Karl.D: Propaganda von Rechtsaußen.

Karl.D: Propaganda von Rechtsaußen.

Karl.D. Argument von rechts Außen

In den vergangenen Wochen kursierten mysteriöse Flugblätter durch Gelsenkirchen. Absender ist PRO NRW. Thema ist Karl.D und Frank Baranowski.

„Wer etwas wichtiges zu sagen hat, macht keine langen Sätze“, textete einst die Agentur Jung von Matt für die BILD. Pro NRW hat nichts Wichtiges zu sagen und füllt damit trotzdem einen Flyer. Wie immer in miserablen Deutsch und mit einer Hasskappe auf OB Frank Baranowski, der mehrfach öffentlich betont hat, was er von der Partei hält. Nämlich gar nichts. Offenbar vor Entsetzen schafft es die Partei in ihrem Flyer noch nicht einmal seinen Namen richtig zu schreiben. Als persönlichkeitstiftendes Testimonial hat Pro NRW Gelsenkirchen diesmal nicht den mittlerweile als „Ewigstudent“ (Ruhrbarone) bekannten Kevin Hauer, sondern ein anderes Familienmitglied mit dem Namen Marlies Hauer gewählt. Wahrscheinlich soll die Bildunterschrift (Mutter, Großmutter und Bezirksverordnete in Gelsenkirchen für PRO NRW) und das weibliche Antlitz der Dame der Zielgruppenemotionalisierung gelten.

Nebenbei wird das Weltbild der Partei ebenfalls zielgruppenspezifisch trivial aufbereitet, damit deren Wähler die Welt auch kapieren. Alle anderen Parteien außer ProNRW sind „Die verbrauchten Altparteien“ dazu zählen auch „einige Richter„.  Frank Baranowski im Jargon bei PRO NRW offenbar auch gern Frank Baranwoski genannt, ist nach Auffassung der Partei böse. Begründung: „Freiheitliche Politiker (Pro Nrw GE meint sich selbst) will der SPD-Mann nicht in Gelsenkirchen, aber anscheinend einen Sexualstraftäter und Kinderschänder, der dauerhaft überwacht werden muss.“ Pro NRW bemüht das Thema Karl.D. um überhaupt noch mit irgendeinem Thema politisch stattfinden zu können. Hierbei handelt es sich um einen verurteilten Sexualstraftäter, der nach dem Absitzen seiner Haft in Gelsenkirchen eine Wohnung sucht. Pro NRW propagiert aktuell den Schutz von Kindern vor Karl D. mit Hilfe einer Petition. Nachdruck verleiht Pro NRW Gelsenkirchen der Petition mit möglicherweise selbst ausgedachten pornografischen Gewaltphantasien:

„Karl D. ließ zwei Mädchen in seinen Bus einsteigen. Er fuhr in den Wald und fesselte die Mädchen, stülpte ihnen einen Sack über den Kopf und misshandelte die Mädchen auf beispiellos teuflischer [sic!] Weise vier Stunden lang. Er führte Gegenstände den Mädchen in den Unterleib ein [sic!] und nähte die Schamlippen zu, bevor Karl D. die Kinder aus dem Bus warf. ‚So etwas haben selbst wir noch nicht gesehen‘ , sagte eine entsetzte Gerichtsmedizinerin.“

Für Pro NRW gehört Karl D. „hinter Gittern“ [sic!] und für alle anderen gehört Pro NRW in den Deutschunterricht. Kriminologen nennen derartige Ausführungen „Täterwissen“, ein Wissen, dass nur der Täter oder Mittäter haben kann. Da auch die Gerichtsmedizinerin nicht benannt ist, ist davon auszugehen, dass Marlies Hauer, die Mutter und Großmutter, dieses vermutlich ausgedachte Horrorszenario in Verbindung mit ihrem Gesicht dem Werbeerfolg ihrer „Partei“ unterordnet.

