Frank Norbert Oehlert – Die Erde ist keine Scheibe.

Die CDU in Gelsenkirchen findet faktisch nicht statt. Und wenn sie versucht statt zu finden, dann tut sie dies oft im Fahrwasser von offentlichkeitswirksamen Ereignissen, die sie nicht selten großkotzig aber inhaltsleer kommentiert. Dabei geht es – zumindest meiner ganz persönlichen Auffassung nach – im Kern vermutlich mehr darum, Parteipolitik zu zu machen, denn um konstruktive Vorschläge zur Stadtentwicklung.

Beispiel IKEA – Niemand hat die Absicht IKEA nicht zu bauen.

Ein gutes Beispiel war und ist nach wie vor die Aufregung um die Ansiedlung von IKEA in Gelsenkirchen. Nachdem die Stadt die Anfrage von IKEA in der ursprünglichen Form, begründet durch bedeutende Sachzwänge zurückwies, plusterten sich die Gelsenkirchener Altherren der CDU auf wie die unterrichtende Management Elite der Havard Business School. Wie immer: Gänzlich ohne spürbare Auswirkung. Ebenfalls wie immer: Mit Kritik an der Gelsenkirchener Verwaltung, die mit Frank Baranowski als Sozialdemokrat an dessen Spitze zum politischen Gegner gehört. Nachdem die Stadt Gelsenkirchen mit einer Informationsseite auf gelsenkirchen.de über die Hintergründe der IKEA Anfrage aufklärte, verschwanden die selbsternannten CDU Wirtschaftsexperten wieder aus der Lokalpresse.

Pressenotiz von Frank Norbert Oehlert: “Dieser Markt hat keine Zukunft”.

Nun hat die CDU das nächste Thema für sich entdeckt. Leider mal wieder knapp 4 Jahre nachdem es der Rest Gelsenkirchens für sich entdeckt hatte. Der Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen hat nach Auffassung von Frank Norbert Oehlert keine Zukunft. Ein solche Aussage kommt der Feststellung gleich, dass die Erde ganz offensichtlich keine Scheibe ist. Soll bedeuten: Diese bahnbrechende Erkenntnis ist also schon etwas länger bekannt. Dass der Markt keine Zukunft hat, wusste auch schon der ehemalige Geschäftsführer des Stadtmarketings, Wolfgang Lalakakis, der den Weihnachtsmarkt dann kurzerhand in “weihnachtliches Gelsenkirchen” umtaufen ließ. Dass nach den Jahren des Missmanagements, der neuen Geschäftsführung des Stadtmarketings in der Kürze der Zeit kein Meilenstein in der Neugestaltung des Weihnachtsmarktes gelingen kann, ist mehr als selbstredend. Die Pressenotiz des CDU Mannes ist unverständlich, eigentümlich und vielleicht sogar ein bisschen widersprüchlich. Findet er doch, dass sich der Weihnachtsmarkt zu sehr auf die Kunden der Bahnhofstraße ausrichte und aufgrund der Konkurrenz der anderen Städte, keine neuen Besucher angelockt würden (vgl. WAZ 17.12.2012). Werbewirkung, so Oehlert im WAZ Presseartikel, sähe seiner Meinung nach anders aus (ebd.).

Wie genau, das sagt er, ganz in CDU-Manier, nicht. Nur einen kleinen Einblick in seine Vorstellungswelt gibt er dann doch:

“Der Christdemokrat findet, dass ein Weihnachtsmarkt, der sich über die gesamte Adventszeit erstrecke, überholt sei. Eine Neuausrichtung müsse her oder aber der Mut für einen völligen Verzicht” (ebd.).

