wenn man dann noch Konzertkarten für AC/DC sein Eigen nennt, mag der ein oder andere den hochkulturellen Charakter einer solchen Jubiläumsveranstaltung verschmähen. So jedenfalls tat’s ein Kollege am Sonntag. Festlich trugen die Bunaspatzen die Chorlieder in der ausverkauften Scharoun Schule aus der 60 Jährigen Geschichte vor. Von “Ein Jäger längs dem Weiher ging” über Beethovens “Lied an die Freude” bis hin zu Bohlens Komposition “Ein schöner Traum ist die Musik” (Orginal: We have a dream) war für jeden was dabei. Nur halt nicht so ganz  für meinen Sitznachbarn und Konzertticket Besitzer.  So sehr ich mich auch diplomatisch bemühte, zu “Dirty Deeds Done Dirt Cheap” von AC/DC konnte ich die musikalische Leitung nicht überreden. Bohlen müsse reichen. “Nuju”, entgegnete ich meinem Sitznachbarn: “Is’ ja auch fast dat Gleiche”.

Uta Heinrich, die Bürgermeisterin von Marl, gab sich bürgernah und hielt eine kurze Rede (siehe Foto oben). Darüber hinaus scheint sie ein Fan zu sein, blieb sie doch die kompletten 72 Std. 2,5 Std. dabei. Das Publikum jedenfalls war ihr wohlgesonnen. Zwei ältere Herren schräg gegenüber unterhielten sich über die schlanke, großgewachsene und eindrucksvolle Figur der Bürgermeisterin. Wenn das nicht zur Wiederwahl reicht, dann weiß ich auch nicht.

Situationskomik bot ein kleiner Zwischenfall, der eigentlich nicht witzig ist. Beim Einlass traf ich die Herren vom Männerchor an und stellte meinem Kollegen mit den AC/DC Tickets die Frage, ob die Muster auf den Herrenwesten eigentlich eine Auswirkung auf zarte Kinderseelen hätten. Nicht ganz 30 min nach Beginn des Konzerts brach dann der erste kleine Junge auf der Bühne zusammen und klatschte publikumswirksam auf den von Mikrofonen umsäumten Holzboden. An der Aufregung und der zunehmend stickiger werdenden Luft habe es gelegen und nicht an den Westen, berichtete Sonja später. Nach einer kurzen Pause stand der Kleine zum Glück auch wieder auf der Bühne. Durch das Programm der Bunaspatzen (Ich habe eine Unterlassungserklärung in Marl unterschrieben, in der mir beliebte Wortspielchen wie “BunaBratzen” oder “BunaTäubchen” untersagt werden) führte Sonja mit einer Kollegin.

Chor

Insgesamt war es ein sehr gelungenes Konzert mit einer gehörigen Portion Tradition. Leider hat der Chor massive Nachwuchsprobleme. Wer seinem Kind ersthaft eine musikalische Ausbildung angedeien lassen möchte, der sollte zu den Proben dort einmal vorbeischauen. Kindgerechter, spielerischer und abenteuerreicher kann Gesangsausbildung kaum sein.

Mein Kollege mit den AC/DC Tickets war auch ganz glücklich, sich für die Bunaspatzen entschieden zu haben. Schließlich war der Parkplatz an der Scharoun Schule umsonst. An der Arena kostete das Parken zum AC/DC Konzert kraft- und zauberhafte 30 Euro. Und Politessen hatten auch nicht frei. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

(Fotos: Gelsenkirchen Blog /B. Pawlowski)

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