Ticketpoint ist insolvent.

Ticketpoint ist insolvent.

Ticket Point aus Buer ist insolvent. „Gott sei Dank“ könnte man meinen.

Den meisten Lesern des Gelsenkirchen Blogs wird die Firma Ticketpoint aus Buer nicht viel sagen, den DEN Ruf als Top-Reisebüro in Gelsenkirchen genoss der Laden an der Horster Straße nicht. Auch das Gelsenkirchen Blog ist in den letzten Jahren eher unter negativen Vorzeichen mit der Firma in Kontakt gekommen. Doch zunächst zum Tagesgeschehen: Die WAZ berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass die Firma Ticketpoint infolge einer Veruntreuung insolvent sei soll. Ein Mitarbeiter des Reisebüros habe offenbar 1,77 Mio. Euro von den Firmenkonten verschwinden lassen. Infolge dessen konnten Beträge, die für die Reiseveranstalter bestimmt waren, nicht weitergeleitet werden. Die Kunden von Ticketpoint säßen nun auf gebuchten aber nicht bezahlten Reisen. Es hagele bereits Anzeigen.  Die Höhe des veruntreuten Betrages lässt jedenfalls auf eine hohe Kundenfrequenz schließen.

Hohe Umsätze möglicherweise auch durch die stark SEO-optimierte Website.

Für zahlreiche Kunden dürfte auch die bis zur Perversion obtimierte Website der Firma Ticketpoint aus Gelsenkirchen gesorgt haben. Die Website wies im Content zigtausend mal das Wort „Billigflug“ und „Billigflüge“ auf. Zusätzlich stand so ziemlich jedes Land der Welt auf der ersten Seite der Website, um sie bei Suchanfragen wie  „Billigflug nach Mallorca“  bei Google ganz noch oben zu peitschen. Da für ein effizientes Ranking auch Links mit entsprechen Keywords auf die Ticketpoint Seite notwendig waren, haben die Betreiber wahllos Webmaster angeschrieben oder -wie man in der Fachsprache sagt – zugespamt. Aus meiner persönlichen Sicht ein absolut und hochgradig unseriöser Laden also. Doch dem nicht genug. Auch im Gelsenkirchen Blog kommentierten Akteure von oder im Auftrag dieses Büros mit lustigen Nicknames wie „Billigflug“. (Siehe hier). Wenn man dann statt gleich eine Rechnung oder Abmahnung zu verfassen so gütig war und auf einen solchen Keywordspam kommunikativ zu reagieren versuchte (Gucksu hier), dann haben die billigen Flugzeugticket Dealer sich nicht etwa zurückgezogen oder gar Einsicht gewonnen, nein, sie begannen damit, mir die Welt zu erklären. Schließlich lieferten sie durch ihre Kommentare über die Karriere von Nico Schwanz hochwertigen Content, den sie ja eigentlich auch ihrerseits in Rechnung stellen könnten, argumentierten sie in einem Gegenkommentar. Auf bezahlte Werbung, wie sie seriöse Firmen desöfteren in Anspruch nehmen, hatte Ticketpoint übrigens gar keinen Bock. Dies wird auch aus dem Email Spam, den Ticketpoint verbreitete, sehr deutlich:

Guten Morgen,
während meiner Recherche in diversen Webkatalogen bin ich auf Ihre Internetpräsenz http://www.gelsenclan.de/ gestoßen und möchte auf diesem Weg anfragen, ob Interesse an einer gegenseitigen Verlinkung besteht? Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, bewertet z.B. Google eingehende Links für die Positionierung in den Suchmaschinen entsprechend, so dass ein Linktausch für beide Seiten von Vorteil wäre. Wir bieten Ihnen einen Link Ihrer Wahl von einer unserer Webseiten an, bei gleichzeitiger Verlinkung unserer Seite […] Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir keinerlei Interesse an käuflichen Links haben, sondern ausschließlich an einem langfristigen Linktausch interessiert sind (Hervorh. Gelsenkirchen Blog).

Auf Anfragen bei Ticketpoint erhielt ich niemals eine Antwort. Das Gelsenkirchen Blog war übrigens nicht allein vom Keywordspam betroffen. Auch das Marl Blog, Sonja und die Ruhrbarone mussten die leidvolle Belästigung von Ticketpoint ertragen. Darüber hinaus finden sich im Internet eine ganze Reihe von Websitebetreibern, die ebenfalls von Ticketpoint mehr als genervt wurden.  Nun allerdings ist Ruhe im Karton. Die Homepage ist offline und das Ladengeschäft geschlossen. Dort weist nun ein standesgemäßer Papierzettel mit der Aufschrift: „Betriebsbedingt auf unbestimmte Zeit geschlossen! “ auf das Ende hin. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Das Logo des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, die Partner der Seite gewesen sein sollten, war jedenfalls (nicht nur im Hinblick auf technische Themenrelevanz) deplaziert.

