Wellpappe Insolvenz: Ver.di und Parteien kritisieren Palm scharf.

Wellpappe Insolvenz: Ver.di und Parteien kritisieren Palm scharf.
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Nicht nur die versammelte Politik in Gelsenkirchen kritisiert das unsäglich unsoziale Verhalten von Dr. Wolfgang Palm, seines Zeichens Geschäftsführer der Palmgruppe und Inhaber des Gelsenkirchener Wellpappe Werkes, auch die Gewerkschaft Verdi findet deutliche Worte und entlarvt das trügerische Bild vom „sozialen Unternehmer“, das sich Palm selbst gern anmaßt.

Nachdem sich zunächst der Oberbürgermeister Frank Baranowski mit der Bewertung „Ungeheuerlich“ unmissverständlich zu Wort meldete, äußerte sich auch der SPD Rats-Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus Haertel zum Wellpappe Vorgang:

„Ich hätte nicht gedacht, dass dies in einem deutschen Betrieb heute noch möglich ist. Das ist ein Rückfall in übelste kapitalistische Machenschaften eines Unternehmens und dessen Geschäftsführung.“

Haertel schlussfolgert darüber hinaus zutreffend:

„Eine Insolvenz tritt nicht plötzlich am 31. des Monats auf, die Kündigungsschreiben an die fast 100 Mitarbeiter lagen ja wohl schon bereit. Ich kann das nicht anders bewerten, als das diese Insolvenz bewusst und zielgerichtet an den abhängig Beschäftigten vorbei herbeigeführt wurde. Ein solcher gravierender Einschnitt in die Zukunft dieser Menschen darf nicht ohne deren Information und Beteiligung des Betriebsrates erfolgen […].“

Auch die Grünen sind empört über das Vorgehen Wolfgang Palms: So äußerte sich Peter Tertocha etwas ungerecht der Stadt gegenüber, aber sicherlich in der Sache richtig:

„Unabhängig davon, dass die Leute an ihrem Arbeitsplatz hängen ist es gerade in Gelsenkirchen so, dass nicht einfach eine neue Arbeit gefunden werden kann. Unglaublich ist für mich auch, dass sich die Firmenspitze nicht genötigt sieht, sich gegenüber den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zu äußern.“

Sicherlich ist das mit dem Arbeit finden in der gesamten Region ein Problem und bleibt nicht auf Gelsenkirchen bezogen. Ebenfalls bliebe das Verhalten von Wolfgang Palm auch in einer wirtschaftlich starken Region asozial.

In einer aktuellen Pressemeldung von Ver.di wird Wolfgang Palm darüber hinaus in seiner falschen Selbstdarstellung entlarvt. Der stellvertretende Ver.di Vorsitzende Frank Werneke hält fest:

„Die Palm-Gruppe ist der zweitgrößte Wellpappekonzern in Deutschland, der zuletzt durch millionenschwere Zukäufe seine Marktposition ausgebaut hat. Der Konzern verfügt über genügend Mittel, um ein Werk mit 96 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anständig zu behandeln und mit der Interessenvertretung nach Wegen zum Erhalt der Arbeitsplätze zu suchen. Hier liegt ein klarer Fall vor, ein Werk bewusst in die Insolvenz geführt zu haben. Dass der Gesellschafter, Geschäftsführer und Konzernchef Wolfgang Palm am Tag der Schließung des Werkes in Gelsenkirchen die Belegschaft eines anderen Werkes in Monheim darüber informiert und keine Versammlung der betroffenen Beschäftigten in Gelsenkirchen einberuft, ist schlechter Stil und eine maßlose Geringschätzung der Beschäftigten. Herr Palm ist nicht nur Gesellschafter eines international agierenden Wellpappekonzerns, sondern Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Deutscher Papierfabriken, der während seiner Funktion als Präsident dieses Verbandes und während seiner Mitgliedschaft im Präsidium des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) 2010 das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen hat. Offensichtlich sind Herrn Palm ethische Grundsätze wie Offenheit, Gradlinigkeit, Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit und Fairness, für die er sich selber gerne rühmt, abhanden gekommen.“

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