Zukunftsworkshop Gelsenkirchen

Zukunftsworkshop Gelsenkirchen

Frank Baranowski beim Zukunftsworkshop Gelsenkirchen

Gelsenkirchens Zukunft braucht Fantasie und Menschen, die ihre Ideen auch umsetzen.

Stellvertretend für die JUSOS Gelsenkirchen lud Sandra Latzke (Bild oben) am Sonntag, als Vorsitzende der Jugendorganisation der SPD, zu einem zweigliedrigen Workshop zur Zukunft der Stadt Gelsenkirchen. Im August-Bebel Haus an der Gabelsbergerstraße wurde daraufhin konstruktiv an Zukunftsplänen für ein lebendiges und lebenswertes Gelsenkirchen gearbeitet. In Anschluss an die Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse beteiligte sich auch Frank Baranowski an der Diskussion, die zugegebenermaßen an manchen Stellen von ihm auf ein etwas weniger „fantasievolles“ Maß zurückgeführt werden musste. Gelsenkirchen als Fahrradstadt in Konkurrenz zu Oldenburg oder Münster zu positionieren klingt reizvoll, ist aber objektiv  vermutlich wenig erfolgsversprechend, auch wenn die Rohstoffpreise sicherlich dazu führen, dass immer mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen werden.

Abstrakte Zukunft, konkrete Ziele.

Lebenswelt ArbeitDie erste Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem etwas abstrakteren Themenfeld der Lebenswelten. Aufgrund der relativ kurzen Zeit, die den Arbeitsgruppen zur Verfügung stand, war es notwendig, schon zu Beginn inhaltlich Abstriche zu machen und sich auf die wichtigsten Themenfelder zu beschränken. Dazu wurde ich von den JUSOS Gelsenkirchen dazu eingeladen, die Lebenswelt „Arbeit“ vorzubereiten und im Plenum zu leiten. Um nicht ins Beliebige zu verfallen, bezogen wir den Arbeitsbegriff inhaltlich auf den Begriff der „Erwerbsarbeit“ entlang der Definiton von Jürgen Kocka. Weil Arbeit, aller Globalisierung zum Trotz, einen Ort braucht und ständig im Wandel ist, wurde der Arbeitsbegriff im Kontext „Stadt“ verortet. Entlang einer thesengeleiteten Arbeit im Plenum konnten so schnell Ergebnisse zur Gegenwart und Zukunft der Entwicklung von Arbeit und Städten gelingen. Auch wenn nicht explizit erforderlich, selbstverständlich stand Gelsenkirchen im Fokus der Antworten. Die Thesen lauteten:

  • „Fortschritt verändert Bedürfnisse“
    – Blickpunkt: Lebensqualität
  • „Neue Bedürfnisse verändern alte Lebensräume“
    – Blickpunkt: Ästhetisierung
  • „Neue Bedürfnisse verändern die Arbeit“
    – Blickpunkt: Technisierung / Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • „Neue Arbeit braucht neue (Lebens-) Räume“
    – Blickpunkt: Transformationsprozesse von Städten.

Frank Baranowski WSDirekt im Anschluss erfolgte die Aufarbeitung der Lebenswelt „Freizeit“ durch Sebastian Stachorra und Taner Ünalgan, die sich mit ihren Ergebnissen inhaltlich gut an das erste Thema anschließen konnten.

Juso PlenumEine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich ganz konkret mit der Zukunft der Stadt Gelsenkirchen und entwickelte dazu eine wirklich gute Methode. Sie entwarf Zukunfts Schlagzeilen, die zum einen auf die Fahrradfreundlichkeit der Stadt Gelsenkirchen 2020 einzahlten und Gelsenkirchen zur Universitätsstadt hochstilisierten. „OB begrüßt 10000 Studenten in Gelsenkirchen“ lautete eine der Überschriften. Wie oben im Text bereits angesprochen, war – nüchtern betrachtet – keine der Überschriften wirklich eine realistische Perspektive der nächsten Jahrzehnte in Gelsenkirchen. Aber genau das führte in der Folge zu einer lebendigen Diskussion. Klar wurde dabei, dass die Westfälische Hochschule sicherlich ein Besuchermagnet ist, die Voraussetzungen Gelsenkirchen zu einem Hochschulstandort mit ausgeprägten soziokulturellen Studienleben auszubauen sind dann doch eher dürr, befindet sich die FH geografisch eher außerhalb des Stadtzentrums. Baranowski warf ein, dass er derartige Prozesse alle begrüße, sie sich aber nicht künstlich initiieren ließen. Erstaunt war der Oberbürgermeister, als die Forderung nach mehr Kulturangeboten geäußert wurde, gleichzeitig aber niemand die Gelsenkirchener Kaue auf dem Schirm zu haben schien. Erneut schloss sich eine lebendige Diskussion darüber an, was wir in Gelsenkirchen alles im Angebot haben von dem Viele noch nichts wissen oder aktiv nicht mehr im Bewusstsein haben.