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14 Kommentare zu “Ticketpoint ist insolvent.”

  1. deine mudda
    16. Juli 2010 at 01:04 #

    jetzt ist natürlich die frage, wer hier am spamen ist mit seinen vetterschaftslinks. bleibt nur zu hoffen, dass google auch so einen trittbrettfahrer-spam wie hier entsprechend belohnt.

    weil „seofotzen“, wie man sie nennt, solche unangenehmen kommetare nicht veröffentlichen mögen, bleibt mir nur ein persönliches grußwurt: GANZ ARME WURST! das schicksal tausender ausnutzen, um hier seinen hirnwichs auszukacken. hast du super gemacht! weiter so! >1kg bauchfett lösen sie pro woche…“ super junge. da ist nur fremdschämen für gelsenkirchen angesagt!

  2. Dennis
    16. Juli 2010 at 11:57 #

    Doch, ich veröffentliche derartige Kommentare immer sehr sehr gern, so kann sich der Leser ein Bild davon machen, um welche Art soziales Millieu es sich handelt, über das berichtet wird.

    Und mit dem Grußwort kann ich sehr gut leben. Ich bin lieber eine ganz arme Wurst, als ein Wirtschaftskrimineller.

  3. Tschoepe
    16. Juli 2010 at 12:17 #

    Herrlich, wie man sich allein durch Stil und Sprache selbst disqualifizieren kann. 😀 Den Kommentar von „deine mudda“ unbedingt stehenlassen, wunderbare Sozialstudie von ganz unten.

  4. Andre
    16. Juli 2010 at 19:54 #

    Ich glaub der hat zuviel Bildung in der Bildzeitung genossen und ist jetzt emotional angeschlagen. Schönen Gruß aus Malle 😀

  5. Kathrin
    20. Juli 2010 at 11:56 #

    Immer wieder schade, wenn man über Leute schreibt, die man garnicht kennt….

  6. SimSch04
    22. Juli 2010 at 11:28 #

    Ich find den Tag „Kriminalität“ schon arg bedenklich an der Grenze zur Rufschädigung

  7. Dennis
    22. Juli 2010 at 13:09 #

    Dann hast du aber ne‘ eigentümliche Auffassung von Legalität.

  8. Karen
    22. Juli 2010 at 20:27 #

    Hallo,

    also mein Mann und ich sind Geschädigte und ich finde den Artikel teilweise unter aller Sau. Es sind hunderte oder tausende von Menschen, die ihren Urlaub nicht antreten können und/oder hohe Verluste in kauf nehmen müssen, und sie schreiben hier noch so einen Schwachsinn wie „Ticket Point aus Buer ist insolvent. “Gott sei Dank” “ – da wünscht man doch, das ihnen ähnliches passiert und dann hätte ich auch kein Mitleid mit ihnen.
    Wen interessieren da Spams?????? Die Dinger kann man löschen.

    „deinemudaa“ hätte sich gewählter ausdrücken können, aber teilweise hat er doch wohl recht: das schicksal tausender ausnutzen, um hier seinen hirnwichs auszukacken – dem stimme ich zu.

  9. Dennis
    23. Juli 2010 at 10:45 #

    Hallo Karen,
    haben Sie zuviel in der Bibel gelesen oder woher kommt Ihre Feindesliebe? Ich berichte über die vermutlich organisiert kriminellen Machenschaften von möglicherweise gewerblichen Betrügern. Meine Anmerkungen zum Spam versuchen zu erklären, wie es zu einer so hohen Kundenfrequenz kommen konnte, dass – folgt man Medienberichten – 1,7 Mio. Euro veruntreut werden konnten.

    Spam lässt sich nicht mal eben löschen und ist, wenn auch nicht immer kriminell, zumindest unseriös.

