Es ist in einer globalisierten Welt nicht einfach, moralisch zu kaufen. Das fällt mir kurz vor dem Valentinstag besonders ins Auge. Vom fair gehandelten Café bis hin zum Flowerlabel beim Floristen, das garantiert, dass bei der Produktion und Ernte der Pflanzen keine Kinderarbeit verrichtet wurde, ist so manche Initiative gestartet, um dem Wirtschaftssystem eine moralische Komponente aufzuzwingen. Dabei steht hinter den meinsten Initiativen nichts anderes als das Ziel, den Absatz mit dem guten Gewissen der Konsumenten zu erhöhen. Wer keine Produkte, etwa aus der dritten Welt kauft, um die Produktionsstandarts und die unwürdige Kinder- und Menschenarbeit anzuprangern, der schwingt sich zum Lehrmeister ohne Schüler auf. In der Regel erreicht er damit genau das Gegenteil seines eigentlich doch edelen Motivs. Denn: Das Funktionalste, was es für die ärmsten Menschen zu tun gibt, ist den Freihandel zu fördern. Globalisierung ist auch eine Chance der Ärmsten dieser Welt nicht zu verhungern. Die Partizipation der Staaten Indien und China, um nur ein Beispiel zu geben, hat in einem unaussprechlichen Ausmaß dazu beigetragen, die Armut – im Sinne des Verhungerns - zu überwinden. Drittweltländer beim Konsum komplett zu ignorieren, etwa weil dort die Rosen nicht nach Arbeitschutzstandarts westlicher Industrienationen geschnitten werden, bedeutet für die Ärmsten dieser Welt einen Rückschritt von 15 Jahren wirtschaftlicher Entwicklung. Und das für viele den sicheren Tod durch Verhungern. Es ist in unseren Gefilden nicht vorstellbar, aber diesen Menschen ist es egal, wie sie arbeiten. Diesen Menschen ist nur wichtig, dass sie arbeiten. Ihre Produkte zu boykottieren würde ihnen nicht helfen, sondern es würde Sie unter Umständen töten.


February 14th, 2008 at 12:04
“Diesen Menschen ist es egal, wie sie arbeiten.”
Das mag ja im ersten Moment logisch klingen, kann aber so nicht in den Raum gestellt werden. Natürlich ist davon auszugehen, dass man lieber mit schmutziger Arbeit etwas zu Essen verdient als hungrig zu sein, aber das heißt nicht automatisch, dass man nicht lieber besser arbeiten würde. Das ist nicht dasselbe.
Man könnte argumentieren, wie du das getan hast, dass ein Boykott lediglich zur Verschlechterung der Situation beiträgt, indem mehr Menschen ohne Job und automatisch hungrig bleiben. Aber “kein Boykott” heißt nicht, dass man zur Verbesserung der Situation beiträgt. Vielmehr könnte eine Expansion des Gedankens, der hinter den Fairtrade-Produkten steht, dazu führen, dass es dauerhaft und flächendeckend zu einer Verbesserung der Arbeitssituation kommt, indem man Arbeitgeber dazu zwingt, sich allermindestens an die bestehenden Gesetze zu halten, was vielerorts nicht der Fall ist. Fairtrade selber finde ich fantastisch, aber es bringt nur einer Hand voll wirklich verbesserte Lebensumstände.
Trotzdem: deinen Beitrag so, wie er steht, kann ich nicht unterschreiben.
LG
Daniela
February 18th, 2008 at 22:09
Der Terror vom aktuellen Bundeshorst in seiner Funktion bei Weltbank, IWF, WTO oder anderen Melancholikern- ich erwähne seine Warnung an argentinische Kapitaleigner, die Kohle in Sicherheit zu bringen, das Sozialniveau zu senken -
führte wie das Einreißen der Schutzzollschranken nur zu Wohlstand bei den Armen?
Die werden froh sein -als frisch im Geiste- die techn. Möglichkeit Dennis` Drama nicht lesen zu können! Bah!
February 18th, 2008 at 22:15
Korrigiere:
Die werden froh sein -frisch im Geiste- und die techn. Möglichkeit NICHT MISSEN, Dennis` Drama nicht lesen zu können! Bah!
February 19th, 2008 at 12:30
Blinkfeuer, du hast die Begabung Beiträge zu formulieren, die auch bei größter Anstrengung nicht oder nur schwer verständlich sind.
Das, was ich bei dir entziffern kann, passt hier leider nicht ganz hin. Denn wovon in Dennis’ Beitrag die Rede ist, kann keineswegs mit Wohlstand der Ärmsten in Verbindung gebracht werden. Er schreibt von der verbesserten Chance, nicht zu verhungern. Das ist schon ein Unterschied.
February 19th, 2008 at 20:19
@Kai:
Da geb ich Dir recht!
Ist ein bissl konfus der Beitrag.
*Grübel*