
Nun also doch: Frank Baranowski hat angekündigt, gegen die Stadt Recklinghausen den Klageweg zu beschreiten.Stein des Anstoßes ist der Ausbau der Löhrhof Arcaden. Recklinghausen plant mit 90 Geschäften auf rund 30.000qm ein Einkaufsparadies á la CentrO und Limbecker Platz. Buer sieht sich durch die Erweiterung bedroht.
„Wir werden unsere Interessen wahren und gegen das Vorhaben rechtlich vorgehen”
, so Baranowski gegenüber der WAZ.
Ich persönlich halte nichts von einer Klage gegen die Nachbarstadt Recklinghausen, weil ich zum einen der Auffassung bin, dass eine juristische Auseinandersetzung in diesem Fall mehr kostet als sie nützt. Ich gehe davon aus, dass die Klage höchstens einen Aufschub des Ausbaus bewirken kann, ob dieser auch dadurch verhindert werden wird wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Darüber hinaus bin ich der Aufassung, dass dieser Weg nicht zu Frank Baranowski passt. Mir leuchtet weder Grund noch Ziel dieser Klage ein. Es ist völlig offen, ob der Ausbau überhaupt irgendeine Auswirkung auf Buer haben wird. Und warum überhaupt nur auf Buer? Jedes Shoppingcenter in jeder Nachbarstadt hat direkte Auswirkungen auf alle Einkaufsstraßen dieser Stadt. Daran werden Gerichte nichts ändern.
Klagen verbessert darüber hinaus nicht gerade den Ruf der Stadt Gelsenkirchen in Recklinghausen. Ich hatte mich diesbezüglich ja schon vor der Komunalwahl geäußert. Es ist das erste Mal in Frank Baranowskis Amtszeit, in der ich eine Entscheidung von ihm als völlig aussichtslos bewerte. Darauf wette ich wahlweise ne’ Kiste Veltins oder Sinalco, die ich persönlich im Rathaus vorbei bringe, sollte Frank Baranowski mit der Klage doch erfolgreich sein. Und das nicht etwa zur Belohnung (Ich finde klagen dann immer noch Käse), sondern als Mahnung an mich selbst, mich zukünftig nicht mehr so weit aus dem Fenster zu lehnen
Auch die Kommentare bei derWesten.de sind fast einstimmig gegen die Entscheidung Baranowskis. Das ist ungewöhnlich und spiegelt möglicherweise die Verwunderung über die Entscheidung des Stadtoberhaupts.
Foto: Screenshot: Recklinghausen-Acaden.de


October 28th, 2009 at 00:26
Anders gesehen kann Baranowski und damit Gelsenkirchen so nur gewinnen. Gewinnt die Stadt die Klage, hat sich das vermeintliche Problem Arcaden vorerst erledigt. Verliert man die Klage, ist Recklinghausen als Einkaufsstadt oder gar -zentrum fünf Jahre später eh tot. Das Projekt scheint einfach überdimensioniert und sein Erfolg damit mehr als nur fraglich.
October 28th, 2009 at 12:14
“Klagen verbessert darüber hinaus nicht gerade den Ruf der Stadt Gelsenkirchen in Recklinghausen.”
Beim dem Ruf macht das auch nichts mehr aus.
Und die Recklinghäuser werden auch weiterhin eher in Dortmund oder Essen shoppen, und höchstens nach GE fahren, wenn sie Putin04-Fans sind.