
Am Schalker Gymnasium regiert offenbar die schulübergreifende Stigmatisierung schwächerer Schüler. weiter..
Posted on 24 June 2009 by Dennis

Am Schalker Gymnasium regiert offenbar die schulübergreifende Stigmatisierung schwächerer Schüler. weiter..
Posted on 10 March 2009 by Dennis
Die Reformpädagogik polarisiert im erziehungswissenschaftlichen Diskurs, wie im öffentlichen. Lange galten die reformpädagogischen Konzepte, etwa die der Maria Montessori oder das Konzept von Rudolf Steiner , auf dem weitestgehend die heutigen Waldorfschulen beruhen, als wertvolle Alternative zur Regelschule.
Im Zuge intensivierter Leistungsanforderungen und dem Zertifikatwahn der (Leistungs-) Gesellschaft werden diese Konzepte aber zunehmend in Frage gestellt. Ob zu Recht oder nicht, dass vermag auch der wissenschaftliche Diskurs nicht hinreichend klären. Möglicherweise klärt es sich nun - und das perverserweise am Beispiel menschlicher Kollateralschäden - in den von den Ruhrbaronen thematisierten zentralen Abschlussprüfungen der 10er Klassen in NRW.
Dass ein Kind nach zehn Jahren die Schule ohne Abschluss verlässt, ist für viele Eltern eine Horrorvision. An Waldorfschulen in NRW könnte sie im Sommer wahr werden, denn zum ersten Mal werden auch Waldorfschüler zentral geprüft. In Bochum droht zwei von drei Kindern das schulische Aus (ebd).
Sollte es so kommen, wie es die Ruhrbarone berichten, entzöge dieses den Reformschulen zunächst gänzlich das Ansehen und möglicherweise langfristig auch die amtliche Legitimation. Wissenschaftlich ist die Reformpädagogik keineswegs in Frage zu stellen. Sie bietet durchaus funktionierende Lehrpraxis vom Kinde aus, die wertvoll ist und unbedingt in den Kontext der modernen Schule integriert werden sollte. Allein ist Sie aber gegenüber den Leistungsanforderungen der modernen Gesellschaft geradezu machtlos. Wenn Wissen vom Kinde aus erarbeitet werden soll, worauf die meisten Reformpädagogen ja abheben, dann muss klar sein, dass dieses eine erhebliche Menge Zeit in Anspruch nimmt. Und so traurig es ist: Die Gesellschaft stellt diese Zeit nicht mehr bereit. Wie ist die Waldorfschule mit dem Anspruch des Abiturs in 12 Jahren vereinbar? Wie wird sichergestellt, dass Schüler dieser Schulform mit den Anforderungen an Hochschulen zurecht kommen? Die zentralen Abschlussprüfungen werden aufzeigen, wie es um diese Schulen bestellt ist. Der Erziehungswissenschaft als Wissenschaft wie auch den Schulämtern dürfte aber seit langem ist klar sein, dass bei den Reformern eine Reform anstehen muss. Und dieses möglichst schnell. Vielleicht ist es für viele Schüler schon zu spät.