Weihnachtliches Gelsenkirchen 2010

Weihnachtliches Gelsenkirchen 2010


Das „weihnachtliche Gelsenkirchen 2010“ wirkt ein bisschen so wie das weihnachtliche Gelsenkirchen der letzten Jahre. 

Aber irgendwie ist es müßig geworden darüber zu berichten. Es ist nun allgemein bekannt, dass man auf Seiten der Stadtmarketing Gesellschaft die kluge Strategie fährt, den Weihnachtsmarkt einfach nicht mehr Weihnachtsmarkt zu nennen, sondern „weihnachtliches Gelsenkirchen“, um nicht vorgeworfen zu bekommen, dass es kein Weihnachtsmarkt sei. Auch haben wir zu genüge die vermeintlichen Probleme der Ständeakquise zur Kenntnis genommen. Arbeitslosenstadt = Keine Umsatzpotentiale = Keine Händler auf dem Weihnachtsmarkt. Langweilig, bekannt und langsam überholt.

Denn: Das Niveau der Bahnhofstraße entwickelt sich langsam aber sicher in die richtige Richtung. Mit den Neueröffnungen von Vögele und demächst Primark ist damit zu rechnen, dass im Zuge dessen auch wieder mehr Menschen in Kauflaune die Bahnhofstraße frequentieren. Eine Argumentation nach dem oben angedeuteten Trivialschema wird so langsfristig immer schwieriger. Was den aktuellen Weihnachtsmarkt angeht, so fällt es schwer, ihn zu verreissen. Zwar ist er noch immer „Lichtjahre“ von einem richtigen Weihnachtsmarkt, wie man ihn sich hinlänglich vorstellt entfernt, doch gibt es Initiativen, die sich um dessen Revitalisisierung bemühen. So hat die „City Initiative Gelsenkirchen“, ein Verein dessen Mitglieder Standort-Immobilienbesitzer sind,  in eine neue Weihnachtsbeleuchtung auf der Bahnhofstraße investiert. Angesichts des städtischen Haushalts sicherlich ein notwendiges Engagement privater Akteure, keinesfalls aber ein selbstverständliches.

Dem Stadtmarketing fehlt die notwendige Innovationskraft und vielleicht auch das handfeste Interesse daran, die Stadt mit neuen Impulsen zu beleben. Die Weihnachtsmärkte der vergangenen Jahre lassen dies zumindest vermuten. Aber auch das ist nicht wirklich eine Neuigkeit. Der blau-weiße Weihnachtsbaum, der den Weihnachtsmarkt gewissermaßen eröffnet, ist eine großartige Idee. Das Gebilde an sich ist gut gelöst, aber der Fuß, das Podest wirkt lieblos und billig. Die Präsentation derjenigen, die ihn überhaupt möglich gemacht haben, applizieren ihre Logos auf einer billigen und dürftig befestigten PVC-Folie. Am Detail wurde mal wieder gespart, wie so oft in Gelsenkirchen.

Aber meckern ist genau hier nicht angebracht, denn immerhin steht dort etwas Neues , das im letzten Jahr dort noch nicht stand. Und vielleicht findet sich im nächsten Jahr schon eine neue Verbesserung. Ein langsamer und substantieller Aufstieg des Weihnachtsmarktes mag möglicherweise nachhaltiger sein, als ein künstlich aufgesetzter. Wünschenswert wäre im nächsten Jahr vielleicht ein stärkeres Engagement der Stadt, denn die erscheint, was den Weihnachtsmarkt angeht, doch eher zurückhaltend zu sein.

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4 Kommentare zu “Das St. Josef-Hospital in Horst soll 2017 geschlossen werden.”

  1. Franz Przechowski
    19. Dezember 2016 at 11:22 #

    Zutreffende Analyse. Alle Probleme hinsichtlich Weihnachtsmärkte in Gelsen und in Buer sind hausgemacht und durch nichts mehr zu entschuldigen. deine kennzeichnung „strukturelle Geschäftsunfähigkeit“ trifft den Kern. Aber darüber hinaus fehlt auch der Sinn für die konzeptionelle Gestaltung und emotionale sowie inhaltliche Aufladung von Events, die auf die Marke GE einzahlen sollen. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Budgets, sondern der professionellen Fähigkeiten. Ich bin kürzlich erst wieder wegen meiner Bemerkung „SMG ist eine Laienspielschar“ gescholten worden. Angesichts der miesen Performance möchte ich bei meiner Beurteilung bleiben und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gleich mit einbeziehen.

  2. Sabine
    19. Dezember 2016 at 20:14 #

    Dann geht doch endlich hin statt nur zu mosern

  3. Albert Ude
    21. Dezember 2016 at 17:12 #

    Die Analyse geht in Ordnung. Die Hinterfragung klammert die Mittäterschaft des örtlichen Einzelhandels leider völlig aus. Die Anlieger der Bahnhofstrasse haben kein Interesse an einem Weihnachtsmarkt, der als zentrale Veranstaltung auftritt. Die Mitwirkenden der SMG, des Umbaubüros und die für die blau-weiße Kugelplastik Verantwortlichen sind gutmeinende, aber hoffnungslos überforderte Amateure und Dilettanten, deren schlimmster Alptraum es ist, von professionellen Akteuren, ja auch bereits von schlichten Menschen, die sich einfach mal in anderen Städten umgeschaut haben, erzählt zu bekommen, wie ein Weihnachtsmarkt aussieht, ja, was überhaupt ein Weihnachtsmarkt ist. Die in Gelsenkirchen stattfindende Veranstaltung darf man auf einer Skala von 1 – 10 bei minus fünf verorten, eine gefühlte Tendenz zur Qualitätssteigerung ist illusionistische Schönrederei. Wollte man eine Verbesserung um fünf Punkte erzielen, so bedeutete das, den Nullpunkt anzustreben, die Veranstaltung also schlicht zu unterlassen. Stattdessen empfiehlt sich ein Busshuttle nach Dortmund, Essen oder Münster, oder in die kleinen niederländischen Orte oder an den Niederrhein.
    Das ist alles sehr schade, leider aber so zutreffend. In meiner Erinnerung ist die Reibeplätzchenhütte am Anfang der Bahnhofstrasse rechts der aus dem Betrachtungsraster heraustanzende kulinarische Höhepunkt der Meile. Die Reststrecke schaffe ich nicht: Kabel, Mülltonnen, Ramschstände, Trink- und Nahrungsmittelhütten. Und – mit Verlaub – Menschenmassen. Nur eins hat sich verbessert: Zu Zeiten von Lalakakis wurde noch WDR 4 über die Lautsprecher eingespielt. Das ging gar nicht.

  4. szodruch, maggie
    22. Dezember 2016 at 16:35 #

    Leider muss ich Albert Ude in allen Aussagen Recht geben !

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