“Weihnachtsmarkt 2012″ in Gelsenkirchen

02 December 2012 von Dennis

Weihnachtsmarkt Gelsenkirchen: Ein Krippe empfängt die Besucher

Der Gelsenkirchener Weihnachtsmarkt liegt im Sterben. Immer noch. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Während es, was die Ansiedelung der Industrie und starker Einzelhandelsmarken – etwa IKEA – angeht, mit der Stadt erfreulich Berg auf geht, bleibt ein Manko weiterhin bestehen: Der Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen will nicht so richtig wie ein Weihnachtsmarkt wahrgenommen werden. Und das, obwohl das Stadtmarketing unter neuer Führung einige Weichen gestellt hat, die zuvor direkt auf’s Abstellgleis führten. So heißt der Weihnachtsmarkt wieder Weihnachtsmarkt und nicht mehr, wie damals vom Stadtmarketing umgetauft, “weihnachtliches Gelsenkirchen“.

Die Probleme sind geblieben, die Leere auch.

Wer heute, am verkaufsoffenen 1.Adventssonntag über die Bahnhofstraße flanierte, der hat den eigentlichen Leerstand nicht bemerkt, denn es war voll. Was erfreulich ist. Trotz immer wieder einsetzendem Regen war die Bahnhofstraße gut besucht. Und, sicherlich zur Freude einiger Händler, es gab einige prall gefüllte Einkaufstüten zu sehen. Der Weihnachtsmarkt, dessen Buden schon seit 11 Uhr morgens geöffnet hatten, wurden von den flanierenden Menschen ebenfalls mit Aufmerksamkeit bedacht. Leider sind es nur wenige Buden, die entlang der langen Bahnhofstraße wie verlorene “Weihnachtsinseln” wirken.

Ab und an ein Straßenkünstler, ein Techno-Indianer, der mit Panflöten-Tönen und Technobeats für Aufmerksamkeit sorgte, dann ein Handwerkskunst Büdchen. Nicht toll, aber auch nicht wirklich schlecht. Ein richtiger Weihnachtsmarkt hat ein größeres Angebot, denn allein das Angebot schafft die Atmosphäre, die Weihnachtsmärkte ausmachen. Im Jahr 2010 hoffte man auf ein organisches Wachstum. Im Glauben, dass es besser wird. Nur steckt im Wort “Weihnachtsmarkt” die Begrifflichkeit “Markt”, was Wunder und Zufälle absolut unwahrscheinlich werden lässt. Es ist nicht der liebe Gott, der in Gelsenkirchen einen traumhaften Weihnachtsmarkt zaubert, sondern der Umsatz der Händler. Den zu fördern, schafft nur ein größeres Angebot. Und ein größeres Angebot, erreicht man nur mit günstigeren Standgebühren oder flexibeleren Abrechnungsmodellen, sodass auch bei niedrigerer Kaufkraft, für die Aussteller etwas herumkommt. Das war 2010 schon so. Geändert hat sich nichts.

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Vielleicht schafft der geplante neue “Heinrich-König-Platz” Besserung.

Es wird gesungen auf dem Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen.

Mit der geplanten Erneuerung des Heinrich-König-Platzes, und damit Schaffung eines riesigen Veranstaltungsraumes, könnte der Weihnachtsmarkt der Zukunft in Gelsenkirchen durchaus eine besondere Revitalisierung erfahren. Das heißt nicht, dass jetzt nicht genug Raum wäre, die komplette Ahstraße steht leer, aber ein solcher Platz schafft eine hervorragende Möglichkeit, die angesprochenen “Weihnachtsinseln” zu zentralisieren und dann von dort aus mit einem größeren Angebot an Schaustellern und Weihnachtsbüdchen organisch zu wachsen.

Studie:”Gelsenkirchener Weihnachtsmarkt am langweiligsten.”

Vielleicht gibt es Besserung in den nächsten Jahren. Solange kämpfen wir halt noch mit Studien wie diesen. Danke, liebes WDR, für diese tolle Notiz, dessen Inhalt jeder kannte, bevor sie veröffentlicht wurde.



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