Peter Peters und die eigene Meinung

Das Kindergarten Theaterstück S04 vs. Innenminister Ralf Jäger bzw. die Gelsenkirchener Polizei, hat, so glaube ich, aktuell den absolut absurdesten Höhepunkt erreicht. Offensichtlich „bereut“ Peter Peters, Schalke-Vorstand und – neben den Ultras – Hauptkritikführer am Polizeieinsatz beim PAOK Spiel, seine durchaus harte Kritik an der Polizei Gelsenkirchen und Innenminister Ralf Jäger. Nun berichtet „DerWesten“ von einem Treffen zwischen Peter Peters und Ralf Jäger, bei dem man übereingekommen sei, dass nun die Polizei doch wieder das Gelsenkirchener Stadion betrete, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Peters selbst wird bei „DerWesten“ mit den Worten zitiert, dass er seine vorangegangene Kritik an der Polizei in der Wortwahl und Tonart nicht noch einmal so wählen würde. Das klingt zwar auf den ersten Blick öffentlichkeitswirksam vernünftig, es hat aber vor dem Hintergrund der vorausgegangenen Hasstriaden in Richtung Polizei ein bisschen etwas von „Umkippen“. Wenn meine Meinung zum Polizeieinsatz feststeht und ich sie derart „rau“ kundtue, dann sollte ich sie fundiert auch unter heftiger Gegenwehr begründen können und letztlich verteidigen. Im Nachgang eines 90 Min. Gesprächs mit dem „Vertreter der Staatsmacht“ weichgespülte Pressestatements („Wir sind Partner, und zu einer Partnerschaft gehört dazu, dass man miteinander redet und nicht übereinander.“) zu geben, dürfte weder der eigenen Autorität gegenüber der Polizei noch gegenüber den Fans und Ultras des Schalke04 zuträglich sein. Peters konnte sehr wahrscheinlich durch sein kleinlautes Einlenken den finanziellen Supergau, nämlich den Abzug der Polizei aus dem Stadion, abwenden. Peters hat das Duell gegen Jäger haushoch verloren, was abzusehen war.

Aber auch in Richtung Ralf Jäger (SPD) sollte der aufgeklärte Sportbeobachter kritisch blicken. Sein aktionistisch-populistisches Verhalten auf Kritik mit einem Komplettabzug zu reagieren, hat mehr von Kindergarten als von Landtag. Natürlich geht es bei der Entscheidung um viel Geld, das eingespart werden könnte. Natürlich ist es nicht angenehm für die diensthabenden Polizistinnen und Polizisten, die unter Einsatz ihrer Gesundheit für Ruhe und Frieden in Stadien sorgen sollen, zum Spielball der Medien zu werden, aber so ganz und gar lässt sich meiner persönlichen Meinung nach auch nicht der Eindruck ausräumen, dass Ralf Jäger ein Interesse daran hat, sich als „eiskalter Hardliner“ zu positionieren. „Eiskalte Hardliner“ machen aber in aller Regel politische Fehler. So auch Jäger. Sein Vorstoß, die Polizei nur im Schalke Stadion abzuziehen und nicht in allen NRW-Stadien, brachte ihm Kritik aus allen Lagern ein. Insofern ist es auch für Jäger ein Gewinn hier (etwas) politisch zurückzurudern und die Einsätze nicht komplett auszusetzen, sondern sie zu begrenzen.

Business as usual also. Nur bitte Herr Peters, erzählen Sie nichts von Partnerschaft und harmonischen Dialogen. Vielleicht besorgt sich Peters zwischenzeitlich eine eigene Meinung, dann können die Fans und der Rest der Welt, seine Äußerungen auch in der Zukunft ernst nehmen.

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  1. Links anne Ruhr (16.09.2013) » Pottblog - 16. September 2013

    […] unverantwortliche Rückzug der Polizei von Schalke-Spielen ist zurückgenommen. Siehe auch Gelsenkirchen-Blog und Ruhrbarone zu der Angelegenheit und den verbalen Rückzug von Peter […]

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