Stadtmarketing vor dem Aus

Stadtmarketing vor dem Aus

Es hat lange gedauert, viel zu lange.

Nach einer aktuellen Berichterstattung von DerWesten.de soll die Stadtmarketing Gesellschaft Gelsenkirchen in ihrer jetzigen Konstellation vor dem Ende stehen. Die Verwaltung arbeitet seit geraumer Zeit schon an neuen Konzepten für das Gelsenkirchener Marketing. Offenbar soll Lalakakis, dessen Vertrag nicht verlängert worden wäre, freiwillig zum Jahresende gekündigt haben.

Friedhelm Pothoff, der neue aus Marl nach Gelsenkirchen gewechselte Redaktionsleiter der WAZ Gelsenkirchen, umschreibt das Standing der Stadtmarketing Gesellschaft noch verhältnismäßig gelassen mit „“Irgendwie war diese Gelsenkirchener Tochter nie richtig geliebt und beliebt“, womit er zweifellos im Recht ist. Das Stadtmarketing in Gelsenkirchen war über viele Jahre hinweg mehr als desaströs. In der Hochzeit der Bemühungen, also der Entstehungsphase des Slogans „Gelsenkirchen – Herz im Revier voll Kraft und Zauber“, hat es der Stadt Gelsenkirchen weit über die Region hinaus verunglimpft. In einer Zeit, in der Gelsenkirchen in den Medien vor allem wegen der hohen Arbeitslosigkeitsrate und den Wegzügen regelrecht als Geisterstadt vorgeführt wurde, beabsichtigte das Gelsenkirchner Stadtmarketing das schönzureden, was nicht mehr schönzureden war.

Fehler zu machen ist nicht schlimm, sie über Jahre hinweg zu kultivieren schon.

Eine Stadt, die faktisch pleite war (und nach wie vor sieht es ja nicht rosig aus) als „Herz im Revier voll Kraft und Zauber“ zu bezeichnen und das mit einer amateurhaft gefertigten Kartoffeldruck Symbolik zu untermalen, stieß da nicht nur in der Nachbarschaft auf lautes Gelächter. Ebenfalls mehr als bezeichnend war die Gefolgschaft innerhalb der Gelsenkirchener Wirtschaft. Statt deutlich darauf zu verweisen, dass eine symbolisch-kommunikative Anleihe an „Kraft und Zauber“ nicht nur zum damaligen Zeitpunkt, sondern in aller Ewigkeit für eine Stadt wie Gelsenkirchen ungeeignet ist, beklebten Speditionen und Busunternehmen ihre Fahrzeuge mit dieser grenzdebilen Aussage.

Rekommunalisierung des Marketings.

Die Zukunft des Stadtmarketings wird wohl nun zentral vom Rathaus aus aufgestellt. Der Leiter der städtischen Öffentlichkeitsarbeit Markus Schwardtmann konnte mit seinem Team seit dem Frühjahr 2010 schon für frischen Wind sorgen. Die Presseberichterstattung der Stadt hat sich seitdem spürbar in Frequenz und Qualität verbessert. Es wäre zu begrüßen, wenn zumindest die Entscheidungsgewalt über die städtischen Marketingaktionen auch in seine Hand gelegt würden. Leider deutet der WAZ-Artikel ebenfalls an, dass man aus der Vergangenheit wohl noch immer nicht gelernt hat. Denn so soll – wie schon bei der SMG – das Management der öffentlichen Toiletten und einiger Liegenschaften in den Zuständigkeitsbereich der Öffentlichkeitsarbeit fallen. Finde den Fehler.

5 Kommentare zu “Stadtmarketing vor dem Aus”

  1. Frank Baranowski
    23. Mai 2011 at 17:40 #

    Nicht alles, was in der Zeitung steht, stimmt. (-:

  2. Dennis
    23. Mai 2011 at 22:42 #

    Zum Glück …:-)

  3. Stefan
    24. Mai 2011 at 07:55 #

    “Herz im Revier voll Kraft und Zauber” – ich hatte den Spruch schon fast verdrängt. Grauenhaft.

  4. norbert
    13. September 2011 at 15:42 #

    na gott sei dank – das dieser kulturt***** weg kommt – er wäre in schönheit gestorben – statt sich für die belange und die ansäßige kultur der stadt zu interessieren –
    es kann nur besser werden —
    gruß vom — mittelstand

    [Bitte keine Beleidigungen – Gelsenkirchen Blog]

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  1. Links anne Ruhr (24.05.2011) » Pottblog - 24. Mai 2011

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