Eure Armut kotzt mich an

11 October 2006 von Dennis

Nein, ich bin ganz und gar nicht arrogant. Gerade ich gehöre zu einer Statusgruppe, die sich Arroganz im Hinblick auf monetäre Angelegenheiten – blickt man auf die drohenden Studiengebühren im nächsten Semester – nicht leisten kann. Aber mir geht es auch nicht schlecht. Doch kommen wir von der Ebene des individuellen Akteurs einmal weg und blicken auf die Ebene der kommunalen Verwaltung. Gelsenkirchen, Sie wissen: Das Herz im Revier voll Kraft und Zauber ist gewiss nicht reich, doch betteln ist ebenfalls nicht nötig. Genau das macht die Stadt aber permanent und das Ganze auch noch öffentlich. Für ein Honnorar der FH Studenten, die für Gelsenkirchen Werbung entwickeln sollen, ist kein Geld da und wenn ein Student eine bahnbrechende Idee entwickelt, die widererwartend doch Geld kosten täte, solle er selbständig Sponsoren suchen, die dieses Projekt finanzieren. Heute lese ich in der WAZ, dass die Gelsendienste die Geranienkörbe ins Winterquartier fahren und schon jetzt Sponsoren für das nächste Jahr gesucht werden.

“Und damit sich die Stadt auch im nächsten Jahr mit vielen blühenden Geranien
präsentieren kann, guckt sich Gelsendienste jetzt schon nach Sponsoren um, die
bereit sind, die Kosten für einen oder gar mehrere Kübel zu übernehmen. ”
(vgl.WAZ 10.10.06)

Sogar die Kontaktadresse einer Gelsendienste Mitarbeiterin ist angegeben, damit sich interessierte Firmen schon gleich melden können. Das Herz im Revier zeichnet ein bettelndes Bild einer Kommune, die sich neben Image nicht einmal mehr die Deko leisten kann.

Gelsenkirchen ist nicht arm, Gelsenkirchen ist billig. Und das ist peinlich.



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