    Darüber hinaus nutze ich das Schicksal der Geschädigten nicht aus, sondern nutze nur das Recht der freien Berichterstattung. Wenn das in Ihrem Selbstverständis „Hirnwichs“ ist, dann gestehe ich Ihnen diese Meinung gern zu. Ich weiß ja, wo sie herkommt 🙂

  10. Micha
    25. Juli 2010 at 11:31 #

    Mmmh, etwas angeheizte Stimmung hier. Ich habe heute morgen davon gelesen und möchte (ohne jemanden hier anzugreifen) meine Meinung dazu sagen.

    Die Insolvenz:
    Ich denke, das die Betreiberin Frau H. viel Mühe in die Sache steckte und von Ihrem Partner derart betrogen wurde, das ihr Leben erstmal brutal andere Wege geht. Mit viel Glück bleibt sie kein finanzieller „Pflegefall“.
    Aber auch die Mitarbeiter sind derzeit ganz schön am Ar…, obwohl diese wohl Insolvenzgeld bekommen. Aber die Arbeit ist weg.

    Die Internetseite:
    Vielleicht (ich weiß es nicht) hat man selbsternannte SEO Experten beauftragt, die (ist ja selbst BMW passiert) mit fragwürdigen Mitteln gearbeitet haben. Man weiß nicht ob es der willen von Frau H. war solche Mittel zu verwenden, oder ob es der Partner war. Ob jemand sich überhaupt dessen bewußt war.

    Die Mails und Content Spam:
    Auch hier weiß man nicht, wer hier agiert hat und wer was wußte.
    Klar ärgert man sich darüber (auch ich auf meinen Blogs habe ständig den Mist drauf und bekomme ständig Mails (teilweise sogar kackfrech, wenn ich diese rüge).

    Vielleicht hat Frau H. zuviel vertraut und hatte damit (Internetseite / Spam) nichts zu tun. Dann sollte man vielleicht nicht ganz so hart „urteilen“.
    Die betroffenen Kunden sollten sich vielleicht eher an den Partner halten und Frau H. nicht belangen, wenn feststeht, das der Typ alleiniger Täter war. Frau H. würde das Inso durchziehen und gut ist. Der Typ bunkert aber noch Geld und ist wohl für den Betrug verantwortlich.
    Und ich glaube zu wissen, das Forderungen aus Straftaten nicht unter die Pfändungsgrenze fallen also man darf auch darunter pfänden!!
    Muß aber im Titel stehen!!

  11. Dennis
    25. Juli 2010 at 14:16 #

    Micha sei mir nicht böse, aber so einen Bullshit erzähl bitte der Parkuhr.

  12. Micha
    29. Juli 2010 at 18:37 #

    Tja Dennis, es ist Dein Blog. Damit hast DU Hausrecht und kannst jedem erzählen das er scheiße erzählt und Du die Weisheit gepachtet hast. Bitteschön. Mir soll´s egal sein. da eh nur DEINE Meinung zählt

  13. Tschoepe
    29. Juli 2010 at 21:33 #

    *mimimimimiiiii*

    Was soll das Geheule?
    Du kannst Dennis‘ Meinung doch genauso infrage stellen, wie er es mit Deiner tut – et vice versa. Oder ihr setzt Euch bei ’ner schönen heißen Tasse Bachblütentee zusammen und diskutiert über obligatorische und fakultative Ansprüche an ein Blog aus Sicht des Subjektivismus und des Konstruktivismus.

    Und was mir grade noch nebenbei auffällt: Dennis‘ Eintrag nennt zumindest einige Fakten. Bei Dir herrschen vor allem so Phrasen wie „Ich denke“, „vielleicht“ und „weiß man nicht“ vor – und der Kram steht hier drin. Deine Meinung bleibt hier öffentlich einsehbar, sie wird halt nur kritisiert…

  14. SEO Andre
    14. August 2010 at 12:33 #

    Nur mal so am Rande, ich habe bei Ticketpoint bis Januar 2009 in einer Festanstellung als Entwickler gearbeitet. Ich wurde damals um mein Geld und um meinen Urlaub betrogen. Also hörte ich dort auf und zog die leidige Chefin vor das Arbeitsgericht. Geschuldet haben Sie mir 2300,- EURO und meinen Urlaub wollte ich auch ausgezahlt haben, wo sie sagten ich hätte noch 15 Tage offen. Aber ich konnte es ja beweisen, dass es 20 Tage waren. Ob nun der eine Mitarbeiter Herr K. (welcher sich wie der Chef aufführte) Gelder veruntreut hat, oder die Chefin selbst. Es sind einfach alles [editiert Gelsenkirchen Blog] da und ich hatte es schon im Urin, dass so etwas noch passieren wird.

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