Des Deutschen morgendliches Ritual scheint neben dem Stuhlgang das Zeitunglesen zu sein. Und bekanntlich bemerkt man Habitualisierungen erst dann, wenn sie plötzlich brutal unterbrochen werden. Wie gestern zum Beispiel: Bombendrohung gegen die WAZ. Kathastrophale Folge: Notausgabe der WAZ. Super GAU: Keine WAZ. Des Ruhris Samstag schien an kriminellen Mächten zu scheitern und sein Stuhlgang schien gestört. Wie sonst lassen sich soviele besch….. Kommentare im betreffenden und oben verlinkten Post erklären? Es ist erschreckend mitanlesen zu müssen, welches Gedankengut einige WAZ Leser unter vollem Namen in den Kommentaren veröffentlichen. Ein Ausschnitt:
Der Pfennigfuchser
Füre alle Spinner[gemeint sind alle, die der WAZ Verständnis zollen D.Z], die gerne selber den Schaden tragen: Bombendrohungen sind heutzutage nichts Ungewöhnliches. Darauf hatr sich ein Betrieb vorzubereiten. Wenn der Alarm beendet ist, fängt der Normalbetrieb wieder an. Aber wie das bei Monopolisten so ist, die erst die Zeitungen in der Umgebung in Krisen gestürzt haben, bevor sie dann von der WAZ übernommen wurden, so dass in Essen nur noch zwei übrig geblieben sind: Nur der Profit zählt. Dass man die komplette Samstagausgabe nachdrucken kann, kommt denen gar nicht in den Sinn, denn das kostet etwas Geld.
und Alleswisser in Personalunion:
Die WAZ-Gruppe hat für den Fall eines Streiks jede Menge Ausweichpläne. Die gibt es ja wohl auch für den Fall einer solchen Bombendrohung. Also ganz normales Geschäft mit einigen Erschwernissen. Warum nach Ende des Alarms nicht nachgedruckt wird, bleibt unerfindlich. Das kostet Geld, klar, aber davon hat die WAZ-Gruppe mehr als genug. Trotzdem erblöden sich etliche Schreiber nicht, den Schaden selber zu tragen. Es geht auch nicht um Schadenersatzansprüche als Folge höherer Gewalt, sondern um Erfüllung des Abo-Vertrags auch in einer schwierigen Situation.
Bombendrohung ist für den feinen Herren also ein ganz normales Geschäft mit einigen Erschwernissen. Da er unter seinem Namen Unsinn postet, könnte der Verlag ihm den Vertrag kündigen. Dann müsste er sich sogar in Zukunft Klopapier anschaffen. Oder seine Kommentare ausdrucken.



January 6th, 2008 at 23:36
Die WAZ hat nicht erst seit der Schließung einiger Lokalredaktionen eh bei mir “verschissen”. Ich habe vorher schon mitbekommen, wie deren “Reporter” teilweise arbeiten – und das war in den besagten Fällen unter aller Kanone.
Wer jetzt tatsächlich noch ein WAZ-Abo hat, dem ist m.s.E. eh nicht mehr zu helfen. Wer sich aber – ob Abonnent oder nicht – über eine nach einer Bombendrohung ausfallende Ausgabe echauffiert… Tja, da fehlen mir jetzt irgendwie die Worte. Muss echt schlimm sein, mal ‘ne Ausgabe zu verpassen. Steht ja auch nix im Internet, neeeeee…
January 13th, 2008 at 10:21
@ Martin: wie arbeiten denn die “Reporter” bei der WAZ ? Ich bin gespannt, was du berichten kannst….
January 13th, 2008 at 12:51
Neeeheee, dazu werde ich mich öffentlich nicht weiter äußern. Mit meinem “teilweise” beziehe ich mich auf zwei mir bekannte Beispiele und – was ich betonen möchte – definitiv nicht auf alle WAZ-Schreiberlinge.
Aber für mich und mein subjektives Empfinden reicht das zusammen mit der Lokalredaktionen-Geschichte aus, um WAZ-Presseerzeugnisse zu boykottieren.
January 14th, 2008 at 11:03
@ martin: hmmm und was sagst du dann zur Aktion in Münster?