„Weihnachtsmarkt 2012“ in Gelsenkirchen

"Weihnachtsmarkt 2012" in Gelsenkirchen

Weihnachtsmarkt Gelsenkirchen: Ein Krippe empfängt die Besucher

Der Gelsenkirchener Weihnachtsmarkt liegt im Sterben. Immer noch. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Während es, was die Ansiedelung der Industrie und starker Einzelhandelsmarken – etwa IKEA – angeht, mit der Stadt erfreulich Berg auf geht, bleibt ein Manko weiterhin bestehen: Der Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen will nicht so richtig wie ein Weihnachtsmarkt wahrgenommen werden. Und das, obwohl das Stadtmarketing unter neuer Führung einige Weichen gestellt hat, die zuvor direkt auf’s Abstellgleis führten. So heißt der Weihnachtsmarkt wieder Weihnachtsmarkt und nicht mehr, wie damals vom Stadtmarketing umgetauft, „weihnachtliches Gelsenkirchen„.

Die Probleme sind geblieben, die Leere auch.

Wer heute, am verkaufsoffenen 1.Adventssonntag über die Bahnhofstraße flanierte, der hat den eigentlichen Leerstand nicht bemerkt, denn es war voll. Was erfreulich ist. Trotz immer wieder einsetzendem Regen war die Bahnhofstraße gut besucht. Und, sicherlich zur Freude einiger Händler, es gab einige prall gefüllte Einkaufstüten zu sehen. Der Weihnachtsmarkt, dessen Buden schon seit 11 Uhr morgens geöffnet hatten, wurden von den flanierenden Menschen ebenfalls mit Aufmerksamkeit bedacht. Leider sind es nur wenige Buden, die entlang der langen Bahnhofstraße wie verlorene „Weihnachtsinseln“ wirken.

Ab und an ein Straßenkünstler, ein Techno-Indianer, der mit Panflöten-Tönen und Technobeats für Aufmerksamkeit sorgte, dann ein Handwerkskunst Büdchen. Nicht toll, aber auch nicht wirklich schlecht. Ein richtiger Weihnachtsmarkt hat ein größeres Angebot, denn allein das Angebot schafft die Atmosphäre, die Weihnachtsmärkte ausmachen. Im Jahr 2010 hoffte man auf ein organisches Wachstum. Im Glauben, dass es besser wird. Nur steckt im Wort „Weihnachtsmarkt“ die Begrifflichkeit „Markt“, was Wunder und Zufälle absolut unwahrscheinlich werden lässt. Es ist nicht der liebe Gott, der in Gelsenkirchen einen traumhaften Weihnachtsmarkt zaubert, sondern der Umsatz der Händler. Den zu fördern, schafft nur ein größeres Angebot. Und ein größeres Angebot, erreicht man nur mit günstigeren Standgebühren oder flexibeleren Abrechnungsmodellen, sodass auch bei niedrigerer Kaufkraft, für die Aussteller etwas herumkommt. Das war 2010 schon so. Geändert hat sich nichts.

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Vielleicht schafft der geplante neue „Heinrich-König-Platz“ Besserung.

Es wird gesungen auf dem Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen.

Mit der geplanten Erneuerung des Heinrich-König-Platzes, und damit Schaffung eines riesigen Veranstaltungsraumes, könnte der Weihnachtsmarkt der Zukunft in Gelsenkirchen durchaus eine besondere Revitalisierung erfahren. Das heißt nicht, dass jetzt nicht genug Raum wäre, die komplette Ahstraße steht leer, aber ein solcher Platz schafft eine hervorragende Möglichkeit, die angesprochenen „Weihnachtsinseln“ zu zentralisieren und dann von dort aus mit einem größeren Angebot an Schaustellern und Weihnachtsbüdchen organisch zu wachsen.

Studie:“Gelsenkirchener Weihnachtsmarkt am langweiligsten.“

Vielleicht gibt es Besserung in den nächsten Jahren. Solange kämpfen wir halt noch mit Studien wie diesen. Danke, liebes WDR, für diese tolle Notiz, dessen Inhalt jeder kannte, bevor sie veröffentlicht wurde.

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4 Kommentare zu “Das St. Josef-Hospital in Horst soll 2017 geschlossen werden.”

  1. Franz Przechowski
    19. Dezember 2016 at 11:22 #

    Zutreffende Analyse. Alle Probleme hinsichtlich Weihnachtsmärkte in Gelsen und in Buer sind hausgemacht und durch nichts mehr zu entschuldigen. deine kennzeichnung „strukturelle Geschäftsunfähigkeit“ trifft den Kern. Aber darüber hinaus fehlt auch der Sinn für die konzeptionelle Gestaltung und emotionale sowie inhaltliche Aufladung von Events, die auf die Marke GE einzahlen sollen. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Budgets, sondern der professionellen Fähigkeiten. Ich bin kürzlich erst wieder wegen meiner Bemerkung „SMG ist eine Laienspielschar“ gescholten worden. Angesichts der miesen Performance möchte ich bei meiner Beurteilung bleiben und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gleich mit einbeziehen.

  2. Sabine
    19. Dezember 2016 at 20:14 #

    Dann geht doch endlich hin statt nur zu mosern

  3. Albert Ude
    21. Dezember 2016 at 17:12 #

    Die Analyse geht in Ordnung. Die Hinterfragung klammert die Mittäterschaft des örtlichen Einzelhandels leider völlig aus. Die Anlieger der Bahnhofstrasse haben kein Interesse an einem Weihnachtsmarkt, der als zentrale Veranstaltung auftritt. Die Mitwirkenden der SMG, des Umbaubüros und die für die blau-weiße Kugelplastik Verantwortlichen sind gutmeinende, aber hoffnungslos überforderte Amateure und Dilettanten, deren schlimmster Alptraum es ist, von professionellen Akteuren, ja auch bereits von schlichten Menschen, die sich einfach mal in anderen Städten umgeschaut haben, erzählt zu bekommen, wie ein Weihnachtsmarkt aussieht, ja, was überhaupt ein Weihnachtsmarkt ist. Die in Gelsenkirchen stattfindende Veranstaltung darf man auf einer Skala von 1 – 10 bei minus fünf verorten, eine gefühlte Tendenz zur Qualitätssteigerung ist illusionistische Schönrederei. Wollte man eine Verbesserung um fünf Punkte erzielen, so bedeutete das, den Nullpunkt anzustreben, die Veranstaltung also schlicht zu unterlassen. Stattdessen empfiehlt sich ein Busshuttle nach Dortmund, Essen oder Münster, oder in die kleinen niederländischen Orte oder an den Niederrhein.
    Das ist alles sehr schade, leider aber so zutreffend. In meiner Erinnerung ist die Reibeplätzchenhütte am Anfang der Bahnhofstrasse rechts der aus dem Betrachtungsraster heraustanzende kulinarische Höhepunkt der Meile. Die Reststrecke schaffe ich nicht: Kabel, Mülltonnen, Ramschstände, Trink- und Nahrungsmittelhütten. Und – mit Verlaub – Menschenmassen. Nur eins hat sich verbessert: Zu Zeiten von Lalakakis wurde noch WDR 4 über die Lautsprecher eingespielt. Das ging gar nicht.

  4. szodruch, maggie
    22. Dezember 2016 at 16:35 #

    Leider muss ich Albert Ude in allen Aussagen Recht geben !

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