Public Viewing zur EM 2012.

Public Viewing zur EM 2012.

Public Viewing? Fehlanzeige! Wie Gelsenkirchen kampflos wichtige Sympathiepunkte an Nachbarstädte verschenkt.

Wenn Gelsenkirchen mit etwas wirklich Positiven besetzt ist, dann mit der Zuschreibung eine DER Fußballstädte in Deutschland zu sein. Leider sieht sich Gelsenkirchen ganz offenbar selbst so nicht. Das Stadtmarketing der letzten Monate, vor allem nach dem Abdanken der alten Stadtmarketingführung, ist hingegen durchaus von Lichtblicken geprägt. Gelsenkirchen mit dem Festivaljahr auch überregional ins Gespräch zu bringen, war endlich ein Vorstoß entlang relevanter Inhalte zu kommunizieren – statt wie zuvor – inhaltsleere Slogan („Herz im Revier voll Kraft und Zauber“) auf jede städtische Wand und jedes Fahrzeug zu bringen.

Public Viewing zur EM 2012 in Gelsenkirchen wäre mehr als nur eine Veranstaltung. Es wäre ein Fest.

Gelsenkirchen braucht Inhalte, die erst geschaffen werden müssen, um dann verkauft werden zu können. Das allgemeine Produktmarketing unterscheidet sich in diesem Punkt nicht vom spezifischen Stadtmarketing. Je besser das Produkt, desto einfacher und günstiger ist der Verkauf bzw. die Kommunikation. Das uralte und heutzutage nahezu von Grundschülern beherrschte Prinzip von „Angebot und Nachfrage“ kommt hier federführend zum Tragen. Welche Nachfrage lässt sich also aller Wahrscheinlichkeit in einer Fußballstadt, die selbst WM-Stadt war, ableiten?  Es wird wohl der allgemeine Wunsch zum Public Viewing in Gelsenkirchen sein, die Bürgerinnen und Bürger aus sich selbst heraus antreibt. Leider nutzt das Gelsenkirchener Marketing diese Disposition nicht und verschenkt völlig kampflos wichtige Sympathiepunkte an die Nachbarstädte. Und wie das so beim Standortwettbewerb ist, bedeutet Sympathie immer auch Geld.

Gelsenkirchen kann Public Viewing, das konnte die Stadt als WM-Stadt beweisen.

Gelsenkirchen möchte nach Berichten der Lokalberichterstattung kein Public Viewing zur EM 2012 anbieten. Zur WM damals gab es das offensichtlich auch nur, weil Gelsenkirchen WM-Stadt war. Schade Gelsenkirchen, das wäre ihr Hauptpreis gewesen. Gerade das Public Viewing damals in Gelsenkirchen war DER Publikumsmagnet. Die WM damals in Gelsenkirchen war genial geplant und professionell ausgeführt, kaum eine andere Stadt konnte da mithalten. Auch das Public Viewing gehörte zu den Highlights. Nun wandern die Fans in die Nachbarstädte ab. Public Viewing in Recklinghausen etwa oder in der König Pilsener Arena, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Um im Fuballjargon zu bleiben: Dumm, einen solchen Elfmeter zu verschießen. Hier kann man sich das frühere „Fan Fest“ nocheinmal ansehen.

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4 Kommentare zu “Das St. Josef-Hospital in Horst soll 2017 geschlossen werden.”

  1. Franz Przechowski
    19. Dezember 2016 at 11:22 #

    Zutreffende Analyse. Alle Probleme hinsichtlich Weihnachtsmärkte in Gelsen und in Buer sind hausgemacht und durch nichts mehr zu entschuldigen. deine kennzeichnung „strukturelle Geschäftsunfähigkeit“ trifft den Kern. Aber darüber hinaus fehlt auch der Sinn für die konzeptionelle Gestaltung und emotionale sowie inhaltliche Aufladung von Events, die auf die Marke GE einzahlen sollen. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Budgets, sondern der professionellen Fähigkeiten. Ich bin kürzlich erst wieder wegen meiner Bemerkung „SMG ist eine Laienspielschar“ gescholten worden. Angesichts der miesen Performance möchte ich bei meiner Beurteilung bleiben und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gleich mit einbeziehen.

  2. Sabine
    19. Dezember 2016 at 20:14 #

    Dann geht doch endlich hin statt nur zu mosern

  3. Albert Ude
    21. Dezember 2016 at 17:12 #

    Die Analyse geht in Ordnung. Die Hinterfragung klammert die Mittäterschaft des örtlichen Einzelhandels leider völlig aus. Die Anlieger der Bahnhofstrasse haben kein Interesse an einem Weihnachtsmarkt, der als zentrale Veranstaltung auftritt. Die Mitwirkenden der SMG, des Umbaubüros und die für die blau-weiße Kugelplastik Verantwortlichen sind gutmeinende, aber hoffnungslos überforderte Amateure und Dilettanten, deren schlimmster Alptraum es ist, von professionellen Akteuren, ja auch bereits von schlichten Menschen, die sich einfach mal in anderen Städten umgeschaut haben, erzählt zu bekommen, wie ein Weihnachtsmarkt aussieht, ja, was überhaupt ein Weihnachtsmarkt ist. Die in Gelsenkirchen stattfindende Veranstaltung darf man auf einer Skala von 1 – 10 bei minus fünf verorten, eine gefühlte Tendenz zur Qualitätssteigerung ist illusionistische Schönrederei. Wollte man eine Verbesserung um fünf Punkte erzielen, so bedeutete das, den Nullpunkt anzustreben, die Veranstaltung also schlicht zu unterlassen. Stattdessen empfiehlt sich ein Busshuttle nach Dortmund, Essen oder Münster, oder in die kleinen niederländischen Orte oder an den Niederrhein.
    Das ist alles sehr schade, leider aber so zutreffend. In meiner Erinnerung ist die Reibeplätzchenhütte am Anfang der Bahnhofstrasse rechts der aus dem Betrachtungsraster heraustanzende kulinarische Höhepunkt der Meile. Die Reststrecke schaffe ich nicht: Kabel, Mülltonnen, Ramschstände, Trink- und Nahrungsmittelhütten. Und – mit Verlaub – Menschenmassen. Nur eins hat sich verbessert: Zu Zeiten von Lalakakis wurde noch WDR 4 über die Lautsprecher eingespielt. Das ging gar nicht.

  4. szodruch, maggie
    22. Dezember 2016 at 16:35 #

    Leider muss ich Albert Ude in allen Aussagen Recht geben !

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