Schalke braucht einen Phrasenmäher

Hört man die Aussagen der Spieler und Verantwortlichen des FC Schalke 04 nach der Pokalblamage in Dresden, so bekommt man schnell den Eindruck von hohlen Phrasen, Klammern an Visionen oder das ominöse Pfeifen im Walde.



Hört man die Aussagen der Spieler und Verantwortlichen des FC Schalke 04 nach der Pokalblamage in Dresden, so bekommt man schnell den Eindruck von hohlen Phrasen, Klammern an Visionen oder das ominöse Pfeifen im Walde.

Aussagen wie „Wir waren in der Abwehr fahrlässig.“ (Horst Heldt), „Das Spiel ist so gelaufen, wie die Dresdner sich das gewünscht haben“ (Klaas-Jan Huntelaar) oder „Wer so wahnsinnig war, die Mannschaft zu unterschätzen, dem ist nicht mehr zu helfen“ (Jens Keller) erwecken zwar den Anschein, dass Schalke die Fehler erkennt, allein es fehlt der Glaube daran, dass auch wirklich etwas passiert. Dass der Trainer den Mumm hat seinen Drohungen auch mal Taten folgen zu lassen und notfalls auch mal einen Spieler wie Kevin Prince Boateng auf die Bank zu setzen, scheitert schon an der Art, wie diese Drohungen formuliert werden: „Wenn da einer nicht mit der richtigen Einstellung ins Spiel geht, wie das bei dem einen oder anderen den Anschein gemacht hat, dann sind die fehl am Platz und das wird auch deutlich angesprochen.“

Wie darf man das verstehen? Wird da der Zeigefinger erhoben und „Du, du, du“ gesagt? Oder wird den so genannten Stars mitgeteilt „So geht das aber nicht“? Irgendwie keimen in mir Zweifel auf, dass so etwas irgendeinen Effekt hat und den Spielern letztlich nicht völlig egal ist. Warum nicht einmal ein „So geht das nicht“ gefolgt von einem Platz auf der Bank? Meiner Meinung nach muss sich ein Trainer das trauen, wenn es nicht läuft. Wer schlechte Leistung bringt, sitzt draußen und zwar unabhängig vom Namen. Dann wird der ein oder andere vielleicht auch mal wach. Noch besser wäre das natürlich mit leistungsbezogenen Verträgen, bei denen schlechte Leistung direkt ins Geld geht, aber davon ist die Fußballwelt mindestens genauso weit entfernt, wie die Erde von der Sonne und das obwohl man heute jeden Laufweg, Pass und Torschuss technisch erfassen und exakt analysieren kann.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Schalke in nächster Zeit wohl nur einen Titel holen könnte. Gäbe es eine Meisterschaft im Phrasen dreschen, wäre S04 sicher ganz vorne mit dabei. Zeitlich absolut unglücklich platzierte Interviews wie das mit Clemens Tönnies (gestern Abend auf derwesten.de), in dem er darüber spricht, dass Schalke in Zukunft wieder Titel holen wird, komplettieren nach dem Desaster im Schalke Cup und der Pokal-Blamage in Dresden dann nur noch das derzeit absolut desolate Gesamtbild und so bleibt am Ende eigentlich nur eine Erkenntnis: Was Schalke dringender braucht, als der Platzwart den Rasenmäher, wäre jemand, der sich als Phrasenmäher betätigt und den Verantwortlichen und Spielern mal wieder klar macht, dass es nicht ums Reden, sondern ums Handeln geht! Was am Ende zählt ist nicht die Analyse nach dem Spiel, sondern das Ergebnis!

Bilder unter CC-Lizenz:
Rasenmäher von Martin Wehrle (https://www.flickr.com/photos/der_sich_den_wolf_tanzt/3496683002)
Rasen von deggert07 (https://www.flickr.com/photos/68782857@N00/5131973628)

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