Gelsendienste und der Silvesterdreck. Knaller PR

04 January 2008 von Dennis

In einem kurzen Anreisser der WAZ Gelsenkirchen am heutigen Freitag, wird deutlich, was in Gelsenkirchen, der Stadt voll Herz im Revier und Kraft und Zauber noch verbessert werden könnte: Die Stadtreinigung. Denn schließlich lässt sich noch immer, in so manchem Kopf ausserhalb der Stadt, das Vorurteil “Gelsenkirchen ist dreckig” finden. Und so heißt es in der WAZ: “Vier Tage nach Silvester ist die Stadt verdreckt”. Doch das Aufzeigen dieses Missstandes richtet sich nicht etwa gegen die Gelsendienste, sondern gegen den Bürger, der für den Dreck u.U. sogar bestraft werden würde:

“Wer die Straße mit seinen Silvesterknallern (oder Flaschen,Essensresten oder sonstigem Müll) verschmutzt, der ist dazu verpflichtet, die Reste auch wieder wegzuräumen”. ” Wer dem nicht nachkommt, muss mit einer Geldbuße zwischen fünf und tausend Euro rechnen”, sagt Martin Schulmann”(ebd.)

Soweit ist das in der Theorie zu akzeptieren und wird von den Meisten auch so gelebt, doch die Geldbuße als Drohmittel ist nur der Beginn dieser Pr-Gau Mitteilung. Denn Gelsendienste investiert Ihre Überlegungen offenbar nicht in Maßnahmen, wie die Stadt nun schnell sauber zu bekommen sei, sondern sinniert öffentlich darüber, dass den “Tätern” so schwer beizukommen sei:

“Sie müssen den Verursacher ja erstmal finden”

Richtig, das ist schwierig. Und so passiert das Folgende:

“Und weil den Müllmachern meistens nicht auf die Schliche zu kommen sei, bleibe der Müll eben liegen. Solange bis die Straßenreinigung der Gelsendienste ihn bei ihrer turnusmäßigen Säuberung einsammelt”

Und das passiere alle 14 Tage, auf Spielplätzen noch seltener(!), es sei denn, es kommen Hinweise aus der Bevölkerung, sagt Frau Genthe, die den PR-Gau mit einer Antwort auf die Frage, warum die Stadt nicht auf verstärkte Kontrollen gegen die “Umweltsünder” setze, wie folgt würzt:

“Dafür haben wir nicht das Personal”.

Das ist Pressearbeit aus Gelsenkirchen: Zur Säuberung der Straßen sieht sich Gelsendienste nicht in der Pflicht und zur verstärkten Kontrolle hat Gelsendienste nicht das Personal. Wenn dem tatsächlich so ist, drängt sich doch die Frage auf, wofür wir die Stadtreinigung eigentlich brauchen. Gelsendienste redet sich um Kopf und Kragen und Tina Bucek, Redakteurin bei der WAZ, fühlt sich in ihrem- wie ich finde- unreflektierten Kommentar zum Gleichklang animiert:

“In der Schweiz, England und Frankreich darf nur der böllern, der sein Feuerwerk vorher anmeldet und strenge Auflagen erfüllt.”(ebd.)

Liebe Frau Bucek, ich fürchte dazu hat das Ordnungsamt in Gelsenkirchen nicht das Personal.



1 Kommentare

  1. Sonja sagt:

    Naja, ein bisschen haben die GelsenDienste ja Recht. Ich finde es durchaus OK, dass ich meine Knaller selbst wegräume.

    Allerdings habe ich das Gefühl, GelsenDienste versuchen sich zu drücken und schätzen ihre Rolle falsch ein.

    Wenn die den Dreck nicht wegmachen, wer dann?

    Ferner ist es am Tag danach überhaupt nicht mehr nachvollziehbar, wer welchen Dreck macht. Da nützen dann auch keine Bußgelder etwas.

    In Köln ist es beispielsweise egal wer welchen Dreck macht. Am 31.12. ist die Stadt im Außnahmezustand und durch die Böller rot gefärbt. Am nächsten Tag ist alles wieder sauber. Auch ohne Strafen und Gemucke der Straßendienste.

1 Trackbacks

  1. Kuschelkurs der Gelsendienste zu Silvester. // Gelsenkirchen Blog Says:

    [...] dass sie im Anschluss dem überschwänglich Dreck machenden Pöbel Bürger gar 1000 Euro Strafe androhten. Wer die Straße mit seinen Silvesterknallern (oder Flaschen,Essensresten oder sonstigem Müll) [...]

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