Das ist abartig, aber es erklärt, warum die Partei in Gelsenkirchen keinerlei Relevanz hat. In Gelsenkirchen schreibt so mancher 8-Klässler mit Migrationshintegrund bessere Texte als Marlies Hauer. Vielleicht ist das ja der Grund, warum Pro NRW alle Nichtdeutschen ebensowenig mag, wie Karl D. Irgendwas muss man ja hassen, wenn man den ganz Tag nichts zu tun hat.


-Anzeige-

4 Kommentare zu “Das St. Josef-Hospital in Horst soll 2017 geschlossen werden.”

  1. Franz Przechowski
    19. Dezember 2016 at 11:22 #

    Zutreffende Analyse. Alle Probleme hinsichtlich Weihnachtsmärkte in Gelsen und in Buer sind hausgemacht und durch nichts mehr zu entschuldigen. deine kennzeichnung „strukturelle Geschäftsunfähigkeit“ trifft den Kern. Aber darüber hinaus fehlt auch der Sinn für die konzeptionelle Gestaltung und emotionale sowie inhaltliche Aufladung von Events, die auf die Marke GE einzahlen sollen. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Budgets, sondern der professionellen Fähigkeiten. Ich bin kürzlich erst wieder wegen meiner Bemerkung „SMG ist eine Laienspielschar“ gescholten worden. Angesichts der miesen Performance möchte ich bei meiner Beurteilung bleiben und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gleich mit einbeziehen.

  2. Sabine
    19. Dezember 2016 at 20:14 #

    Dann geht doch endlich hin statt nur zu mosern

  3. Albert Ude
    21. Dezember 2016 at 17:12 #

    Die Analyse geht in Ordnung. Die Hinterfragung klammert die Mittäterschaft des örtlichen Einzelhandels leider völlig aus. Die Anlieger der Bahnhofstrasse haben kein Interesse an einem Weihnachtsmarkt, der als zentrale Veranstaltung auftritt. Die Mitwirkenden der SMG, des Umbaubüros und die für die blau-weiße Kugelplastik Verantwortlichen sind gutmeinende, aber hoffnungslos überforderte Amateure und Dilettanten, deren schlimmster Alptraum es ist, von professionellen Akteuren, ja auch bereits von schlichten Menschen, die sich einfach mal in anderen Städten umgeschaut haben, erzählt zu bekommen, wie ein Weihnachtsmarkt aussieht, ja, was überhaupt ein Weihnachtsmarkt ist. Die in Gelsenkirchen stattfindende Veranstaltung darf man auf einer Skala von 1 – 10 bei minus fünf verorten, eine gefühlte Tendenz zur Qualitätssteigerung ist illusionistische Schönrederei. Wollte man eine Verbesserung um fünf Punkte erzielen, so bedeutete das, den Nullpunkt anzustreben, die Veranstaltung also schlicht zu unterlassen. Stattdessen empfiehlt sich ein Busshuttle nach Dortmund, Essen oder Münster, oder in die kleinen niederländischen Orte oder an den Niederrhein.
    Das ist alles sehr schade, leider aber so zutreffend. In meiner Erinnerung ist die Reibeplätzchenhütte am Anfang der Bahnhofstrasse rechts der aus dem Betrachtungsraster heraustanzende kulinarische Höhepunkt der Meile. Die Reststrecke schaffe ich nicht: Kabel, Mülltonnen, Ramschstände, Trink- und Nahrungsmittelhütten. Und – mit Verlaub – Menschenmassen. Nur eins hat sich verbessert: Zu Zeiten von Lalakakis wurde noch WDR 4 über die Lautsprecher eingespielt. Das ging gar nicht.

  4. szodruch, maggie
    22. Dezember 2016 at 16:35 #

    Leider muss ich Albert Ude in allen Aussagen Recht geben !

Schreibe einen Kommentar

Bitte schreiben Sie uns Ihren Kommentar. Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht