Wie Peta Zoo Zajac sponsort.

Zoo Zajac, ein Zoofachgeschäft in Duisburg, verkauft nun Hundewelpen. Dies ruft Tierschützer auf den Plan. Und mit ihnen die größte Aufmerksamkeitswelle, die Norbert Zajac wohl jemals erlebt hat.

Zoo Zajac ist nach eigenen Angaben das größte Zoofachgeschäft der Welt. Auf rund 8000 qm verkauft das tradierte und bekannte Unternehmen alles, was es für den Heimtierbedarf gibt. Neben dem „klassischen“ Hamster bietet das Fachgeschäft auch exotische Reptillien und andere eher aussergewöhnliche Haustiere an. Wer Zoo Zajac mal besuchte, der wird trotz des riesigen Angebotes vermutlich nicht den Eindruck bekommen haben, dass es den Tieren, die dort zum Verkauf angeboten werden, schlecht geht. Eher das Gegenteil ist der Fall: Die Aquarienlandschaft ist ausserordendlich beeindruckend, das Wasser glasklar, die Mitarbeiter sind freundlich und kompetent. Jeder, der schon einmal ein 150L Becken gereinigt hat, stellt sich die Frage, welchen Personalaufwand es wohl bedarf, diesen Standard aufrecht zu erhalten.

Und auch wenn Fische keine Hunde sind, die weitgehend professionelle Tierhaltung lässt sich auch auf alle anderen Tiere bei Zajac übertragen. Wer als Tierfreund dem Handel mit Tieren grundsätzlich (und durchaus zu Recht) kritisch gegenübersteht, wird keinem Zoogeschäft, sei es auch noch so professionell geführt, positiv gegenüberstehen. Eine Pauschalkritik wie Peta sie bei Zajac ins Feld führt, ist, meiner persönlichen Meinung nach, nicht gerechtfertigt.

Peta beschädigt massiv seinen Ruf und verhilft Zajac zu kostenloser Werbung.

Tierschutzverbände und Interessensgruppen sind in der Konsum- und Wegwerfgesellschaft von unschätzbarem Wert, um Leid, Qual und Tod von Tieren abzuwenden. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten sich die „Aktivisten“ der Sache angemessen verhalten. Peta ist dieses in der Causa Zajac nicht nur nicht gelungen, sondern Peta beschädigt sich durch das Verhalten seiner Aktivisten in seiner Glaubwürdigkeit. Die Protestler unterstellen Zajac indirekt Tierquälerei und Tierquälerei ist in Deutschland ein Strafttatbestand. Wer sich die großen, hellen Hundeboxen von Zajac anschaut und sie als suboptimal  bezeichnet, der müsste im Gegenzug beweisen, dass es den Hundewelpen bei allen Züchtern signifikant besser geht. Drei festangestellte Tierärzte kümmern sich permanent um die Tiere. Eine solchen Pflegeaufwand müssten Züchter ersteinmal leisten. Tierquälerei, darunter stellt sich das Gros der Bevölkerung sicherlich etwas anderes vor.

Die Argumentation der Überpopulation in Tierheimen ist unzulänglich.

Eine nachhaltige Argumentation haben die Tierschützer nicht. Die im Vorfeld durch eine Karrikatur gepriesene Bestie vom profitgeilen Tierquäler aus Duisburg (siehe Bild oben), wirkt nach der ersten Begehung der neuen Anlage, in die der Betreiber rund 800.000 Euro investiert hat, wie eine schäbige Verleumdung. Peta bietet auf seiner Kampagnenseite gegen Zajac ein vorgefertigtes Protestschreiben an, das Tierfreunde an Zajac richten können. Der Kerngedankengang:

„In deutschen Tierheimen und Tierauffangstationen sitzen tausende Hunde, die heimatlos sind und auf die Vermittlung in ein gutes Zuhause warten. Die Überpopulation von Hunden wird noch weiter geschürt, da der verantwortungslosen Zucht von Hunden keine gesetzlichen Schranken gewiesen werden. Aus den genannten Gründen sind Ihre Pläne, in den kommenden Monaten auch Hunde bei Zoo Zajac verkaufen zu wollen, fahrlässig“ (vgl. Peta).