Fazit 

Der Zukunftsworkshop der Jusos war ein gelungener Termin mit vielen frischen Ideen und Inputs. Einige davon werden wohl im Reich der Fantasie verbleiben, auch wenn sie es wert waren, einmal angedacht zu werden. Was mir persönlich aufgefallen ist und in der Gesamtheit der Veranstaltung etwas zu kurz gekommen ist, sind Wünsche zur Ausbildung in mittlere und handwerkliche Berufe. Gerade auch im Kontext der Lebenswelt Arbeit blieben viele geradezu originär sozialdemokratische Überzeugungen zur Entwicklung der Arbeit im Plenum unangesprochen. Im Kern war es ein Diskurs um weiche Standortfaktoren an dessen Ende Gelsenkirchen durchaus als „gut aufgestellt“ galt.

Weiterführende Links:

Die WAZ: „Wünsch dir was für Gelsenkirchen

Alle Rechte der Fotos bei Frédéric Flanz 

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4 Kommentare zu “Das St. Josef-Hospital in Horst soll 2017 geschlossen werden.”

  1. Franz Przechowski
    19. Dezember 2016 at 11:22 #

    Zutreffende Analyse. Alle Probleme hinsichtlich Weihnachtsmärkte in Gelsen und in Buer sind hausgemacht und durch nichts mehr zu entschuldigen. deine kennzeichnung „strukturelle Geschäftsunfähigkeit“ trifft den Kern. Aber darüber hinaus fehlt auch der Sinn für die konzeptionelle Gestaltung und emotionale sowie inhaltliche Aufladung von Events, die auf die Marke GE einzahlen sollen. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Budgets, sondern der professionellen Fähigkeiten. Ich bin kürzlich erst wieder wegen meiner Bemerkung „SMG ist eine Laienspielschar“ gescholten worden. Angesichts der miesen Performance möchte ich bei meiner Beurteilung bleiben und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gleich mit einbeziehen.

  2. Sabine
    19. Dezember 2016 at 20:14 #

    Dann geht doch endlich hin statt nur zu mosern

  3. Albert Ude
    21. Dezember 2016 at 17:12 #

    Die Analyse geht in Ordnung. Die Hinterfragung klammert die Mittäterschaft des örtlichen Einzelhandels leider völlig aus. Die Anlieger der Bahnhofstrasse haben kein Interesse an einem Weihnachtsmarkt, der als zentrale Veranstaltung auftritt. Die Mitwirkenden der SMG, des Umbaubüros und die für die blau-weiße Kugelplastik Verantwortlichen sind gutmeinende, aber hoffnungslos überforderte Amateure und Dilettanten, deren schlimmster Alptraum es ist, von professionellen Akteuren, ja auch bereits von schlichten Menschen, die sich einfach mal in anderen Städten umgeschaut haben, erzählt zu bekommen, wie ein Weihnachtsmarkt aussieht, ja, was überhaupt ein Weihnachtsmarkt ist. Die in Gelsenkirchen stattfindende Veranstaltung darf man auf einer Skala von 1 – 10 bei minus fünf verorten, eine gefühlte Tendenz zur Qualitätssteigerung ist illusionistische Schönrederei. Wollte man eine Verbesserung um fünf Punkte erzielen, so bedeutete das, den Nullpunkt anzustreben, die Veranstaltung also schlicht zu unterlassen. Stattdessen empfiehlt sich ein Busshuttle nach Dortmund, Essen oder Münster, oder in die kleinen niederländischen Orte oder an den Niederrhein.
    Das ist alles sehr schade, leider aber so zutreffend. In meiner Erinnerung ist die Reibeplätzchenhütte am Anfang der Bahnhofstrasse rechts der aus dem Betrachtungsraster heraustanzende kulinarische Höhepunkt der Meile. Die Reststrecke schaffe ich nicht: Kabel, Mülltonnen, Ramschstände, Trink- und Nahrungsmittelhütten. Und – mit Verlaub – Menschenmassen. Nur eins hat sich verbessert: Zu Zeiten von Lalakakis wurde noch WDR 4 über die Lautsprecher eingespielt. Das ging gar nicht.

  4. szodruch, maggie
    22. Dezember 2016 at 16:35 #

    Leider muss ich Albert Ude in allen Aussagen Recht geben !

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