Im Sommer war hier im Gelsenkirchen Blog erstmalig die Rede von Prozessen der Getrifizierung, also von der sozialen Umstrukturierung von innerstädtischen Quartieren. Hier in Gelsenkirchen-Bismarck wurde dies im Kontext eines größeren weiter..
Posted on 06 November 2010 by Dennis
Im Sommer war hier im Gelsenkirchen Blog erstmalig die Rede von Prozessen der Getrifizierung, also von der sozialen Umstrukturierung von innerstädtischen Quartieren. Hier in Gelsenkirchen-Bismarck wurde dies im Kontext eines größeren weiter..
Posted on 24 October 2009 by Dennis

Seit dem 22.Oktober drängen sich Menschenmassen durch die nun komplett fertiggestellten Rotunden des Limbecker Platzes in Essen. Ein Shopping-Center der Luxusklasse. An dieser Feststellung wird niemand objektiv vorbei kommen. Ebenso die geographische Position des Centers indiziert auf den ersten Blick, dass die Konstrukteure und Stadtplaner alles richtig gemacht haben. weiter..
Posted on 29 April 2007 by Dennis

Wenn ich die Berichterstattung um das geplante Café Del Sol mitanlesen muss, wird mir regelrecht Angst und Bange um geistige Gesundheit einiger Akteure hier in Gelsenkirchen. Denn zunächst einmal ist es doch hocherfreulich, wenn eine große Gastrokette, wie die Gastro & Soul GmbH aus Hildesheim, Millionen in die um Aufwertung bettelnde Stadt Gelsenkirchen investiert. Arbeitsplätze und vor allem Substanz, für die es sich lohnt nach Gelsenkirchen zu kommen, sind die Folge. Wer aber gestern die Samstagsausgabe der WAZ aufgeschlagen hat, konnte unter dem Titel ” Sonne, Mond und Sklaven” eine aus meiner Sicht vollkommen fehlgeleitete, sinnfreie und respektlose Berichterstattung verfolgen. Die Ortsgruppe vom Bund Deutscher Architekten (BDA) habe sich in einem Brief an die WAZ gewandt. In diesem Schreiben, über dessen Inhalt die WAZ berichtet, machen sich die feinen Herren Architekten Gedanken über den Designcode (Kolonialstil) der Café Del Sol Fillialen:
Die Architekten begrüßten jeden neuen Arbeitsplatz, warnten aber vor den aus der Kolonializeit bekannten Hierarchien der Arbeitswelt: „Sklavenhaltung und Rassentrennung, bei aller Offenheit gegenüber unkonventionellen Experimenten, fänden gerade in Gelsenkirchen kaum Freunde.” Die Architekten scheuen sich auch nicht vor einem Glückwunsch an die Stadtplanung: „Eine schönere Lösung für das Filet-Grundstück am südlichen, Stadteingangstor’ ist schwer vorstellbar”, so Ude ironisches Schlussstatement (vgl. WAZ vom 28.4.07).
Aus meiner ganz persönlichen Sichtweise betrachte ich solche Äußerungen als senil. Ob nun Satire oder Ironie, gegenüber Investoren hat man so nicht aufzutreten. Schon gar nicht dann, wenn man als Architekt nicht in der Lage ist, konstruktive Vorschläge für eigene städtebauliche Problematiken federführend zu etablieren (siehe HSH). Doch nicht nur der BDA sinniert aus meiner Sicht abwertend (ob ernsthaft oder nicht) über das Bauvorhaben der GmbH aus Hildesheim:
Eine städtebaulich ansprechendere Variante hätte man sich für diesen „Gelenkpunkt” gewünscht, räumt Stadtplaner Stefan Rommelfanger auf WAZ-Anfrage ein (vgl.ebd).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass hier der Eindruck entsteht – und aus meiner Sicht nicht nur der Eindruck – dass in Gelsenkirchen Investoren mit Füßen getreten werden. Statt Lob und Freude für dieses in anderen Städten bereits hervorragend funktionierende Gastrokonzept, gibts in Gelsenkirchen, wie man das an den aufgezeigten Beispielen vernehmen kann, öffentlich dumme Kommentare. Ich fürchte fast, das Konzept ist zu edel für Gelsenkirchen. Offenbar ist man nicht in der Lage, das Markenimage und das im Designcode implizierte Gefühl zu dekodieren. Schalke und Bier, das war’s schon hier. Schade.