JU Münster: Shitstorm um des Shitstorm Willen

Junge Union Münster vor der Reichsflagge
Die Jugendorganisationen der Parteien in Deutschland vertreten in der Regel die Grundwerte und Positionen der Mutterparteien. Die Jusos, die der SPD und die Junge Union, eigendlich die der CDU. In Münster macht die Junge Union nun aber aufgrund eines Bildes von sich reden, auf dem Mitglieder vor der Reichsflagge posieren und zwar in einer derart abartigen Symbolik, dass der Mutterpartei dieses durchaus zum Verhängnis werden könnte.

Junge Union Münster posiert vor Reichsflagge und Parteilogo. 

Während etwa der Westen darüber berichtet, dass die Reichsflagge Stein des Anstoßes sei und auch die Ruhrbarone darauf verweisen, muss zusätzlich angemerkt werden, dass die gesamte Bildkomposition an die Versammlungen rechtsgerichteter Organisationen erinnert. Niemand der JU-Mitglieder hat diesen Umstand vor der Veröffentlichung erkannt. Es stellt sich daher die berechtigte Frage, ob die angehenden Jungpoliter der CDU einer groben historischen Unkenntnis erlegen sind und derartige symbolische Bilder nicht auf ihre Wirkung hin prüfen können oder, ob die Wirkung schlicht intendiert war. Sollte letzteres der Fall sein, tut die CDU gut daran, alle abgebildeten Personen im Zweifel aus der Partei zu werfen. Das was die JU auf Facebook feiert ist symbolisch unerträglich und wäre durchaus vermeidbar gewesen. Ein Shitstorm, der möglicherweise provoziert ist, mit welchem Ziel auch immer.

Es ist eine Schande und es ist grenzenlos dumm, aber es zeigt, welchen Drift selbst demokratische Parteipolitik nehmen kann, wenn ihr nicht auf die Finger geschaut wird.

(Foto: Screenshoot Facebook-Präsenz // JU Münster)

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4 Kommentare zu “Das St. Josef-Hospital in Horst soll 2017 geschlossen werden.”

  1. Franz Przechowski
    19. Dezember 2016 at 11:22 #

    Zutreffende Analyse. Alle Probleme hinsichtlich Weihnachtsmärkte in Gelsen und in Buer sind hausgemacht und durch nichts mehr zu entschuldigen. deine kennzeichnung „strukturelle Geschäftsunfähigkeit“ trifft den Kern. Aber darüber hinaus fehlt auch der Sinn für die konzeptionelle Gestaltung und emotionale sowie inhaltliche Aufladung von Events, die auf die Marke GE einzahlen sollen. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Budgets, sondern der professionellen Fähigkeiten. Ich bin kürzlich erst wieder wegen meiner Bemerkung „SMG ist eine Laienspielschar“ gescholten worden. Angesichts der miesen Performance möchte ich bei meiner Beurteilung bleiben und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gleich mit einbeziehen.

  2. Sabine
    19. Dezember 2016 at 20:14 #

    Dann geht doch endlich hin statt nur zu mosern

  3. Albert Ude
    21. Dezember 2016 at 17:12 #

    Die Analyse geht in Ordnung. Die Hinterfragung klammert die Mittäterschaft des örtlichen Einzelhandels leider völlig aus. Die Anlieger der Bahnhofstrasse haben kein Interesse an einem Weihnachtsmarkt, der als zentrale Veranstaltung auftritt. Die Mitwirkenden der SMG, des Umbaubüros und die für die blau-weiße Kugelplastik Verantwortlichen sind gutmeinende, aber hoffnungslos überforderte Amateure und Dilettanten, deren schlimmster Alptraum es ist, von professionellen Akteuren, ja auch bereits von schlichten Menschen, die sich einfach mal in anderen Städten umgeschaut haben, erzählt zu bekommen, wie ein Weihnachtsmarkt aussieht, ja, was überhaupt ein Weihnachtsmarkt ist. Die in Gelsenkirchen stattfindende Veranstaltung darf man auf einer Skala von 1 – 10 bei minus fünf verorten, eine gefühlte Tendenz zur Qualitätssteigerung ist illusionistische Schönrederei. Wollte man eine Verbesserung um fünf Punkte erzielen, so bedeutete das, den Nullpunkt anzustreben, die Veranstaltung also schlicht zu unterlassen. Stattdessen empfiehlt sich ein Busshuttle nach Dortmund, Essen oder Münster, oder in die kleinen niederländischen Orte oder an den Niederrhein.
    Das ist alles sehr schade, leider aber so zutreffend. In meiner Erinnerung ist die Reibeplätzchenhütte am Anfang der Bahnhofstrasse rechts der aus dem Betrachtungsraster heraustanzende kulinarische Höhepunkt der Meile. Die Reststrecke schaffe ich nicht: Kabel, Mülltonnen, Ramschstände, Trink- und Nahrungsmittelhütten. Und – mit Verlaub – Menschenmassen. Nur eins hat sich verbessert: Zu Zeiten von Lalakakis wurde noch WDR 4 über die Lautsprecher eingespielt. Das ging gar nicht.

  4. szodruch, maggie
    22. Dezember 2016 at 16:35 #

    Leider muss ich Albert Ude in allen Aussagen Recht geben !

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