Sehr geehrter Herr Prof. Obermeier,

Sehr geehrter Herr Prof. Obermeier,
Der Zauber seid Ihr.

Foto:(c) Gelsenkirchener Geschichten
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dass ausgerechnet Sie sich einmal, mit einem Bleigürtel um den Hals gebunden, zum Thema Stadtmarketing aus dem Fenster lehnen, überrascht mich sehr. Ihren Namen habe ich stets im Kontext des desaströsesten Stadtmarketing in der Geschichte dieser Stadt vernommen. Den Slogan „Herz im Revier voll Kraft und Zauber“ haben Sie mit Ihrem Gesicht öffentlich zelebriert. Dem nicht genug, haben Sie als Professor für Journalismus und PR, in einer zu diesem Zeitpunkt darbenden Stadt, für Kommunikationserlebnisse der besonderen Art gesorgt: „Karl-Martin mit seiner geilen Karre“.

Welches konzeptionelle Ziel verfolgten Sie da? Welchem Semesterkompetenzgrad entspricht diese Kampagne, die gar Ihr Antlitz ziert? Ich persönlich finde, es ist nicht der Hochschule würdig. Im Gegenteil, es verunglimpft aus meiner persönlichen Sicht die gesamte Fakultät. Zu unrecht, schließlich sind in den letzten Monaten erste gute Ansätze zur Marketingarbeit in dieser Stadt veröffentlicht worden.

Die Kritik der – wie Sie sagen – „Kommunikationsprofis“ auf das Niveau von Erstsemestern herabzuwürdigen, ist vor dem Hintergrund Ihres ganz persönlichen und akademischen Outputs zu diesem Themenbereich amüsant. Mir ist nicht bekannt, wen Sie mit dieser in Anführungszeichen stehenden Berufsbezeichnung zu diskreditieren versuchen. Ob es Franz Przechowski ist oder ob ich es bin (niemand sonst hat sich öffentlich geäußert), trauen Sie sich in Ihrer öffentlichen Kritik nicht öffentlich zu machen. Ich selbst habe mich noch nie als „Kommunikationsprofi“ oder „Medienprofi“ bezeichnet. Erstmalig fiel mir der Begriff in einem Kommentar von David Peters  ins Auge, im Übrigen ein Absolvent Ihrer Fakultät und im Aufsichtsrat des Stadtmarketings.

Meine öffentlich geäußerte Kritik bezog sich nicht auf Print im Allgemeinen, sondern auf die benannten Zielgruppen und das rein soziologisch. Ich bin weder gegen eine Stadtzeitung, noch gegen die aktuelle Arbeit der SMG und des Referats für Öffentlichkeitsarbeit. Ich empfinde die aktuellen Bemühungen als gute Grundlagenarbeit für eine erfolgreiche Stadtkommunikation in der Zukunft. Angesichts des desaströsen Stadtmarketings der Vergangenheit – einschließlich Ihrer Studienarbeiten, Herr Professor – ist schon sehr viel Boden gut gemacht worden.

Zauberland – Herr Professor – ist abgebrannt. Und das schon lange. Abschließend möchte ich Ihnen zeigen, was wir „Kommunikationsprofis auf dem Erkenntnisstand von Erstsemestern“ vor drei Jahren für die Stadt Gelsenkirchen geleistet haben. „Gelsenkirchen: Kulturkraftwerk 2010„. Peinlich muss uns das nicht sein.

Ich stelle mich gern der Kritik. Nur Ihre Kritik, Herr Professor Obermeier, kann ich weder akademisch noch fachlich ernst nehmen. Sie schlägt schlicht fehl. Traurig, wenn das „Erstsemester“ behaupten.

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7 Kommentare zu “Sehr geehrter Herr Prof. Obermeier,”

  1. Franz Przechowski
    23. Februar 2013 at 18:22 #

    Zum Erguß und der bislang sichtbaren Leistung von Herrn Prof. Obermeier nur soviel: Auch akademische Titel schützen vor Dummheiten nicht!

  2. Erdinc Attalay
    24. Februar 2013 at 00:32 #

    Obermeier bietet eine so große persönliche wie auch fachliche Angrifftsfläche, dass man nicht weiß, ob man sich nun eine verschärfte Konfronatation seinerseits wünscht oder eher ersparen möchte. Warten wir mal ab – und belächeln ihn soweit einfach nur. 🙂

  3. Herr Mantey
    24. Februar 2013 at 02:31 #

    ich finde es als bürger gut, dass jetzt endlich über stadtmarketing gesprochen – ja sogar gestritten wird. das was früher hier als werbung für die stadt verkauft wurde, war mehr als schlecht. was ich nicht verstehe ist, warum es zugelassen wird, dass die alten experten immer und immer wieder zur rate gezogen werden. von obermeier hab ich nie gehört, das plakat, das sie hier als fotomontage in ihren artikel aufnehmen, habe ich nie gesehen. dass es einen aufsichtsrat für stadtmarketing gibt, habe ich ebenfalls nicht nicht gewusst. wo war der denn die letzten jahre? golfspielen?

  4. Dennis
    24. Februar 2013 at 12:48 #

    @Herr Mantey Das ist KEINE Fotomontage. Das Plakat wurde so und genauso wie alle anderen Motive hinter dem obigen Link geschaltet. Das war eine Kooperation zwischen FH/SMG.

  5. Karl-Martin Obermeier
    24. Februar 2013 at 19:28 #

    @ Dennis: Dass ich mir einen „Bleigürtel um den Hals gebunden“ habe, ist angesichts der Tatsache, dass sich unser Institut in der dritten Etage der Hochschule befindet, eher schwer vorstellbar, zumal ich persönlich nicht schwindelfrei bin! 😉

    Dass die WAZ meine Erwiderung – um die ich gebeten worden bin – nur auszugsweise widergegeben hat – muss ich wahrscheinlich an dieser Stelle nicht betonen, oder?

    Bevor wir den Disput auf elektronischem Wege weiter fortsetzen: Ich lade Sie gerne – im Interesse des Disputs, aber natürlich auch im Interesse der Stadt – gerne auf ein gemeinsames Gespräch, bei einer Tasse Kaffee, an unsere Hochschule ein! Der Kaffee geht auf mich! 😉

    Wir müssen uns – Interesse natürlich vorausgesetzt – eigentlich nur noch auf einen Termin verständigen!

    Herzliche Grüße

    Ihr
    Karl-Martin Obermeier

  6. Dennis
    25. Februar 2013 at 10:05 #

    Lieber Herr Prof. Obermeier,
    herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Dass Sie den Beitrag in der WAZ so 1:1 NICHT von sich gegeben haben, hoffe ich doch 🙂 Ich bin an keinem Disput interessiert, wohl aber an einem konstruktiven Gespräch zur Zukunft der Stadtkommunikation, die scheinbar derzeit wie nie, im Fokus des Interesses steht. Ihre Einladung nehme ich daher gerne an. Zwecks Terminabstimmung melde ich mich bei Ihnen per Email.

  7. Karl-Martin Obermeier
    25. Februar 2013 at 13:51 #

    Prima!
    Freu‘ mich drauf!!! 😉

    Glück auf, Karl-Martin Obermeier

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