FC Schalke 04 mahnt Babyschuhe ab

Der FC Schalke 04 macht sich derzeit als „Markenrechtsinhaber“ in der Öffentlichkeit bekannt. Der Verein, der sich sonst so sehr volksnah stilisiert, verliert sein freundliches Gesicht, wenn man selbstgestrickte Babyschuhe mit S04-Logo bei Ebay verkauft. Dies musste Sabine Schomaker kürzlich am eigenen Leib erfahren, als ihr vom Verein eine Abmahnung zugestellt wurde, die – so berichtet die Tagespresse – eine Forderung in Höhe von 1157 Euro zur Konsequenz hat.

Die Summe ist für die Rentnerin aus Ibbenbüren allerdings unaufbringlich, da sie von einer geringen Witwenrente lebt. Eine Kontaktaufnahme mit dem Verein sei ihr zwar noch gelungen, jedoch wollte man sich dort nicht wirklich der Sache annehmen und verwies Schomaker an die den Verein vertretende Anwaltskanzlei. Mit der sei nach Aussage von Schomaker in den Ruhrnachrichten offenbar kein Kontakt zustande gekommen. Man könne sich seitens der Kanzlei zu dem Fall nicht konkret äußern, berichten die Ruhr Nachrichten.  In der Regel verfahre man aber „großzügig“. Wie nett.

Angefangen vom Vorstand bis hin zur Marketingabteilung versteht niemand, dass der S04 seiner Marke mit dieser Abmahnung mehr schadet, als es Babyschuhe jemals könnten.

Wer die spärliche Presseberichterstattung zu dem Fall liest, dem fällt auf, dass auf der Seite des S04 entweder niemand so richtig über den Fall informiert ist oder aber nicht wirklich ein Interesse daran vorherrscht, den Fall aus der Welt zu schaffen. Konkrete Anfragen nicht zu beantworten und von Zuständigkeit zu Zuständigkeit zu verweisen, wirkt wie das Gebahren unseriöser Inkasso-Unternehmen. Die Marke „FC Schalke 04“ kann dadurch einen erheblichen Schaden erleiden. Dass auch Björn Enter aus der Marketingabteilung, gegenüber den Ruhrnachrichten konkret zu dem Fall nichts sagen kann, ist mehr als bedenklich. Wer, wenn nicht die Marketingabteilung, ist denn zuständig für die eigene Marke? Wegen selbstgestrickter Babyschuhe einer Rentnerin aus Ibbenbüren eine derart negative Publicity auf sich und die eigene Marke zu ziehen, sollte den Vorstand nocheinmal darüber nachdenken lassen, ob man sowohl juristisch als auch kommunikativ richtig beraten ist. Dass der Verein auf die 1157 Euro angewiesen ist, lässt sich doch sicher ausschließen.


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4 Kommentare zu “Das St. Josef-Hospital in Horst soll 2017 geschlossen werden.”

  1. Franz Przechowski
    19. Dezember 2016 at 11:22 #

    Zutreffende Analyse. Alle Probleme hinsichtlich Weihnachtsmärkte in Gelsen und in Buer sind hausgemacht und durch nichts mehr zu entschuldigen. deine kennzeichnung „strukturelle Geschäftsunfähigkeit“ trifft den Kern. Aber darüber hinaus fehlt auch der Sinn für die konzeptionelle Gestaltung und emotionale sowie inhaltliche Aufladung von Events, die auf die Marke GE einzahlen sollen. Das ist nicht unbedingt eine Frage des Budgets, sondern der professionellen Fähigkeiten. Ich bin kürzlich erst wieder wegen meiner Bemerkung „SMG ist eine Laienspielschar“ gescholten worden. Angesichts der miesen Performance möchte ich bei meiner Beurteilung bleiben und die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung gleich mit einbeziehen.

  2. Sabine
    19. Dezember 2016 at 20:14 #

    Dann geht doch endlich hin statt nur zu mosern

  3. Albert Ude
    21. Dezember 2016 at 17:12 #

    Die Analyse geht in Ordnung. Die Hinterfragung klammert die Mittäterschaft des örtlichen Einzelhandels leider völlig aus. Die Anlieger der Bahnhofstrasse haben kein Interesse an einem Weihnachtsmarkt, der als zentrale Veranstaltung auftritt. Die Mitwirkenden der SMG, des Umbaubüros und die für die blau-weiße Kugelplastik Verantwortlichen sind gutmeinende, aber hoffnungslos überforderte Amateure und Dilettanten, deren schlimmster Alptraum es ist, von professionellen Akteuren, ja auch bereits von schlichten Menschen, die sich einfach mal in anderen Städten umgeschaut haben, erzählt zu bekommen, wie ein Weihnachtsmarkt aussieht, ja, was überhaupt ein Weihnachtsmarkt ist. Die in Gelsenkirchen stattfindende Veranstaltung darf man auf einer Skala von 1 – 10 bei minus fünf verorten, eine gefühlte Tendenz zur Qualitätssteigerung ist illusionistische Schönrederei. Wollte man eine Verbesserung um fünf Punkte erzielen, so bedeutete das, den Nullpunkt anzustreben, die Veranstaltung also schlicht zu unterlassen. Stattdessen empfiehlt sich ein Busshuttle nach Dortmund, Essen oder Münster, oder in die kleinen niederländischen Orte oder an den Niederrhein.
    Das ist alles sehr schade, leider aber so zutreffend. In meiner Erinnerung ist die Reibeplätzchenhütte am Anfang der Bahnhofstrasse rechts der aus dem Betrachtungsraster heraustanzende kulinarische Höhepunkt der Meile. Die Reststrecke schaffe ich nicht: Kabel, Mülltonnen, Ramschstände, Trink- und Nahrungsmittelhütten. Und – mit Verlaub – Menschenmassen. Nur eins hat sich verbessert: Zu Zeiten von Lalakakis wurde noch WDR 4 über die Lautsprecher eingespielt. Das ging gar nicht.

  4. szodruch, maggie
    22. Dezember 2016 at 16:35 #

    Leider muss ich Albert Ude in allen Aussagen Recht geben !

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