Wie sieht’s mit Abschiebung aus ?

12 November 2008 von Dennis

Die WAZ und auch DerWesten bringen heute durch die nicht ganz unspektakuläre Headline “Terror durch Minderjährige” die Jugendgewalt in der Gelsenkirchener Neustadt ins Gespräch.  Seit Jahren (!) terrorisieren dort die Kinder einer Großfamilie ihr Umfeld. Kurioserweise kommt all das jetzt erst an das Licht der Öffentlichkeit. Dezernent Beck befindet sehr treffend: Hier herrsche eine Situation, die für einen Rechtststaat nicht akzeptabel sei, es müsse klar und sauber gehandelt werden. Erste (!) Maßnahmen seien bereits eingeleitet worden. Das ist löblich nach 7 Jahren Terror, von dem eine Mutter berichtet.  Nun soll es zu einer Bündelung aller beteilligter Stellen wie Polizei, Staatsanwaltschaft, Wohlfahrtsverbände, Präventionsräte etc. kommen, um dem Problem beizukommen. Von Abschiebung ist hier keine Rede, wohl aber macht man sich Sorgen um die Gefühle der Migranten und fügt der Berichterstattung, die - meiner  persönlichen Auffassung nach - WAZ übliche Verschleierung (Südländer etc.) der Herkunft hinzu. Diesmal nur durch ein Sprachrohr:

Und der Polizei war dies gestern noch wichtig: Die Herkunft der (Migranten-) Großfamilie spiele keine Rolle, betonte Klaus Sitzer, Leiter der Polizeiinspektion Gelsenkirchen. Auslöser von Kriminalität sei vor allem der soziale und Bildungs-Hintergrund ( vgl. WAZ 12.November).

Ich stelle mir die Frage, ob in diesem Zusammenhang auch eine mögliche Abschiebung thematisiert wird, oder nicht. Die WAZ berichtet meiner Meinung nach bei Delikten im Zusammenhang mit Migranten nach dem Prinzip der sozialen Erwünschtheit und einer überzogenen politischen Korrektheit. Entweder man berichtet umfassend oder man lässt es sein. Dieses Geschwafel hingegen ist lächerlich.  

P.S. Der soziale Hintergrund, den Klaus Sitzer als eine Erklärungsperspektive von Kriminalität heranzieht, ist untrennbar mit der Herkunftsgesellschaft verbunden. Insofern spielt gerade soziokriminologisch die Herkunft schon eine nicht unerhebliche Rolle.



1 Kommentare

  1. Nicetrise sagt:

    Ich finde es sollte egal sein, woher jemand kommt oder welchen Glauben er hat. Immerhin stehen wir unter dem selben Gesetz und müssen mit den selben Strafen rechnen. Es ist doch egal ob eine türkische oder eine deutsche Großfamilie da möchtegern Mafia spielt.

    Eine Diskussion wie bei “DerWesten” ist sicherlich nicht wünschenswert, wo schon in jedem dritten Post der braune Hintergedanke durchsickert.

    Das Migranten bzw. zum Großteil Deutsche mit ausländischen Wurzeln eher zur Kriminalität neigen als Einheimische ist doch überall so. Das liegt zum einen an Bildung,Kultur und Wertschätzung. Minderheiten fallen oft so auf, so ist der “schwarzen” Anteil in Amerika grad mal bei 13% der Bevölkerung, jedoch sind 52% der Insassen in den Gefängnissen Afroamerikanischer Herkunft.

    Dieser Fall ist doch nur die Spitze des riesigen Eisberges den wir unter Integrations- und Ausländerproblematik kennen. Städte wie Frankfurt und Köln haben noch ganz andere Probleme: Siehe Türsteher-Maffia etc.

    http://www.ksta.de/html/artikel/1135358163056.shtml

1 Trackbacks

  1. Stadt gegen Großfamilie // Gelsenkirchen Blog Says:

    [...] und gefährdet maßgeblich die öffentliche Sicherheit. Im November letzten Jahres, genauer am 12. November 2008 berichtete die WAZ noch von einer Migranten-Großfamilie Herkunft.  Und Doktor Beck konstatierte [...]

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