Weihnachtliches Gelsenkirchen 2010

26 November 2010 von Dennis


Das “weihnachtliche Gelsenkirchen 2010″ wirkt ein bisschen so wie das weihnachtliche Gelsenkirchen der letzten Jahre. 

Aber irgendwie ist es müßig geworden darüber zu berichten. Es ist nun allgemein bekannt, dass man auf Seiten der Stadtmarketing Gesellschaft die kluge Strategie fährt, den Weihnachtsmarkt einfach nicht mehr Weihnachtsmarkt zu nennen, sondern “weihnachtliches Gelsenkirchen”, um nicht vorgeworfen zu bekommen, dass es kein Weihnachtsmarkt sei. Auch haben wir zu genüge die vermeintlichen Probleme der Ständeakquise zur Kenntnis genommen. Arbeitslosenstadt = Keine Umsatzpotentiale = Keine Händler auf dem Weihnachtsmarkt. Langweilig, bekannt und langsam überholt.

Denn: Das Niveau der Bahnhofstraße entwickelt sich langsam aber sicher in die richtige Richtung. Mit den Neueröffnungen von Vögele und demächst Primark ist damit zu rechnen, dass im Zuge dessen auch wieder mehr Menschen in Kauflaune die Bahnhofstraße frequentieren. Eine Argumentation nach dem oben angedeuteten Trivialschema wird so langsfristig immer schwieriger. Was den aktuellen Weihnachtsmarkt angeht, so fällt es schwer, ihn zu verreissen. Zwar ist er noch immer “Lichtjahre” von einem richtigen Weihnachtsmarkt, wie man ihn sich hinlänglich vorstellt entfernt, doch gibt es Initiativen, die sich um dessen Revitalisisierung bemühen. So hat die “City Initiative Gelsenkirchen”, ein Verein dessen Mitglieder Standort-Immobilienbesitzer sind,  in eine neue Weihnachtsbeleuchtung auf der Bahnhofstraße investiert. Angesichts des städtischen Haushalts sicherlich ein notwendiges Engagement privater Akteure, keinesfalls aber ein selbstverständliches.

Dem Stadtmarketing fehlt die notwendige Innovationskraft und vielleicht auch das handfeste Interesse daran, die Stadt mit neuen Impulsen zu beleben. Die Weihnachtsmärkte der vergangenen Jahre lassen dies zumindest vermuten. Aber auch das ist nicht wirklich eine Neuigkeit. Der blau-weiße Weihnachtsbaum, der den Weihnachtsmarkt gewissermaßen eröffnet, ist eine großartige Idee. Das Gebilde an sich ist gut gelöst, aber der Fuß, das Podest wirkt lieblos und billig. Die Präsentation derjenigen, die ihn überhaupt möglich gemacht haben, applizieren ihre Logos auf einer billigen und dürftig befestigten PVC-Folie. Am Detail wurde mal wieder gespart, wie so oft in Gelsenkirchen.

Aber meckern ist genau hier nicht angebracht, denn immerhin steht dort etwas Neues , das im letzten Jahr dort noch nicht stand. Und vielleicht findet sich im nächsten Jahr schon eine neue Verbesserung. Ein langsamer und substantieller Aufstieg des Weihnachtsmarktes mag möglicherweise nachhaltiger sein, als ein künstlich aufgesetzter. Wünschenswert wäre im nächsten Jahr vielleicht ein stärkeres Engagement der Stadt, denn die erscheint, was den Weihnachtsmarkt angeht, doch eher zurückhaltend zu sein.



2 Kommentare

  1. Gerd sagt:

    Nicht nur das Desinteresse der Stadtoberen ist für den fast ‘leeren’ Weihnachtsmarkt verantwortlich. Hauptschuld ist aber die Gier der Stadt.
    Die Standmieten sind derart hoch, daß viele Standbetreiber nach Abzug aller Kosten nur noch Verluste einfahren können.
    Was bleibt, sind Fress- und Saufbuden, denn dort sind die Gewinnspannen hoch genug, um noch Gewinne einfahren zu können.
    Schöne und interessante Stände, wie der Glasbläser, der Edelsteinschleifer oder der Krippenmacher, bringen es am Tag auf höchstens 300€ Umsatz. Davon kann natürlich keine Standgebühr von über 200€ pro Tag gezahlt werden.
    Vergessen wird dabei leider, daß ein attraktiver Weihnachtsmarkt auch nicht Gelsenkirchener anzieht. Diese gehen dann in den anliegenden Geschäften auch einkaufen und Weihnachtsgeschäfte kaufen. Dies bringt der Stadt auch Geld ein.
    Es wäre sicher mal einen Versuch wert, einen Weihnachtsmarkt ohne Standgebühr in GE durchzuführen und für diesen aktiv zu werben. Dann kann die Stadt sich die attraktivsten Stände aussuchen.
    Danach würde eine Gesamtabrechnug zeigen, was das Ganze für die Stadt gebracht hat.

  2. Primark sagt:

    Die Primark in Gelsenkirchen is top

1 Trackbacks

  1. Der Weihnachtsmarkt 2012 in Gelsenkirchen. // Gelsenkirchen Blog Says:

    [...] Während es, was die Ansiedelung der Industrie und starker Einzelhandelsmarken – etwa IKEA – angeht, mit der Stadt erfreulich Berg auf geht, bleibt ein Manko weiterhin bestehen: Der Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen will nicht so richtig wie ein Weihnachtsmarkt wahrgenommen werden. Und das, obwohl das Stadtmarketing unter neuer Führung einige Weichen gestellt hat, die zuvor direkt auf’s Abstellgleis führten. So heißt der Weihnachtsmarkt wieder Weihnachtsmarkt und nicht mehr, wie damals vom Stadtmarketing umgetauft, “weihnachtliches Gelsenkirchen“. [...]

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