Fakt ist, Zoo Zajac verstößt gegen keine gesetzliche Regelung, der Hundeverkauf ist in Deutschland in Zoogeschäften nicht verboten. Fakt ist auch, dass sich der Protest auf einem Niveau bewegt, das kaum hinnehmbar ist. Die Karrikatur ist eine Frechheit, die Aufforderung, nicht mehr bei Zajac zu kaufen, ist eine Geschäftschädigung. Peta zieht durch seine Aktion gegen Zajac seine sonst so wichtige Arbeit in Zweifel. Denn im Zuge dieser Protestwelle ereigneten sich sogar Straftaten, wie etwa eine Bombendrohung kurz vor der Eröffnung. Ob die ebenfalls von einem Peta-Aktivisten kommt, lässt sich nicht nachweisen. In der Summe haben die Proteste das Gegenteil von dem erreicht, was angedacht war. Zajac hat soviel Aufmerksamkeit in den Medien erhalten, wie nie. Im Ruhrgebiet weiß nun wirklich jeder, wo es Welpen hinter Glas zu bestaunen (und zu kaufen) gibt. Eine ziemlich schwache Vorstellung von Peta, aber vielleicht erhofft man sich so ein paar Spendentaler von den Beifall klatschenden freien Züchtern.

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4 Kommentare zu “Das St. Josef-Hospital in Horst soll 2017 geschlossen werden.”

  1. Franz Przechowski
    19. Dezember 2016 at 11:22 #

    Zutreffende Analyse. Alle Probleme hinsichtlich Weihnachtsmärkte in Gelsen und in Buer sind hausgemacht und durch nichts mehr zu entschuldigen. deine kennzeichnung „strukturelle Geschäftsunfähigkeit“ trifft den Kern. Aber darüber hinaus fehlt auch der Sinn für die konzeptionelle Gestaltung und emotionale sowie inhaltliche Aufladung von Events, die auf die Marke GE einzahlen sollen. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Budgets, sondern der professionellen Fähigkeiten. Ich bin kürzlich erst wieder wegen meiner Bemerkung „SMG ist eine Laienspielschar“ gescholten worden. Angesichts der miesen Performance möchte ich bei meiner Beurteilung bleiben und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gleich mit einbeziehen.

  2. Sabine
    19. Dezember 2016 at 20:14 #

    Dann geht doch endlich hin statt nur zu mosern

  3. Albert Ude
    21. Dezember 2016 at 17:12 #

    Die Analyse geht in Ordnung. Die Hinterfragung klammert die Mittäterschaft des örtlichen Einzelhandels leider völlig aus. Die Anlieger der Bahnhofstrasse haben kein Interesse an einem Weihnachtsmarkt, der als zentrale Veranstaltung auftritt. Die Mitwirkenden der SMG, des Umbaubüros und die für die blau-weiße Kugelplastik Verantwortlichen sind gutmeinende, aber hoffnungslos überforderte Amateure und Dilettanten, deren schlimmster Alptraum es ist, von professionellen Akteuren, ja auch bereits von schlichten Menschen, die sich einfach mal in anderen Städten umgeschaut haben, erzählt zu bekommen, wie ein Weihnachtsmarkt aussieht, ja, was überhaupt ein Weihnachtsmarkt ist. Die in Gelsenkirchen stattfindende Veranstaltung darf man auf einer Skala von 1 – 10 bei minus fünf verorten, eine gefühlte Tendenz zur Qualitätssteigerung ist illusionistische Schönrederei. Wollte man eine Verbesserung um fünf Punkte erzielen, so bedeutete das, den Nullpunkt anzustreben, die Veranstaltung also schlicht zu unterlassen. Stattdessen empfiehlt sich ein Busshuttle nach Dortmund, Essen oder Münster, oder in die kleinen niederländischen Orte oder an den Niederrhein.
    Das ist alles sehr schade, leider aber so zutreffend. In meiner Erinnerung ist die Reibeplätzchenhütte am Anfang der Bahnhofstrasse rechts der aus dem Betrachtungsraster heraustanzende kulinarische Höhepunkt der Meile. Die Reststrecke schaffe ich nicht: Kabel, Mülltonnen, Ramschstände, Trink- und Nahrungsmittelhütten. Und – mit Verlaub – Menschenmassen. Nur eins hat sich verbessert: Zu Zeiten von Lalakakis wurde noch WDR 4 über die Lautsprecher eingespielt. Das ging gar nicht.

  4. szodruch, maggie
    22. Dezember 2016 at 16:35 #

    Leider muss ich Albert Ude in allen Aussagen Recht geben !

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