Auch hier erahnt der Politkenner Bürger die Grundkonstanten christdemokratischer Lokalpolitik: Wer nichts macht, der macht nichts falsch. Wie Oehlert das mit seiner Meinung von Werbewirkung in Einklang bringen will, ist nicht nachzuvollziehen. Und woher er die Einschätzung nimmt, dass es überholt sei, dass sich Weihnachtsmärkte über die gesamte Adventszeit erstrecken, erfährt der Leser auch nicht. Eigentlich ist so eine schwache Selbstdarstellung des CDU Mannes durchaus schade. Konstruktiver Gegenwind aus diesen Reihen, würde einige Prozesse in der Verwaltung sicherlich beschleunigen. Konkurrenz belebt schließlich auch hier das Geschäft. Leider macht sich die CDU in Gelsenkirchen durch solche Vorstellungen lächerlich. So lächerlich, dass man schon fast verärgert darauf reagieren könnte und zwar selbst dann, wenn man ein CDU Parteibuch sein Eigen nennt.

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3 Reaktionen zu “Frank Norbert Oehlert – Die Erde ist keine Scheibe.”

  1. Franz Przechowski
    18. Dezember 2012 at 09:35 #

    Nach Wittke ist der GE-CDU vollkommen die politische Luft ausgegangen. Mehr noch. Aus Sicht eines politischen Evolutions Antropologen entwickeln sich Wöll, Tann & Co. vom aufrechten Gang zurück auf die Bäume. Da hilft es wenig, daß die Entwicklung beim politischen Gegner der SPD und der Grünen auch zum Stillstand gekommen ist. Aber man steht wenigstens noch. Das die gewählten Mitglieder der Ratsfraktionen die inhaltliche Bedeutung des Wortes “vertraulich” nicht begreifen, ist keine neue Erkenntnis. So konnte im Fall IKEA die CDU Granden das Wasser nicht halten und wollten großes Polit-Theater abfahren. Macht einen guten Eindruck bei jeden potentiellen Investor, wenn am nächsten Tag die vertraulichen Dinge zu Markte getragen werden. Aber vielleicht wollte man bei der CDU auch nur den müden Gelsenkirchener Weihnachtsmarkt beleben. Wie Herr Oehlert schon vorschlägt sollte man auf etwas ganz verzichten, wenn es nicht mehr zu retten ist. Damit meine ich die CDU in Gelsenkirchen und die Weihnachtsmärkte in Mitte und Buer.

  2. Heinz Knoopp
    18. Dezember 2012 at 20:06 #

    Die CDU in Gelsenkirchen ist mit all ihren Mitgliedern zumindest lokalpolitisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Als CDU- Wähler kann ich mich den deutlichen Worten eigentlich nur anschließen und es tut mir dabei nicht einmal leid. Ich erinnere an die Kandidaten Wittke,der aus meiner Sicht zu allem bereit war, aber nur begrenzt zu Dingen in der Lage. Dann der völlig hoffnungslos chancenlose Norbert Mörs, der von den Gelsenkirchenern aus dem Hut gezaubert wurde und mit der Liebe zum S04 dem Wähler schmackhaft gemacht werden sollte. Ich mag nicht daran zurückdenken. Wöll, Tann und all die anderen haben weder Charisma noch politisches Talent um in Gelsenkirchen Zeichen zu setzen. Das Nachhaken im Falle Ikea wird selbst vom Politlaien um das Ringen nach Relevanz entlarvt. Gelsenkirchen hat Potential, Gelsenkirchen ist schön. Aber Gelsenkirchen ist in fester Hand der SPD. Und wenn ich dies als CDU-Wähler(auf Bundesebene)als besser empfinde, dann macht die lokale CDU mit Sicherheit etwas falsch.

  3. Taner Ünalgan
    20. Dezember 2012 at 21:50 #

    Habt ihr den Knüller von Oehlert letztens nach der Weihnachtsmarkt-Kritik in der WAZ mitbekommen? Das mit der Wettbewerbsverzerrung? Und dass die SPD stehen geblieben sei, will ich so nicht stehen lassen. Also zumindest für die Jusos gilt das sicher nicht :P.

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