Statt internationalem Marketing, internationales Fiasko

Es hätte so schön sein können an diesem Wochenende auf Schalke.

Es hätte so schön sein können an diesem Wochenende auf Schalke.

scherbenhaufen

Es hätte so schön sein können an diesem Wochenende. Saisoneröffnung auf Schalke und dazu ein zweitägiges Vorbereitungsturnier, das im Vorfeld als attraktives Fußballevent angepriesen wurde, welches den Schalkern international zu mehr Medienpräsenz und Marketing verhelfen sollte. Ich selbst war Samstag vor Ort und hatte mich auf einen schönen Fußballtag gefreut, was angesichts der zwei Spiele, die angesetzt waren auch durchaus realistisch war. Zunächst sollte der FC Malaga auf Newcastle United treffen und anschließen die Schalker auf West Ham United.

Soweit so gut. Warum nun ist es nicht so schön geworden, wie erwartet? Die Antwort ist simpel: Als wir in der Arena ankamen, war dort mal nahezu nichts los. Leere Ränge wohin man blickte. Ich war schon froh, dass wir über der Nordkurve saßen, weil man dort wenigstens nicht ganz alleine war. Selbst die Fans aus Newcastle im Gästeblock fielen ziemlich deutlich auf, weil dort die einzige größere Fangruppe außerhalb der Gegengeraden und der Nordkurve zu sehen war.

Das Spiel zwischen Malaga und Newcastle wurde dank Malaga aber trotzdem ganz unterhaltsam und endete mit 3:1 für die Spanier. Zum Schalke Spiel wurde dann wenigstens die Nordkurve etwas voller, aber insgesamt sind 15.000 Fans in der Arena dann doch eher ein verlorenes Grüppchen.
Das nächste Debakel passierte dann zwischen den Spielen, als die Fans von Newcastle den Gästebereich verließen und gleichzeitig die Fans von West Ham in die Südkurve eingelassen wurden. Die englischen Fans hatten nämlich nichts Besseres zu tun, als erst einmal aufeinander loszugehen, so dass die Polizei einschreiten musste. Zum Glück war die ganze Aktion relativ schnell erledigt.

Nun folgte also das Spiel zwischen Schalke und West Ham, aber wer erwartet hatte, dass sich die Knappen vor eigenem Publikum anstrengen würden, wurde bitter enttäuscht. Was wurde in der Presse der Konkurrenzkampf im Kader gepriesen, in dem sich niemand hängen lässt, um seinen Platz nicht zu gefährden. Ich möchte mal wissen, was die Reporter da so alles geraucht haben, um zu dieser Einschätzung zu kommen. Was Samstag am frühen Abend geboten wurde war jedenfalls ein langweiliges Gegurke, wie es schlimmer kaum hätte sein können. Im Elfmeterschießen gewann dann folgerichtig auch West Ham.

Am Sonntag ging das ganze dann fröhlich weiter. 100.000 Fans auf dem Gelände zum Schalker Familientag, aber nur 20.000 davon in der Arena. Malaga schlug West Ham und gewann den Schalke Cup, während sich der Gastgeber auch gegen Newcastle mit einem 1:3 bis auf die Knochen blamierte.
Wäre ich Schalkes Medienberater, hätte ich jetzt diverse schlaflose Nächte. Statt tollem Marketing und Werbung für den Verein bekam man uninspiriertes Ballgeschiebe vor leeren Rängen und damit aus meiner Sicht ein mediales Fiasko.

Spätestens beim Auftritt der Mannschaft am Wochenende, dürfte Horst Heldt dann auch sein Interview aus den letzten Tagen leid getan haben, in dem er vollmundig erklärte, dass man auf Schalke jetzt endlich mal wieder das Selbstbewusstsein haben müsse, daran zu glauben, dass man Bayern „da oben wegholen kann“. Und nach dem zweiten Spieltag gegen eben diese Bayern heißt es dann auf Schalke evtl. schon wieder: „Keller raus!“

Fotos unter CC-Lizenz:

Schalke Logo (Christian Greller)

Hintergrund Steinwand (seier+seier)

Hintergrund Risse (Belle Dee)

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Ein Kommentar zu “Statt internationalem Marketing, internationales Fiasko”

  1. Martin
    4. August 2014 at 13:09 #

    Sehr gut erkannt!
    Der Werbung für dieses Event konnte man sich kaum gänzlich entziehen, auch wenn es in der Wahrnehmung absolut trivial blieb. Wer interessiert sich schon für ein Mini-Turnier, in dem der Dritter der Bundesliga gegen Vereine spielt, die man abseits des direkten Fußballgeschäfts allenfalls aus importierten TV-Serien kennt?
    Das sportliche Abschneiden interessiert dabei herzlich wenig, aber die absolute Trivialität lässt die ganzen Bemühungen zur Farce verkommen. Hoffen wir mal, dass sich Charly nicht in seiner Holzbutze umgedreht hat…

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