Runde Tische

An diesem schönen Montag bin ich von der aus der Not gegründeten Interessengemeinschaft Ahstraße, vermittelt durch die von mir betreute Firma Wilp, darum gebeten worden, einem „runden Tisch“ beizuwohnen. Es trafen sich die Stadtmarketing Gesellschaft Gelsenkirchen, vertreten durch Herrn Lalakakis sowie Frau Schröder. Die Interessengemeinschaft, die es bis zu dem heutigen Treffen nicht gab, wurde vorrangig vertreten durch Herrn Dr. Heescher als Rechtsanwalt, sowie von den Händlern der Ahstraße, wovon einige heute offenbar verhindert schienen oder sich schlicht nicht getraut haben, zu erscheinen. Nachdem sich die Akteure zusammenfanden, übernahm Herr Dr. Heescher das Wort und wies auf die prekären Umstände in der Ahstraße hin, was er gleichzeitig zum Anlass nahm, nach den Zuständigen für diesen Missstand zu fragen. Herr Lalakakis antwortete – wie von mir erwartet – mit formal-organisatorischen Interna, die darauf abzielten, die Zusammenarbeit von SMG und Werbegemeinschaft City zu verdeutlichen, nicht aber darauf angelegt waren, die Frage inhaltlich zu beantworten. Nachdem ich Herrn Lalakakis darauf hinwies, fragte mich ein mir bis zu diesem Zeitpunkt unbekannter Mensch (offenbar der Chef vom Bierstand) relativ despektierlich nach meiner Funktion in der Runde. Nachdem ich das deutlich machte, durfte ich dann fortfahren. Herr Lalakakis begann dann zu erklären, warum der Weihnachtsmarkt so ist, wie er ist. Man sei seitens der Stadtmarketing selbst nicht zufrieden mit der Situation. Koordinationsprobleme, ein Mangel an Ausstellern, die überhaupt nach Gelsenkirchen wollen und der kurze Planungsvorlauf können nicht zu einem hervorragenden Ergebnis führen. Herr Lalakakis, der überdies eine sehr angenehme Art hat zu diskutieren, erläuterte dann erneut weitere durchaus nachvollziehbare Aspekte, die alle zu dieser Situation geführt hätten. Eine konkrete Antwort auf die Frage, wer die Planung der Stände koordiniert und wer sowohl zur City Woche im Herbst den Schlauch formte als auch jetzt den Weihnachtsmarkt plante, blieb er jedoch schuldig.
Als ein Ergebnis des über zweistündigen Gesprächs kann festgehalten werden, dass Herr Lalakakis der Händlergemeinschaft ans Herz legte eine formal organisierte Interessensvertretung ins Leben zu rufen, deren (zukünftig) gewählte Vertreter er dann gezielt in die zukünftigen Planungen der SMG einbeziehen könne. Auch sonst stellte er sich als persönlicher Ansprechpartner den Händlern zur Verfügung. Was positiv war: Herr Lalakakis verstand es, die Händler zu beruhigen und – was mich überraschte – er nahm jeden einzelnen Akteur mit seinem Anliegen sehr ernst. (Zumindest gab er ihnen das Gefühl) Was das alles gebracht hat, zeigt die Zukunft. Morgen treffen wir uns mit Herrn Oberbürgermeister Baranowski und es wird sich zeigen, was Lalakakis ihm heute mit auf den Weg gegeben hat und was nicht.

Ich persönlich habe – wie gesagt – Lalakakis als einen sehr intelligenten und angenehmen Gesprächspartner kennen gelernt. All das macht es für mich noch unverständlicher, wie er zu einem solch’ naiven Slogan (Herz im Revier voll Kraft und Zauber) stehen kann. Und wer als Person für das Ständechaos zuständig ist, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.

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